Schnupfen

Eine laufende Nase tritt häufig im Rahmen einer Erkältung auf. Besonders in den kalten Wintermonaten häufen sich die grippalen Infekte. Schnupfen kann jedoch auch durch andere Auslöser verursacht werden. So kommt es beispielsweise im Rahmen einer Allergie zu Schnupfen und geröteten Augen. Um die Symptome zu behandeln und Komplikationen vorzubeugen, stehen einige Medikamente gegen Schnupfen zur Verfügung. Außerdem eignen sich manch altbekannte Hausmittel bei der Behandlung der Beschwerden.

Schnupfen wird von Fachleuten als Rhinitis bezeichnet und beschreibt eine Entzündung der Nasenschleimhäute.

Zu Beginn der Erkrankung kommt es häufig zu Brennen im Nasen- und Rachenraum und zu häufigem Niesen. Die entzündeten Nasenschleimhäute sondern ein klares bis gelbliches Sekret ab. Im Volksmund spricht man hierbei von einer laufenden und verstopften Nase. Zusätzlich können Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und andere Erkältungssymptome auftreten.

  • Gewöhnlicher Schnupfen (Akute Rhinitis): In den meisten Fällen tritt Schnupfen im Zuge einer Erkältung auf. Zusätzlich können hierbei Husten, Kopfschmerzen und Fieber auftreten. Auslöser der Erkältungssymptome sind in der Regel Viren wie beispielsweise Rhinoviren. Die Übertragung der Viren geschieht als sogenannte Tröpfcheninfektion. Beim Husten oder Niesen verteilen sich winzige virushaltige Partikel (Aerosole) in der Luft und können durch den Gesprächspartner eingeatmet werden. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis sieben Tagen kommt es zu den typischen Symptomen.
  • Allergische Rhinosinusitis: Eine Allergie bezeichnet eine überschießende Reaktion des Körpers auf sogenannte Allergene. Bei einer Pollenallergie reagiert das Immunsystem beispielsweise auf den Pollenstaub von Gräsern, Bäumen und Sträuchern. Der allergische Schnupfen kann über mehrere Wochen anhalten. Patienten mit Allergien neigen außerdem dazu, Asthma zu entwickeln. Weitere Infos hierzu findest du unter dem Artikel Allergien.
  • Hormonelle Veränderungen: Während der Schwangerschaft sowie während der Wechseljahre kann es zu einer Rhinitis kommen. Es wird vermutet, dass das weibliche Östrogen die Beschwerden auslöst. In der Regel gehen die Symptome nach Beendigung der Schwangerschaft vollständig zurück.
  • Medikamente: Es sind eine Reihe von Medikamenten bekannt, die zu Schnupfen führen können. Hierzu zählen unter anderem Blutdruckmedikamente, Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol sowie die Pille.
  • Anatomische Veränderungen: Nasenpolypen sowie Polypen im Rachenraum können zu chronischem Schnupfen führen. Ebenso behindert eine vergrößerte Rachenmandel die Nasenatmung.
  • Fließschnupfen (Rhinitis vasomotorica): Ausgelöst durch verschiedene Reize wie Kälte, Rauch, Staub sowie Stress kommt es zu einer Überempfindlichkeitsreaktion der Nasenschleimhaut. Es tritt ein durchsichtiger, dünnflüssiger Schnupfen auf, der meist nach einigen Stunden wieder aufhört.
  • Fremdkörper in der Nase: Besonders bei Kindern kann in seltenen Fällen ein versehentlich eingebrachter Fremdkörper Auslöser des Schnupfens sein.

Der Arzt wird dir einige Fragen zu deinen Beschwerden stellen. Wie lange besteht der Schnupfen? Wie häufig leidest du an Erkältungen pro Jahr? Hast du Allergien?
In manchen Fällen kann sich eine körperliche Untersuchung anschließen. Gegebenenfalls wird ein Abstrich genommen, um Rückschlüsse auf die auslösenden Viren oder Bakterien ziehen zu können. Falls eine Allergie hinter den Symptomen stecken könnte, empfiehlt sich die Durchführung eines Prick-Tests. Hierbei werden winzige Mengen möglicher Allergene unter die Haut gebracht und eine Hautreaktion abgewartet.

Der erkältungsbedingte Schnupfen dauert in der Regel circa eine Woche. Sollten die Beschwerden deutlich länger bestehen, könnte sich eine Nebenhöhlenentzündung ausgebildet haben.

In manchen Fällen kommt es in der Folge zu einer Entzündung der Nasennebenhöhlen (Rhinosinusitis) oder zur Mittelohrentzündung (Otitis media). Auch können sich die Viren über den Hals in die Bronchien ausbreiten und zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) führen.

