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Bist du bereit für das Leben nach Corona?

Bist du bereit für das Leben nach Corona?

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Letzte Aktualisierung:
Do., 10. Juni 2021
Der Lockdown geht, die Normalität kommt zurück. Aber nicht alle sind bereit für den Alltag nach Covid-19.

Der Lockdown wird gelockert und das soziale Leben kehrt zurück. Für die einen ist das ein Grund zum Feiern, andere kommen weniger gut damit zurecht. Wenn dir der Gedanke an einen post-pandemischen Alltag Sorgen oder Ängste bereitet, bist du nicht allein. Eine Kry Ärztin und ein Psychotherapeut geben Tipps, wie du mit der schnellen Rückkehr zur Normalität am besten umgehst.

Die Pandemie hat unser Leben stark beeinflusst. Bei vielen hat sie sich nachhaltig auf die psychische Gesundheit ausgewirkt.

In einer Studie der Deutschen Depressionshilfe gaben 59 % der Befragten an, den Lockdown als Belastung zu erleben. Bei den von Depressionen betroffenen waren es sogar 74 %. In einer Befragung unter 150 Ärztinnen und Therapeuten gaben 82 % an, häufiger Angstzustände bei ihren Patientinnen und Patienten festzustellen. 80 % diagnostizierten öfter als zuvor Depressionen.

Neuere europäische Forschungsarbeiten unterstreichen ebenfalls die enormen Auswirkungen der Corona-Krise auf die psychische Gesundheit. Die Angst vor dem Unbekannten, soziale Isolation, Ängste in Bezug auf die eigene Gesundheit und wirtschaftliche Unsicherheit stehen dabei im Vordergrund.

Während die Beschränkungen in ganz Europa gelockert werden, stehen wir vor der nächsten großen Herausforderung – wir müssen wieder zurück in unseren gewohnten Alltag. Kry Ärztin Dr. Rhianna McClymont und Kry Psychologe Dag Härdfeldt sprechen über mögliche Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit und geben Ratschläge für den Umgang mit Angststörungen nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung.

Posttraumatische Belastungsstörungen nach Covid-19

Neuere Forschungsergebnisse legen nahe, dass Covid-19 psychosomatische Folgen haben kann, die sich als Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) einordnen lassen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es jedoch noch nicht genügend Belege, um diese Post-Covid-Belastungsstörung als offizielle Diagnose anzuerkennen.

„Bei der Post-Covid-Belastungsstörung handelt es sich vermutlich um eine Form der Traumafolgestörung (PTBS), die sich aufgrund einer traumatischen Erfahrung mit Covid-19 entwickelt hat“, erklärt Dr. McClymont. „Typisch für dieses Syndrom sind wiederkehrende und quälende Erinnerungen (Flashbacks), Alpträume und das Wiedererleben der Empfindungen oder Erfahrungen des Traumas.”

„Am häufigsten scheint dies bei Menschen der Fall zu sein, die schwer an Covid-19 erkrankt waren – besonders solche, die auf der Intensivstation waren und um ihr Leben kämpfen mussten”, sagt Dr. McClymont. „PTBS-Symptome können auch bei Personen auftreten, die andere traumatische Erlebnisse in Zusammenhang mit Covid-19 hatten. Dazu zählt der Verlust eines geliebten Menschen. Auch Gesundheitspersonal, das an vorderster Front arbeitet und stressigen Situationen ausgesetzt ist, kann betroffen sein.“ Aber auch bei Menschen, die nicht an Covid-19 erkrankt sind, kann PTBS auftreten.

Welche Folgen kann eine überstandene Covid-19-Erkrankung für die Psyche haben?

„Nach einer überstandenen Corona-Erkrankung könnte ein verstärktes Gefühl der Hoffnungslosigkeit auftreten. Möglicherweise fällt es Betroffenen schwerer, positiv in die Zukunft zu blicken”, erläutert Psychologe Dag Härdfeldt.

Eine in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichte Studie ergab, dass schätzungsweise bei 1 von 3 Erkrankten in den 6 Monaten nach der Genesung auch neurologische Beschwerden auftreten. Betrachtet man nur die Zahl der Erkrankten mit schwerem Verlauf und Behandlung auf der Intensivstation, dann steigt diese Zahl sogar um 50%.

„Wir haben das Gefühl, dass wir weniger Einfluss haben, weil wir gegen einen unsichtbaren Feind kämpfen. Ein Kontrollverlust in Kombination mit einem hohen Maß an Ungewissheit kann für die Psyche extrem belastend sein“, erläutert Härdfeldt.

Für Betroffene, die unter Langzeitfolgen leiden, auch Long Covid oder Post-Covid-Syndrom genannt, kann das Risiko für Depressionen und Angststörungen noch größer sein. „Einer der Hauptauslöser für Depressionen ist, dass man den Bezug zu den Dingen verliert, die das Leben an sich wertvoll machen“, erklärt Härdfeldt. „Einschränkungen und anhaltende Beschwerden durch Long Covid könnten das Risiko für Depressionen erheblich erhöhen.”

Auch die Zunahme von Angststörungen und zwanghaftem Verhalten ist verständlich, erklärt Härdfeldt. „Covid-19 hat eine Atmosphäre geschaffen, in der wir dazu angehalten wurden, alles so weit wie möglich zu vermeiden und uns immer wieder die Hände zu waschen.“

Nach dem langen Lockdown der letzten Monate kann es sich für einige unangenehm anfühlen, sich plötzlich wieder unter größere Menschenmengen zu mischen.

Wie geht man mit der Angst vor dem Leben nach Corona um?

1. Ausreichend Schlaf und Zeit zur Entspannung

Selbstfürsorge und ein entschleunigter Lebensstil können dir helfen, mit allgemeinen Ängsten und Sorgen nach Corona fertig zu werden.

Dr. McClymont schlägt vor, vor allem auf die Schlafqualität zu achten und den Alkohol- und Koffeinkonsum einzugrenzen. „Meditation, Yoga und Achtsamkeitsübungen sind ebenfalls sehr gute Möglichkeiten, den Geist zu trainieren, um ruhiger zu werden und die Ängste zu reduzieren.“

Auch wenn diese kleinen Veränderungen vielleicht nicht die Ursachen deiner Ängste auslöschen: Sie können gute Werkzeuge sein, mit denen du deine Resilienz (Widerstandsfähigkeit) trainierst.

2. Eine Chance für positive Veränderungen

„Anstatt krampfhaft zu versuchen, wieder genauso zu leben wie vor der Pandemie, versuche dein Leben neu zu sortieren,“ erklärt Härdfeldt. Erlebnisse wie eine Pandemie zwingen uns, uns mit dem auseinanderzusetzen, was wirklich wichtig ist – unseren Grundwerten.

So könntest du zum Beispiel versuchen, auf eine ausgewogenere Work-Life-Balance zu achten. Nutze diese Zeit, um dir deiner wichtigsten Bedürfnisse und Werte wirklich bewusst zu werden und versuche, neue Möglichkeiten im Leben zu entdecken und Dinge zu verändern, an die du dich zuvor nicht gewagt hättest.

3. Setz dich nicht unter Druck

„Wenn du Probleme mit sozialen Ängsten hast, versuche, dir selbst gegenüber innerlich eine wohlwollende, liebevolle Haltung einzunehmen“, empfiehlt Härdfeldt. Nach einem Jahr sozialer Isolation ist es verständlich, dass du Angst hast, in ein Großraumbüro oder an belebte öffentliche Orte zurückzukehren, die du vor der Pandemie als normal empfunden hast. Mach dich nicht verrückt und geh es langsam an.

4. Beginne Schritt für Schritt wieder mit sozialen Treffen

Es kann leicht passieren, dass man in eine „Alles-oder-Nichts“-Mentalität verfällt, erläutert Härdfeldt. Wenn du dich noch nicht wohl dabei fühlst, dich mit Freunden in vollen Bars oder Restaurants zu treffen, könnte es verlockend sein, soziale Kontakte ganz zu vermeiden. Stattdessen empfiehlt er, über Alternativen nachzudenken, die sich überschaubarer anfühlen.

Wenn du dich an belebten Orten immer noch unwohl fühlst, warum vereinbarst du nicht kleinere, private Treffen? Du könntest anfangs nur den engen Familienkreis zum Abendessen einladen oder dich mit einer kleinen Gruppe von Freunden draußen im Biergarten treffen.

5. Hol dir bei Bedarf ärztliche Hilfe

„Wenn die Pandemie Spuren bei dir hinterlassen hat und du mit Ängsten zu kämpfen hast, nimm die verfügbaren Hilfsmittel und professionelle Hilfe in Anspruch“, sagt Härdfeldt.

„Bei leichteren Angstsymptomen können Selbsthilfe und Ressourcen wie Online-Kurse, Bücher oder Apps zur psychischen Gesundheit hilfreich sein, um die Symptome selbst zu bewältigen”, so Dr. McClymont.

Bei Depressionen und Angstzuständen solltest du Hilfe in Anspruch nehmen. Das gilt vor allem für Symptome, die deinen Alltag beeinträchtigen. Sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt darüber. Sie oder er wird dich über die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten aufklären. Diese können zum Beispiel eine Verhaltenstherapie beinhalten oder die Empfehlung von Medikamenten, um Ängste kurzfristig in den Griff zu bekommen.

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