Familie

Corona bei Kindern: Häufige Fragen

Corona bei Kindern Headerbild
Letzte Aktualisierung: 21. Jan. 2021

Wie wirkt sich das Coronavirus auf Kinder aus und welche Rolle spielen sie in der Pandemie? Ärztlich geprüfte Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Auch die Kleinsten kommen nicht am Coronavirus vorbei. Laut RKI haben sich in Deutschland bisher 35.773 Babys und Kleinkinder zwischen 0 und 4 Jahren sowie 116.081 Kinder zwischen 5 und 14 Jahren angesteckt (Stand: 21.01.2021). Hinzu kommt wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer, denn die Covid-19-Infektion verläuft bei Kindern oft symptomfrei. Auch wenn größere Studien noch fehlen, konnte die Forschung seit Pandemiebeginn viele Erfahrungswerte sammeln – daraus können wir einige Schlüsse ziehen.

Wie gefährlich ist das Coronavirus für Kinder?

Fest steht: Kinder stecken Corona besser weg als Erwachsene. Selbst bei einer höheren Viruslast zeigen sie seltener Symptome. Die meisten Kinder haben einen symptomfreien bis milden Verlauf mit leichten Symptomen. In der Gesamtbevölkerung mussten 7 % der Erkrankten im Krankenhaus behandelt werden. Bei den Kindern ist der Anteil nochmals geringer: Von März bis Ende Dezember 2020 mussten deutschlandweit 800 Kinder, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, ins Krankenhaus.

Je jünger das Kind ist, desto weniger ist es gefährdet. Mit dem Alter steigt das Infektionsrisiko – und ist mit der Pubertät in etwa so hoch wie bei Erwachsenen.

Warum verläuft Covid-19 bei Kindern milder?

Zum Einen haben sie weniger Vorerkrankungen. Zum Anderen gibt es Vermutungen darüber, dass das kindliche Immunsystem anders auf SARS-CoV-2 reagiert. Eine Studie fand bei vielen Kindern Antikörper gegen verwandte Coronaviren, die sie auch vor dem neuen Coronavirus schützen könnten.

Eine weitere Untersuchung lässt vermuten, dass das Immunsystem von Kindern eingedrungene Coronaviren schneller bekämpft. Da Kinder sich häufiger mit Erkältungs-Coronaviren anstecken, wäre es möglich, dass ihre Immunzellen sich besser „erinnern” und somit schneller reagieren können. Die Forschung spricht hier von einer Kreuzimmunität. Diese Vermutungen sind allerdings noch nicht ausreichend bewiesen und müssen weiter untersucht werden.

Welche Covid-19-Symptome treten bei Kindern auf?

Wenn Kinder Symptome zeigen, sind es in der Regel Fieber und Husten. Weitere mögliche Beschwerden sind Magen-Darm-Probleme, Kopf- und Muskelschmerzen, Schnupfen, Hals- und Brustschmerzen, Herzrasen, Atemprobleme, Geschmacks- und Geruchsverlust. Erkrankte Kinder haben häufiger Verdauungsprobleme als Erwachsene. Schwere Verläufe, die eine intensivmedizinische Behandlung erfordern, sind bei Kindern sehr selten.

Welche Komplikationen sind bei Kindern möglich?

Die allermeisten Kinder überstehen eine Covid-19-Infektion ohne Probleme. Dennoch gab es in Europa bereits Fälle von PIMS (Paediatric Inflammatory Multisystem Syndrome), eine schwere, entzündliche Erkrankung, die an das Kawasaki-Syndrom erinnert. Die Wahrscheinlichkeit, an PIMS zu erkranken, schätzen Expertinnen und Experten als gering ein, ein tödlicher Verlauf ist sehr selten.

Auslöser ist eine Überreaktion des Immunsystems nach einer bakteriellen oder Virus-Infektion, die mit einer Entzündung der Blutgefäße einhergeht. Schwere Entzündundungsreaktionen bei Kindern waren schon vor Covid-19 bekannt, auch wenn sie sehr selten auftreten. In Deutschland erkranken etwa 7 von 100.000 Kindern unter 5 Jahren am Kawasaki-Syndrom.