Im Schnitt erkranken Erwachsene viermal pro Jahr an einem gewöhnlichen Schnupfen. Gänzlich verhindern lässt sich die Infektion meistens nicht. Du kannst dennoch versuchen, dein Immunsystem zu stärken und dadurch das Ansteckungsrisiko senken:

  • Ernähre dich gesund und ausgewogen.
  • Wasche dir regelmäßig die Hände.
  • Achte darauf, genug zu schlafen. Jeder Mensch braucht unterschiedlich viel Schlaf. In der Regel sind jedoch acht Stunden ausreichend, um erholt in den Tag zu starten.
  • Stress ist ein schlechter Einfluss auf das Immunsystem. Entspannungstechniken wie die “Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen” können helfen, Stress zu vermeiden.
  • Sport und regelmäßige Bewegung stärkt nicht nur dein Immunsystem, sondern senkt aus das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.
  • Versuche deinen Alkoholkonsum zu reduzieren.
  • Höre auf zu rauchen. Rauchen erhöht das Risiko, an Atemwegsinfekten zu erkranken. Raucher erkranken in etwa doppelt so häufig an Erkältungen als Nichtraucher.
  • Saunagänge sowie Wechselduschen stärken die körpereigene Infektabwehr.
  • Meersalz Nasensprays und Nasenspülungen mit Kochsalzlösung sind weniger schädlich als die Nasensprays mit abschwellenden Inhaltsstoffen.
  • Es stehen einige pflanzliche Mittel gegen Schnupfen zur Verfügung, bei denen eine gute Wirksamkeit bekannt ist: unter anderem erwiesen sich Sinupret (Schlüsselblume, Gelber Enzian, Schwarzer Holunder, Ampfer, Eisenkraut) und Präparate aus Eukalyptus-Extrakten als hilfreich in der Therapie. Darüber hinaus wurden bei der Anwendung von Efeu-Extrakten eine positive WIrkung auf den Schnupfen beobachtet.
  • Die Einnahme von Zinktabletten kann außerdem die Erkältungssymptome lindern.
  • Inhalation heißer Dämpfe: Eine Inhalation kann helfen, durchzuatmen und tief sitzendes Sekret zu lösen. Eine genaue Anleitung findet sich unter dem Artikel Bronchitis.

In der Regel heilt der Schnupfen von alleine aus. Es gibt jedoch einige Symptome, die der professionellen Behandlung bedürfen. Bei folgenden Beschwerden solltest du dich unmittelbar in ärztliche Behandlung begeben:

  • Fieber und ein stark reduzierter Allgemeinzustand
  • Neu aufgetretene Augenrötung
  • Starke Kopfschmerzen
  • Chronischer Schnupfen über zwei Wochen hinaus sowie immer wiederkehrender Schnupfen in kurzen zeitlichen Abständen.

Da bei Kindern das Immunsystem noch nicht ganz ausgereift ist, leiden sie vermehrt an grippalen Infekten. Auch hier bestimmen Husten, Schnupfen sowie Abgeschlagenheit das Krankheitsbild. Bei der Therapie sollte auf körperliche Schonung und eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden. Bei starken Beschwerden können Inhalationen (z.B. durch Vernebler), Schmerzmittel sowie Nasensprays wohltuend wirken.

Wenn das Kind spielt, Appetit hat und sich auch sonst unauffällig zeigt, kann man von einer Fiebersenkung zunächst einmal absehen. Fieber sollte bei Kindern erst bei hohem Leidensdruck oder sehr hohen Temperaturen ab 40°C mit Paracetamol oder Ibuprofen gesenkt werden. Wenn dein Kind allerdings nicht mehr ausreichend trinkt oder sich beispielsweise wesensverändert zeigt, solltest Du dringend zu einem Arzt fahren.

Vorsicht: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen aufgrund des Risikos eines Reye-Syndroms keine Arzneimittel mit Aspirin ohne ärztliche Empfehlung einnehmen. Das Reye Syndrom ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die vor allem Gehirn und Leber betrifft und zu Verwirrtheitszuständen und Krampfanfällen bis hin zum Koma führen kann.

Mithilfe der KRY App kannst du einen Arzt kontaktieren und mit ihm ausführlich über deine Beschwerden sprechen. Er kann dir helfen, deine Symptome einzuordnen und die richtige Diagnose zu stellen. Außerdem kann er dir Medikamente verschreiben, die bei der Behandlung des Schnupfens helfen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass er dir eine Arbeitsunfähigkeitbescheinigung ausstellt. Bei schwerer Erkrankung oder anderen Aspekten kann er dich an einen geeigneten Spezialisten überweisen.

  • Was ist Schnupfen? HNO-Ärzte im netz https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schnupfen/was-ist-schnupfen.html
  • Sinusitis und Rhinitis - Österreichische Ärtzezeitung http://www.aerztezeitung.at/fileadmin/PDF/2018_Verlinkungen/State_SinusitisRhinitis.pdf
  • Ärztezeitung - Gut gewappnet gegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Gut-gewappnet-gegen-Husten-Schnupfen-Heiserkeit-299463.html
Letzte Aktualisierung:
8. Mai 2020