COVID-19

Intelligenter Medienkonsum in Krisenzeiten

Intelligenter Medienkonsum in Krisenzeiten – Titelbild
Letzte Aktualisierung: 13:00 30. Apr. 2020

Erkenne Fake News und identifiziere vertrauenswürdige Quellen

Während der Corona-Krise gibt es fast täglich neue Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Um auf dem Laufenden zu bleiben, müssen wir uns daher regelmäßig informieren. Doch welchen Informationen können wir vertrauen? In diesem Artikel findest du Empfehlungen, wie du die Medienlandschaft navigieren kannst.

Informationen im Übermaß

Gerade jetzt während der COVID-19-Pandemie sind wir Tag für Tag mit einer verwirrenden Vielzahl von Zahlen und Fakten zum Coronavirus konfrontiert. Hinzu kommen jede Menge teils widersprüchliche Ratschläge, die über Fernsehen, Radio und Internet sowie über Zeitungen und Zeitschriften verbreitet werden. Die sozialen Netzwerke sind voll von Fotos, Videos, Kommentaren und Memes zum Thema.

Die WHO bezeichnet den aktuellen Zustand als „massive Infodemie“, einen Exzess an Informationen, von denen bei Weitem nicht alle genau und richtig sind, und manche sogar schlichtweg falsch. Um auf dem Laufenden zu bleiben, ist es daher unabdingbar, vertrauenswürdige Quellen zu identifizieren und den Wahrheitsgehalt von Nachrichten kritisch zu prüfen.

Der Kampf gegen Fake News

Kriminelle können von der Corona-Krise profitieren, z. B. indem sie Angst schüren und dann falsche Heilmittel zum Schutz anbieten. Falschmeldungen, die als Nachrichten maskiert werden, sollen Aufmerksamkeit erzeugen und Menschen manipulieren. In den sozialen Netzwerken können Fake News besonders leicht verbreitet. Allerdings haben Social-Media-Giganten wie beispielsweise Facebook, Twitter und Instagram bereits damit begonnen, falsche Behauptungen zu entfernen, etwa die, dass soziale Isolation nicht bei der Bekämpfung der Pandemie hilft.

Vertrauenswürdige Quellen

Auf der Suche nach der Wahrheit ist eine kritische Grundhaltung unentbehrlich. Denn natürlich versuchen auch die Verfasser von Fake News, ihre Nachrichten so seriös wie möglich aufzubereiten. Den folgenden Quellen kannst du vertrauen. Dort findest du eine Vielzahl von gut recherchierten Informationen auf wissenschaftlicher Basis.

Wir bei KRY nutzen diese Quellen, wenn wir relevante Inhalte wie Magazinartikel, Newsletter oder Social-Media-Posts für dich zusammenstellen.

Diese 5 Fragen solltest du dir stellen

1. Woher kommt es?
Mit Hilfe einer Suchmaschine wie Google kannst du herausfinden, woher eine Meldung stammt. Kommerzielle deutsche Websites müssen ein Impressum haben. In den sozialen Netzwerken solltest du Profilen, die keine Klarnamen enthalten, besser nicht vertrauen.

2. Wie ist die Sprache?
Eine Vielzahl von Rechtschreib- und Grammatikfehlern spricht nicht gerade für eine seriöse Quelle, ebenso wenig wie ein reißerischer, sensationsfixierter Schreibstil mit vielen Ausrufe- und Fragezeichen.

3. Welche Bilder werden verwendet?
Bilder wirken oft täuschend echt, auch wenn sie es nicht sind. Mithilfe von Screenshots kannst du über die Google Bildersuche nach dem Ursprung eines Bildes suchen.

4. Wird etwas vermarktet?
Wenn mit einer Nachricht ein Produkt oder eine Dienstleistung verkauft werden soll, solltest du in Alarmstellung gehen – auch wenn sogenannte „Experten“ es empfehlen.

5. Stimmen die Informationen?
Selbst wenn eine Information plausibel und aktuell erscheint, führt oft kein Weg am Faktencheck vorbei. Du kannst z. B. schauen, ob die Information auf einer der oben genannten verlinkten Seiten ebenfalls zu finden ist.

5 Ratschläge für eine wissenschaftliche Herangehensweise

Du möchtest tiefer ins Thema eintauchen? In den Medien verbreitete Gesundheitsinformationen basieren häufig auf wissenschaftlichen Untersuchungen, die von den Journalisten interpretiert werden. Dabei entsteht oft ein anderes Bild als das, was die Studienergebnisse eigentlich zeigen. Wir haben 5 Ratschläge für dich, wie du wissenschaftlich an Informationen herangehen und qualitativ hochwertige Forschung erkennen kannst.

1. Lies die führenden medizinischen Fachzeitschriften. Verlasse dich auf Forschungsergebnisse, die in etablierten medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Hier kannst du dir sicher sein, dass die Zahlen und Fakten vor ihrer Publikation einer eingehenden Prüfung durch Experten unterzogen worden sind.

2. Suche nach randomisierten kontrollierten Studien. Derzeit wird das Coronavirus intensiv erforscht. Als besonders valide gelten randomisierte, kontrollierte, doppelblinde Studien. Hier werden die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, es gibt eine Kontrollgruppe und weder die Teilnehmer noch die Ärzte wissen, wer zu welcher Gruppe gehört.

3. Folge dem Weg des Geldes. Wer hat die Studie finanziert? Vor allem groß angelegte Studien sind oft sehr teuer, sodass die Forscher externe Gelder dafür akquirieren müssen. Wenn eine Studie nicht von unabhängigen Forschern durchgeführt, sondern beispielsweise von einem Arzneimittelhersteller bezahlt wird, ist davon auszugehen, dass die Ergebnisse in eine Richtung tendieren, die dem Auftraggeber der Studie zugutekommt.

4. Suche nach einer Metaanalyse. Bei dieser Art von Studie betrachten die Forscher eine große Anzahl von wissenschaftlichen Studien zu einem bestimmten Thema zusammen und ziehen daraus Schlussfolgerungen, die auf einer entsprechend breiten Datenlage basieren.

5. Suche nach einer systematischen Übersichtsarbeit. Diese Art der wissenschaftlichen Arbeit, oft schlicht als Review bezeichnet, sammelt das verfügbare Wissen zu einem Thema und bewertet es kritisch. Dabei werden oft noch bestehende Wissenslücken aufgezeigt und neue Ideen für zukünftige Forschungsprojekte formuliert.

Fazit: Gesunde Skepsis ist angebracht

Vertraue nicht blind allem, was du in den Medien siehst oder hörst, sondern wähle deine Quellen gezielt und bewusst aus. Als Faustregel gilt: Wenn etwas zu schön erscheint, um wahr zu sein, solltest du es überprüfen. Das Gleiche gilt, wenn Nachrichten besonders krass, schockierend oder populistisch daherkommen.

Letzte Aktualisierung:
13:00 30. Apr. 2020