COVID-19

Mit Kindern über Corona sprechen

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Letzte Aktualisierung: 15:00 29. Apr. 2020

Am Coronavirus kommen auch die Kleinsten nicht vorbei. Sprich mit deinen Kindern darüber: ruhig, ehrlich und kindgerecht. So kannst du ihnen die Angst vor dem Virus nehmen und sie in dieser ungewohnten Situation unterstützen.

Corona macht vielen Kindern Angst

Das Coronavirus stellt Menschen jeden Alters vor eine neue Realität. Doch wo Erwachsene sich gezielt informieren können, bleiben Kinder mit ihren Fragen und Sorgen oft alleine. Umso wichtiger ist es jetzt, auf sie einzugehen, sie ernst zu nehmen und mit ihnen über Corona zu sprechen. Eine komplexe Aufgabe, keine Frage. Diese Strategien können dir helfen, deinen Kindern die Angst vor dem Coronavirus zu nehmen.

Hör deinem Kind zu

Sprich das Thema Corona offen an und finde heraus, was dein Kind bereits darüber weiß und welche Fragen es hat. Dabei solltest du die Ängste deines Kindes nicht verharmlosen. Genauso wenig sollte das Coronavirus ein Tabuthema sein. Dein Kind sollte wissen, dass es jederzeit mit dir darüber reden kann. Gib ihm zu verstehen, dass es völlig normal ist, Respekt vor dem Virus zu haben, dass es aber keinen Grund für Furcht oder Panik gibt.

Jüngere Kinder können noch nicht offen sagen, dass sie sich Sorgen machen. Hier gilt es, genau hinzuschauen. Ein verunsichertes Kind kann z. B. müde, unruhig oder nervös wirken, oder es klagt über Kopf- oder Bauchschmerzen. Der Appetit oder die Konzentrationsfähigkeit können nachlassen. Auch wenn ein Kind sich zurückzieht oder das Thema sehr häufig von sich aus anspricht, kann das ein Zeichen dafür sein, dass es sich große Sorgen macht.

Finde einfache und altersgerechte Erklärungen

Wenn in der Familie über das Coronavirus gesprochen wird, sollte sich das Kind in einer sicheren und angenehmen Situation befinden. Das kann z. B. beim Malen oder Spielen sein. Der vertraute Rahmen nimmt dem Thema etwas von seiner Schwere.

Deine Antworten auf die Fragen deines Kindes sollten kurz, verständlich und ehrlich sein. Auf Statistiken oder konkrete Risiken brauchst du nicht einzugehen. Dein Kind sollte wissen, dass selbst dann, wenn es sich mit dem Coronavirus anstecken sollte, die Erkrankung höchstwahrscheinlich einen milden Verlauf nehmen wird. Hier bietet sich der Vergleich mit einer Grippe oder Erkältung an.

Wenn in den Medien von sterbenden Menschen die Rede ist, solltest du deinem Kind sagen, dass dies seltene Fälle sind. Wenn sich dein Kind Sorgen macht, weil z. B. Oma und Opa schon älter sind und zu einer Risikogruppe gehören, solltest du ihm erklären, dass Maßnahmen wie Ausgehverbote extra dazu da sind, um sie zu schützen.

Du musst nicht auf alle Fragen deines Kindes eine Antwort haben. Wenn du etwas nicht weiß, dann gib das offen zu. Ist dein Kind schon älter, könnt ihr zusammen überlegen, wo sich die gesuchten Informationen finden lassen.

Vermittle Ruhe und Sicherheit

Damit Kinder ein Gefühl der Sicherheit haben, ist es wichtig, dass sie ihre Eltern nicht ängstlich oder gar panisch erleben. Du solltest daher nicht nur darauf achten, wie du mit deinem Kind über Corona sprichst, sondern auch, wie du das Thema anderen Erwachsenen gegenüber behandelst. Oft hören die Kinder zu und messen gerade diesen Gesprächen zwischen Erwachsenen besonders viel Gewicht bei.

Bleib ruhig und zeig deinen Kindern, dass alles unter Kontrolle ist und es keinen Anlass zur Hoffnungslosigkeit gibt. Versichere deinen Kindern regelmäßig, dass du für sie da bist und dich um sie kümmerst. Dazu gehört auch, dass das Thema Corona nicht jedes Gespräch bestimmt. Indem du immer wieder andere Dinge in den Mittelpunkt stellst, zeigst du deinen Kindern, dass das Virus nicht das gesamte Leben kontrolliert.

