Arthrose: Informationen zum chronischen Gelenkverschleiß

Arthrose, im Volksmund auch Gelenkverschleiß genannt, ist eine degenerative, also verschleißbedingte Erkrankung. Sie verursacht oft Schmerzen, Empfindlichkeit und Versteifung in einem oder mehreren Gelenken. Mit einer frühzeitigen Arthrose-Behandlung lassen sich die Beschwerden häufig lindern.

Arthrose-Symptome treten schleichend auf. Die Beschwerden und ihre Intensität können von Mensch zu Mensch variieren und sich auch im Laufe der Zeit ändern. Arthrose ist eine Erkrankung, die sich tages- oder bewegungsabhängig stärker oder schwächer äußert. Häufig führt Arthrose zu steifen Gelenken. Dann kann es schwierig sein, morgens aus dem Bett zu kommen oder wieder aufzustehen, nachdem man sich hingesetzt hat.

Bei einer aktivierten Arthrose können die Gelenke auch rot und warm werden. An den äußersten Fingergelenken können kleine Knötchen entstehen, die sogenannten Heberden-Knötchen. Diese Knötchen sind nicht gefährlich, können aber Schmerzen verursachen und zu funktionellen Bewegungseinschränkungen führen. In fortgeschrittenem Stadium treten Arthrose-Symptome bzw. Schmerzen sogar in Ruhelage auf, beispielsweise nachts.

Die Ursachen einer Arthrose können vielfältig sein. Der Gelenkverschleiß kann auf die Abnutzung oder die Über- bzw. Fehlbelastung eines Gelenks zurückgehen. Auch Übergewicht und ein fortgeschrittenes Alter spielen eine Rolle. Hinzu kommen erbliche Risikofaktoren.

Im menschlichen Körper gibt es ungefähr 200 Knochen. In den Gelenken zwischen den Knochen befindet sich eine Schutz- und Dämmschicht – der sogenannte Gelenkknorpel. Bei Arthrose nutzt er sich schneller ab als gewöhnlich. Bei einer Entzündung des Gelenkknorpels sind gerötete und geschwollene Gelenke zu sehen, die auch im Ruhezustand schmerzen.

Um einen Gelenkverschleiß sicher zu diagnostizieren und die konkreten Ursachen einer Arthrose zu ermitteln, wird ein Arzt zunächst die betroffenen Stellen untersuchen. Zusätzlich erfolgt eine genaue Anamnese zu den Beschwerden. Eventuell wird auch die medizinische Familienanamnese miteinbezogen.

Wenn er es für notwendig erachtet, kann der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen, beispielsweise eine Röntgenaufnahme, einen Ultraschall oder eine Computertomografie. Denkbar ist auch die Punktion eines betroffenen Gelenks. Dabei wird ein wenig Gelenkflüssigkeit entnommen und anschließend im Labor analysiert.

Bei der Behandlung von Arthrose spielen präventive Maßnahmen eine entscheidende Rolle. Übergewichtige Menschen sollten versuchen, Gewicht zu verlieren. Eine langfristige Ernährungsumstellung ist hier ein gesunder Weg.

Regelmäßige Bewegung und Training sind ebenfalls wichtige Bestandteile einer zielführenden Arthrose-Behandlung. Damit können Patienten der Steifheit entgegenwirken und aktiv bleiben. Ein Arzt oder Physiotherapeut kann ein passendes Bewegungsprogramm zusammenstellen. Geeignet sind zumeist gelenkschonende Sportarten wie z. B. Schwimmen und Nordic Walking.

Es ist nicht möglich, Arthrose zu heilen. Die Beschwerden können jedoch gelindert werden. Die Behandlung einer Arthrose erfolgt in der Regel durch eine Kombination von umfassenden Informationen, Physiotherapie und Medikamenten.

Bevor eine Operation in Erwägung gezogen wird, sollte gezielt an den Ursachen einer Arthrose gearbeitet werden. Hier sind eine ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung und gegebenenfalls auch Hilfsmittel wie z. B. Schuheinlagen dienlich.

Bei einer Arthrose kann eine Video-Konsultation eine erste Orientierung bieten. Solltest du eine Arthrose vermuten, wende dich an deinen Arzt oder Physiotherapeuten. Es ist wichtig, dass eine Arthrose-Behandlung frühzeitig erfolgt. Daher solltest du nicht warten, wenn du bemerkst, dass sich deine Gelenke steif oder wund anfühlen.

Letzte Aktualisierung:
31. Juli 2019
Fachliche Prüfung:
Dr. med. Monika Gratzke, Fachärztin für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie