Sonnenallergie

Im Frühjahr freuen sich die meisten Menschen über die ersten längeren Sonnenstunden. Eine Polymorphe Lichtdermatose, im Volksmund oft Sonnenallergie genannt, bereitet jedoch genau in diesen Zeiten dem ein oder anderen Beschwerden. Die juckenden, roten Stellen machen es schwer, die Zeit in der Sonne zu genießen. Bei KRY kannst du Hilfe bekommen.

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen einen meist körperfremden Stoff. Da das Immunsystem nicht direkt auf UV-Strahlen reagiert, gibt es genau genommen keine echte “Sonnenallergie”.

Hauterkrankungen, die durch Licht ausgelöst werden, nennt man daher Lichtdermatosen oder auch Photodermatosen. Sie werden in 4 verschiedene Gruppen eingeteilt:

  1. Immun-ausgelöste Lichtdermatosen
  2. Durch Chemikalien und/oder Medikamente ausgelöste Lichtsensitivität
  3. Hauterkrankungen, die durch Licht verschlechtert werden
  4. Genetische Erkrankungen

Wenn von einer Sonnenallergie gesprochen wird, meinen die meisten Menschen die sogenannte Polymorphe Lichtdermatose, die zur ersten Gruppe gehört. Da sie in Mitteleuropa, Skandinavien und den USA die häufigste, durch Licht ausgelöste Hauterkrankung ist, beschäftigt sich dieser Artikel vor allem mit ihr.

Die Polymorphe Lichtdermatose ist eine altersunabhängige Erkrankung. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Sie tritt vorwiegend im Frühjahr (März bis Juni) auf, wenn die ersten Sonnenstrahlen rauskommen, kann aber auch während eines Ski- oder Strandurlaubes Beschwerden verursachen. Viele Betroffene zeigen eine Art “Gewöhnungseffekt” an UV-Strahlen, weshalb die Symptome oft während des Sommers abklingen, obwohl hier die Sonneneinwirkung am höchsten ist.

Die Symptome einer Polymorphen Lichtdermatose treten meist wenige Stunden bis einige Tage nach der Sonnenexposition auf. Sie können sich von Mensch zu Mensch sehr unterscheiden - daher der Name Polymorph. Dieser Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt “Vielgestaltigkeit”. Die Hautbeschwerden können zum Beispiel kleine oder größere Pusteln, Rötungen, Quaddeln oder Erhebungen beinhalten. Eine Gemeinsamkeit haben sie jedoch: Sie jucken.

Da die Hauterscheinungen durch Licht ausgelöst werden, findest du sie an sonnenexponierten Bereichen deines Körpers. Das seitliche Gesicht, die Oberarme, der Halsausschnitt und die Handrücken sind einige der Stellen, die die meiste Sonne abbekommen. Wenn du die Sonne vermeidest, bilden sich die juckenden Stellen meist von selbst zurück.

Die genauen Ursachen einer Polymorphen Lichtdermatose sind noch ungeklärt, es wird jedoch zur Zeit davon ausgegangen, dass das Immunsystem körpereigene Bestandteile angreift, die durch Licht verändert worden sind.

Einige Stoffe können in Kombination mit Licht Hautbeschwerden verursachen. Wenn UV-Licht mit diesen Substanzen interagiert, ist es einerseits möglich, dass diese direkt entzündliche Hautreaktionen im belichteten Bereich verursachen, andererseits können sie eine klassische Allergie auslösen. Die direkte entzündliche Reaktion ist viel häufiger als eine allergische. Sie ähnelt einem Sonnenbrand und ist oft scharf auf den Bereich begrenzt, auf den die Substanz eingewirkt hat. Ein häufiges Beispiel ist die Wiesengräserdermatitis, die streifenartige, scharf begrenzte Rötungen dort verursacht, wo Gräser am Körper entlang gestreift sind. Auch einige Medikamente können Lichtdermatosen auslösen.

Die Diagnose einer Polymorphen Lichtdermatose kann oft direkt aus den Hauterscheinungen und der Anamnese erfolgen. Zusätzlich können verschiedene Tests den Bereich der Strahlung finden, der die meisten Beschwerden verursacht. Abhängig davon können zum Beispiel verschiedene Sonnenschutzmittel eingesetzt werden, die besonders vor diesen Wellenlängen schützen.

Eine seltene Lichtdermatose mit potentiell schwerwiegenden Folgen ist die Urticaria solaris - eine durch Sonnenstrahlen ausgelöste Nesselsucht. Schon wenige Minuten nach der Sonnenexposition erscheinen hier juckende Quaddeln auf den exponierten Körperteilen. Bei einem Sonnenbad, bei dem der ganze Körper Sonnenstrahlen ausgesetzt ist, können dadurch schwere Kreislaufbeschwerden auftreten, weshalb du direkt einen Arzt aufsuchen solltest, wenn du den Verdacht hast, an dieser Erkrankung zu leiden.

Die Hauterscheinungen einer Polymorphen Lichtdermatose verschwinden, wenn du Sonne vermeidest. Indem du eine gute Sonnencreme mit Breitbandfilter verwendest und geeignete Lichtschutzmaßnahmen triffst, kannst du den Symptomen vorbeugen. Zusätzlich kannst du langärmelige Kleidung tragen und starke Sonneneinstrahlung, wie zum Beispiel Mittagssonne, vermeiden.

Der Hauptbestandteil der Behandlung ist das Vermeiden übermäßiger Sonnenstrahlen. Es gibt auch Möglichkeiten, die Stärke der Beschwerden zu lindern, wenn sich die Rötungen bereits entwickelt haben. Hierzu kann dein Arzt dir zum Beispiel Cremes verschreiben, die du auf die betroffenen Stellen auftragen kannst, um den Juckreiz zu lindern und die Abheilung zu beschleunigen. Andere Therapien, wie zum Beispiel eine Lichtgewöhnung, sollten nur unter fachärztlicher Aufsicht stattfinden. Du kannst dich dazu von deinem behandelnden Arzt beraten lassen.

Leidest du unter stark juckenden Hauterscheinungen, die dir über längere Zeit hinweg Beschwerden bereiten, kann es sein, dass du unter einer chronischen Sonnenempfindlichkeit, einer chronischen aktinischen Dermatitis leidest. Das sind verschiedene Krankheitsbilder, die sich alle ähneln und deswegen zusammengefasst werden. Im Gegensatz zur Polymorphen Lichtdermatose finden sich hier meist verdickte, juckende Rötungen, die nicht nur auf sonnenexponierte Körperteile begrenzt sind, sondern auch auf andere, zwar bekleidete, aber unzureichend geschützte Bereiche, streuen können. Diese Erkrankungen sind relativ selten.

Kinder können auch unter einer Polymorphen Lichtdermatose leiden. Es gibt jedoch einige seltene angeborene Formen von Lichtdermatosen, die bereits im Kindesalter auftreten. Wenn du vermutest, dass dein Kind an einer Lichtdermatose leidet, solltest du deswegen einen Kinderarzt aufsuchen.

Bei KRY kannst du direkt mit einem Arzt über deine Beschwerden reden. In diesem Gespräch kann er dich beraten, und du kannst ihm direkt Fotos deiner Hauterscheinungen schicken, um die Diagnosestellung zu ermöglichen. Er kann dir Medikamente verschreiben, um deine Beschwerden zu lindern, oder, wenn nötig, eine Überweisung an einen Spezialisten ausstellen.

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Letzte Aktualisierung:
28. Mai 2020