Achte auf deine Wortwahl

Dein Sprachgebrauch kann dazu beitragen, wie dein Kind die Krise wahrnimmt. Kinder haben oft feine Antennen für die Art und Weise, wie wir über ein Thema sprechen.

Diese Sätze geben Sicherheit:

  • „Wir können alle gesund bleiben, indem wir Abstand zu anderen Menschen halten.“
  • „Die Ausgehverbote schützen uns.“
  • „Ich bin hier und passe auf dich auf.“

Diese Sätze machen Angst:

  • „Geh nicht zu dieser Person, sonst steckst du dich an und wirst krank.“
  • „Die Ausgehverbote sind nervig.“
  • „Es ist alles so hoffnungslos und traurig.“

Betone die positiven Nachrichten

Das Coronavirus ist kein schönes Thema. Dennoch gibt es gerade jetzt viele Lichtblicke, die Hoffnung schenken. Auf diesen Aspekt solltest du ganz besonders eingehen, wenn du mit deinen Kindern über das Virus sprichst. Erkläre ihnen, dass es wirksame Richtlinien und Schutzmaßnahmen gibt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verringern.

Viele Menschen, die an Corona erkrankt sind, haben sich schnell wieder erholt und sind inzwischen wieder gesund. Alle arbeiten zusammen, um das Virus zu stoppen: Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, die den Kranken helfen, aber auch Wissenschaftler, die nach einem Impfstoff suchen, und Politiker, die sich Regeln überlegen, um die Bevölkerung zu schützen. Jeder kann helfen – und sei er auch noch so klein.

Mach das Händewaschen zum Spiel

Nie war es einfacher, ein Kind von der Wichtigkeit des Händewaschens zu überzeugen, als jetzt! Erkläre deinem Kind, dass es damit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit vieler Menschen leistet. Beim Händewaschen ein Lied zu singen, beispielsweise zweimal hintereinander „Happy Birthday“, hilft Kindern dabei, die empfohlene Waschdauer von 20 Sekunden einzuhalten.

Unser Tipp: Mach aus dem Händewaschen ein Spiel, etwa, indem du mit einem hautfreundlichen Stift ein kleines Virus auf den Handrücken deines Kindes malst. Dieses muss bis zum Abend abgewaschen sein. Du kannst auch eine Strichliste auf dem Badezimmerspiegel führen: Welches Familienmitglied hat sich am häufigsten die Hände gewaschen?

Neben der richtigen Handhygiene sollte dein Kind auch die Husten- und Niesetikette kennen. Dass man statt Händeschütteln auch Winken kann, verstehen bereits ganz kleine Kinder. Du kannst deinem Kind auch sagen, dass es sich nicht ins Gesicht fassen soll, aber erwarte in diesem Punkt nicht zu viel – mit dieser Vorgabe haben auch viele Erwachsene große Probleme.

Reflektiere den Medienkonsum deines Kindes

Über das eigene Handy oder den Computer haben viele Kinder Zugriff auf eine Vielzahl von Informationen zum Coronavirus. Anders als Erwachsenen fällt es ihnen oft schwer, seriöse von unseriösen Quellen zu unterscheiden. Es kursieren viele Gerüchte, die Angst machen können.

Auch hier bist du gefragt: Sprich mit deinen Kindern darüber, woher die Informationen kommen. Ein Kind sollte wissen, dass man nicht allem, was im Internet steht, Glauben schenken darf. Insbesondere in den sozialen Medien werden bei Weitem nicht nur Fakten, sondern auch jede Menge ungenaue Aussagen sowie schlichtweg falsche Informationen verbreitet.

Ermutige dein Kind dazu, fröhlich zu sein

Mehr denn je brauchen Kinder in dieser Ausnahmesituation Alltag und Normalität. Indem du dein Kind weiterhin spielen und lernen lässt, viel Zeit mit ihm verbringst und viel mit ihm lachst, zeigst du ihm, dass das Leben auch jetzt schön ist und dein Kind es genießen kann und darf. Wichtig ist, dass du selbst eine positive Grundeinstellung an den Tag legst. Sie vermittelt Optimismus und Zuversicht und überträgt sich auch auf dein Kind.

Wichtige Info für alle Eltern

Bei KRY kannst du auch Video-Sprechstunden für Kinder buchen. Wenn dein Kind krank ist, hast du die Möglichkeit, zu deinem Wunschtermin mit einem erfahrenen Kinderarzt sprechen – ohne Wartezimmer und ohne Wartezeit. Ein Stück mehr Sicherheit für deine Familie, gerade jetzt während der Corona-Pandemie.

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15:00 29. Apr. 2020