Kry-logo
Jetzt installieren
Corona impfung und spritzenphobie

Corona-Impfung und Spritzenphobie

Corona-Impfung und Spritzenphobie > Header
Letzte Aktualisierung:
Di., 8. Juni 2021
So gehst du mit der Angst vor dem Pieks um

Viele können es kaum erwarten, gegen Covid-19 geimpft zu werden. Aber für alle, die an einer Spritzenphobie leiden, kann allein der Gedanke an den Impftermin für Unbehagen sorgen. Hier erfährst du, woher die Angst vor der Spritze kommt und was du dagegen tun kannst.

Wie häufig sind Spritzenphobien?

Wenn du Angst vor der Spritze hast, bist du nicht allein. Etwa 20 % bis 30 % der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen leiden unter einer Blut-, Spritzen- oder Verletzungsphobie. Oft sind Menschen betroffen, die in der Kindheit eine negative Erfahrung mit Injektionen gemacht haben. Bei älteren Erwachsenen sinkt die Häufigkeit der Phobie deutlich ab.

Was ist eine Spritzenphobie, und was ist der Unterschied zur Spritzenangst?

Spritzenangst und Spritzenphobie sind zwei unterschiedliche Zustände. Spritzenangst bedeutet, dass du Angst vor Stichen, Spritzen oder Blutabnahmen hast. Wie groß die Angst ist und wie stark sie dich beeinflusst, kann sehr individuell sein. Es ist ganz natürlich, ab und zu Angst zu haben und auf etwas zu reagieren, das wir als eine Bedrohung erfahren.

Eine Phobie dagegen ist eine krankhafte Angst vor etwas, das keine Bedrohung darstellen muss. So kann eine Phobie vor Spritzen (Trypanophobie) zum Beispiel dazu führen, dass Betroffene Impftermine und andere ärztliche Eingriffe ganz meiden. Die Angst, etwa bei einer Blutabnahme in Ohnmacht zu fallen und das medizinische Personal zu überfordern, kann auch mit Scham verbunden sein.

Bei Menschen, die kein Blut sehen können, spricht man von einer Blutphobie.

Spritzenphobien können erlernt und angeboren sein

Was eine Spritzenphobie verursacht, ist von Person zu Person unterschiedlich – und es kann vielfältige Ursachen geben. Einige mögen einfach das Gefühl nicht, in den Körper gestochen zu werden. Andere haben ein Problem damit, dass sie selbst keine Kontrolle über den Eingriff und ihre Reaktion auf die Spritze haben.

Im Gegensatz zu vielen anderen Phobien kann eine Spritzenphobie außerdem auch angeboren sein. Du kannst einen Reflex geerbt haben, der dazu führt, dass dass du dazu neigst, in Ohnmacht zu fallen.

Wenn du als Kind viele unangenehme Erfahrungen mit Stichen gemacht hast, kannst du eine Spritzenphobie entwickeln. Wenn du längere Zeit krank warst und darum viele Spritzen bekommen hast, kann auch das zu einer Spritzenphobie führen.

Symptome einer Spritzenphobie

Wer an einer Spritzenphobie leidet, meidet vielleicht Arztbesuche in Zusammenhang mit einer Blutabnahme oder Impfung.

Eine Spritzenphobie kann sich auch durch körperliche Symptome äußern:

  • Blutdruck und Puls steigen, um anschließend aufgrund eines Kompensationsversuchs des Körpers stark abzusinken. Das kann zu Schwindel und Ohnmacht führen.
  • Es können Panikattacken auftreten, gefolgt von Herzklopfen, Atemnot, Schweißausbrüchen, Übelkeit und Schwindel.

Beachte: Diese Reaktionen sind ungefährlich. Sie werden jedoch von den Betroffenen häufig als sehr unangenehm erfahren.

Tipps für den Corona-Impftermin

Das kannst du tun, um deine Angst während des Impftermins besser unter Kontrolle zu bekommen:

  • Geh ganz offen mit deiner Angst um. Sprich auf jeden Fall mit dem Impfpersonal darüber, dass du Angst hast.
  • Sprich mit dem Personal darüber, dass du schmerzempfindlich bist.
  • Verwende schmerzstillende Salbe auf der Stelle, an der der Einstich erfolgt.
  • Bitte darum, dich hinlegen zu dürfen, wenn du zu Schwindel und Ohnmacht neigst. Denk daran: Das Personal hat in der Regel viel Erfahrung damit und weiß, was zu tun ist.
  • Lenke dich ab, wenn du die Spritze bekommst. Zum Beispiel, indem du Musik hörst, in die andere Richtung schaust und versuchst, an etwas anderes zu denken.

Behandlung einer Spritzenphobie

Es hilft nichts, Spritzen oder Nadeln einfach für immer zu vermeiden. Der erste Schritt, eine Spritzenphobie loszuwerden, ist es, deine Angst zu erkennen und ihr Beachtung zu schenken.

Eine Verhaltenstherapie kann dir dabei helfen, die Spritzenphobie nach und nach abzubauen. Die Behandlung basiert darauf, dass du dich langsam an Spritzen gewöhnst und dich darin übst übst, Spritzen nicht mehr mit Gefahr in Verbindung zu bringen.

Wenn du an Blutdruckabfall oder plötzlicher Bewusstlosigkeit (Synkope) leidest, kannst du eine Behandlungsmethode anwenden, die angewandte Anspannung heißt. Bei dieser Methode spannst du die Muskeln an, was dazu führt, dass der Blutdruck steigt. Dies verhindert, dass der Blutdruck sinkt – damit verringert sich auch das Risiko, ohnmächtig zu werden.

Deine Ärztin oder dein Arzt ist eine gute erste Anlaufstelle, wenn du eine Therapie beginnen möchtest. Sie oder er klärt dich darüber auf, welche Behandlungsmöglichkeiten für dich in Frage kommen.

Sprich mit einem Arzt

Bei Kry kannst du dir schnell und unkompliziert ärztlichen Rat per Video holen – und deine Kasse zahlt.
Jetzt Termin buchen
Last updated:

Other Articles