Sommergrippe

Eine Sommergrippe bezeichnet einen grippalen Infekt, der während der Sommermonate auftritt. Die Erkrankung äußert sich mit Husten, Schnupfen und anderen Erkältungssymptomen. In der Regel dauert sie nur wenige Tage und heilt von alleine aus. Den Patienten wird empfohlen, sich zu schonen und viel zu trinken. Zur unterstützenden Behandlung eignen sich Hausmittel sowie Schmerzmittel und Lutschtabletten, die frei in der Apotheke erhältlich sind. Eine ärztliche Behandlung ist in der Regel nicht erforderlich.

Normalerweise tritt eine Erkältung (grippaler Infekt) eher in den Wintermonaten auf. Doch auch im Sommer kann es zu den Erkältungssymptomen kommen, in dem Fall spricht man häufig umgangssprachlich von einer Sommergrippe.
Davon abzugrenzen ist die echte Grippe, welche durch Influenzaviren ausgelöst wird. Sie geht häufig mit abrupt auftretendem hohen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie einem starkem Krankheitsgefühl einher. Die Influenza tritt besonders in den Wintermonaten auf. Für gefährdete Menschen sowie Menschen über 60 steht eine Impfung zur Verfügung, die jedes Jahr wiederholt werden muss.

Eine Sommergrippe wird durch verschiedene Enteroviren ausgelöst. Die Viren lösen eine Entzündungsreaktion der Schleimhäute aus und führen so zu einer zugeschwollenen Nase und einer heiseren Stimme. Die Übertragung der Krankheitserreger kann als Schmier- oder als Tröpfcheninfektion geschehen.

  • Bei einer Schmierinfektion kommt es zur Übertragung der aus dem Darm ausgeschiedenen Viren durch Berührung von Händen oder gemeinsam genutzten Oberflächen. Sobald die Hände anschließend in den Mund genommen werden, kann es zu einer Ansteckung kommen.
  • Eine Tröpfcheninfektion liegt vor, wenn winzige virushaltige Luftpartikel vom Gegenüber eingeatmet werden. Insbesondere beim Husten oder Niesen besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr.

In den Sommermonaten kann es durch verschiedene Risikofaktoren zu einer Sommergrippe kommen. Kalt eingestellte Klimaanlagen in Kombination mit verschwitzten Kleidungsstücken führen oftmals zur Unterkühlung und so zur Schwächung des Immunsystems. Auch führt die trockene Klimaanlagenluft zu einer Austrocknung der Schleimhäute des Nasenrachentrakts. Die natürliche Schutzbarriere wird gestört und Krankheitserreger können leichter aufgenommen werden.

  • Husten
  • Schnupfen
  • Heiserkeit mit Kratzen im Hals
  • Halsschmerzen
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Leichtes Fieber
  • Schüttelfrost
  • Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen

Um die richtige Diagnose zu stellen, wird der Arzt dir einige Fragen zu deinen Beschwerden stellen. Meistens lässt sich bereits durch Schilderung der Symptome die Diagnose Sommergrippe stellen. Daran anschließen kann sich eine körperliche Untersuchung, bei der die oberen Atemwege untersucht werden. Sollte der Arzt eine andere Erkrankung vermuten, kann gegebenenfalls eine Blutuntersuchung sowie eine Röntgenuntersuchung indiziert sein.

Eine Sommergrippe ist zumeist von kurzer Dauer. Sie dauert in der Regel wenige Tage bis die Symptome wieder zurückgehen.

Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, solltest du folgende Ratschläge beachten:

  • Versuche dich vor kalter Zugluft zu schützen.
  • Sorge für eine moderate Einstellung der Klimaanlage. Meide zu stark klimatisierte Räume.
  • Bei starken Temperaturunterschieden (beispielsweise bei Zugfahrten) lohnt es sich, eine Jacke oder einen leichten Schal anzuziehen.
  • Wechsle deine nasse Badekleidung nach dem Sprung ins kalte Wasser.
  • Halte dich nicht zu lange in der Sonne auf. Zu lange Sonnenbäder schädigen der Haut und schwächen außerdem das Immunsystem.
  • Achte darauf, genügend zu trinken. An heißen Tagen kann die Trinkmenge deutlich ansteigen und über der empfohlenen Trinkmenge von 2 Litern liegen. Dabei sollten eisgekühlte Getränke vermieden werden.
  • Stärke dein immunsystem mit regelmäßiger körperlicher Aktivität, ausreichend Schlaf sowie einer ausgewogenen und gesunden Ernährung.
  • Vermeide das Zigarettenrauchen sowie den Konsum von Alkohol.
  • Wasch dir regelmäßig die Hände: nach dem Toilettengang, vor der Zubereitung von Speisen sowie nachdem du nachhause kommst.
  • Halte dich von erkrankten Menschen fern.

In der Regel muss die Sommergrippe in Ruhe auskuriert werden. Die Behandlung richtet sich auf die Linderung der Symptome.

  • Ruhe dich aus und lasse dich gegebenenfalls krank schreiben.
  • Trinke ausreichend Flüssigkeit. Warme Salbeitees wirken schleimlösend und entzündungshemmend.
  • Bei Halsschmerzen helfen betäubende oder entzündungshemmende Lutschtabletten.
  • Schmerztabletten (Ibuprofen, Aspirin, Paracetamol) können bei starken Schmerzen Abhilfe schaffen.
  • Eine Inhalation mit Kochsalzlösung befreit die Nase von Schleim und belüften die Nasennebenhöhlen. Eine Anleitung zur Durchführung eines Inhalationsbads findet sich unter dem Artikel Bronchitis.
  • Abschwellende Nasensprays oder abschwellende Tropfen sollten nur über einen kurzen Zeitraum eingesetzt werden. Alternativ stehen Meersalznasensprays zur Verfügung.
  • Gurgellösungen helfen, den Mundraum zu desinfizieren.
  • Als Hausmittel können die pflanzlichen Medikamente Sinupret (Zusammensetzung aus Enzianwurzel, Schlüsselblumenblüten, Ampferkraut, Holunderblüten und Eisenkraut) sowie Präparate aus Eukalyptusextrakten angewendet werden.

In den meisten Fällen ist eine Sommergrippe harmlos und muss nicht durch einen Arzt behandelt werden. Dennoch solltest du bei Auftreten folgender Beschwerden einen Arzt kontaktieren:

  • Dir geht es merklich schlecht und du entwickelst hohes Fieber.
  • Du bemerkst einen trockenen Husten, der über längere Zeit besteht.
  • Du hast Schwierigkeiten Luft zu kriegen und leidest unter Atemnot.
  • Die Symptome sind nach drei Tagen nicht rückläufig.
  • Du leidest an Schwindel, Übelkeit, Erbrechen sowie Kopfschmerzen nach einem langen Sonnenbad. Hierbei könnte es sich um einen Sonnenstich handeln.

Mithilfe der KRY App kannst du einen Arzt kontaktieren und mit ihm ausführlich über deine Beschwerden sprechen. Er kann dir helfen, deine Symptome einzuordnen und die richtige Diagnose zu stellen. Außerdem kann er dir Medikamente verschreiben, die bei der Behandlung der Erkältung im Sommer helfen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass er dir eine Arbeitsunfähigkeitbescheinigung ausstellt. Bei schwerer Sommergrippe oder anderen Aspekten kann er dich an einen geeigneten Spezialisten überweisen.

  1. Dr. Claudia Bruhn, Deutsche Apothekerzeitung: “Beratung Urlaubsfieber” https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-20-2017/urlaubsfieber, last access 26.05.20

  2. Ludger Klimek, Pharmazeutische Zeitung (22.09.15): “Obere Atemwegsinfekte Leitlinien zur Behandlung 2.0” https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-392015/leitlinien-zur-behandlung-20/, last access 26.05.20

  3. DEGAM: “Rhinosinusitis, S2k- Leitlinie Kurzfassung” https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-049_und_053-012k_S2k_Rhinosinusitis_2017-12.pdf, last access 26.05.20.

Letzte Aktualisierung:
13. Aug. 2020