Wie ansteckend sind Kinder?

Studien zufolge sind Kindergartenkinder weniger empfänglich für eine Coronavirus-Infektion als Schulkinder. Kinder im Schulalter sind wiederum weniger empfänglich als Erwachsene. Dennoch gibt es noch keine eindeutigen Erkenntnisse darüber, wie infektiös (ansteckend) Kinder im Vergleich zu Erwachsenen sind, oder ob bestimmte Altersgruppen ansteckender sind.




Bleib auf dem Laufenden

Hol dir unseren Newsletter und erhalte wöchentliche, medizinisch geprüfte Updates zu aktuellen Gesundheitsthemen.

Jetzt anmelden



Wie gefährlich ist Covid-19 in der Schwangerschaft?

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass werdende Mütter besonders gefährdet sind. Im Vergleich zu Nicht-Schwangeren haben sie kein erhöhtes Infektionsrisiko. Alle bekannten Schutzmaßnahmen gelten auch für Schwangere. Auftretende Symptome sind vergleichbar mit denen von nicht-schwangeren Patientinnen und in den meisten Fällen mild.

Es gibt allerdings Faktoren, die das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöhen können. Dazu zählen das Alter zum Zeitpunkt der Schwangerschaft (über 35 Jahre), Übergewicht und Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes. Bis Oktober 2020 waren in Deutschland 13,8 % der Frauen, die wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt wurden, schwanger.

Wie hoch ist das Risiko für mein Baby?

Bisher gibt es nur wenige Daten von Schwangeren, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Daher können wir noch nicht sagen, wie sich eine Corona-Infektion auf das ungeborene Baby auswirkt. Das Risiko, dass sich das Baby über die Muttermilch ansteckt, schätzen Expertinnen und Experten aber als gering ein.

Positiv auf das Coronavirus getestete Mütter sollten nicht von ihrem Baby getrennt werden. Die WHO betont ausdrücklich, wie wichtig Stillen und Körperkontakt für das Neugeborene sind, empfiehlt jedoch das Tragen einer Mund-Nasen-Maske und häufiges Händewaschen.

Wie kann ich meinem Kind beim Umgang mit der Krise helfen?

Das Leben mit dem Coronavirus ist schon für uns Erwachsene schwer. Und natürlich leiden auch die Kleinsten unter der ständigen Unsicherheit. Als Elternteil solltest du deinen Kindern zeigen, dass du immer für sie da bist. Beantworte ihre Fragen, ohne ihnen Angst zu machen. Hier findest du weitere Tipps für eine kindgerechte Kommunikation über Corona. Langeweile im Lockdown? Nutze die Familienzeit zu Hause, um Neues auszuprobieren. Und wenn doch mal dicke Luft im Kinderzimmer herrscht, findest du hier Expertentipps für ein friedliches Konfliktmanagement.

Was tun bei Covid-19-Verdacht?

Dein Kind hat Fieber, Husten oder Geruchs- und Geschmacksverlust? Diese Symptome könnten auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen – unser Coronavirus-Symptom-Check verrät dir mehr. Über die Kry App kannst du dir auch medizinischen Rat per Video-Sprechstunde holen – ohne Wartezimmer und Ansteckungsgefahr. Unsere erfahrenen Kinderärztinnen und -ärzte können sich die Beschwerden deines Kindes näher anschauen, dir eine qualifizierte medizinische Einschätzung und ärztlichen Rat geben. Bei schwerwiegenden Symptomen wie Atemnot oder hohem Fieber solltest du mit deinem Kind sofort zur Notaufnahme oder den Rettungsdienst rufen.

War deine Frage nicht dabei? Weitere ausführliche Infos zum Coronavirus findest du hier.

Sprich mit einem Kinderarzt

Kind krank? Kein Grund zur Panik: Unsere erfahrenen Kinderärzte sind per Video für dich und dein Kind da – ohne Wartezimmer und ohne lange Anfahrt.

Letzte Aktualisierung:

Andere Artikel