Scharlach

Scharlach ist eine Reaktion des Körpers auf bakterielle Toxine (Schadstoffe), die oft mit Fieber, Halsschmerzen und charakteristischem Ausschlag einhergeht. Häufig kommt Scharlach bei Kindern im Alter von 5-15 Jahren vor. Unbehandelt kann die Erkrankung mehrere Wochen andauern. Bei einer rechtzeitigen antibiotischen Therapie bessern sich die Beschwerden innerhalb von wenigen Tagen.

Folgende Symptome können unter anderem beim Scharlach auftreten:

  1. Ausschlag
  2. Fieber
  3. Mandelentzündung
  4. Halsschmerzen
  5. Gerötete Zunge (wird meist als “Himbeerzunge ” bezeichnet)
  6. Geschwollene Lymphknoten im Halsbereich (manchmal in Verbindung mit Schmerzen)
  7. Erbrechen
  8. Kopfschmerzen

Der Ausschlag besteht meist aus kleinen, geröteten, sandpapierartigen Pusteln. Er beginnt typischerweise im Oberkörper- und Leistenbereich und breitet sich unter Aussparung der Handinnenflächen, Fußsohlen sowie des Mund- und Nasen-Dreiecks über die restlichen Körperpartien aus. Im Verlauf kommt es zur Abschuppung der Haut, insbesondere der Hände und Füße.

Scharlach geht meist aus einer bakteriellen Infektion (meist in Form einer Mandelentzündung) hervor. Die Bakterien produzieren Toxine (Schadstoffe), die zu einer Immunreaktion des Körpers führen und die Scharlach-Symptome auslösen.

24 Stunden nach einer rechtzeitigen antibiotischen Behandlung ist Scharlach in der Regel nicht mehr ansteckend. Unbehandelt kann das Ansteckungsrisiko bei Scharlach bis zu 3 Wochen andauern.

Scharlach kann Personen jeden Alters betreffen. In der Regel sind jedoch Kinder im Schulalter anfälliger für Scharlach als Erwachsene.

Scharlach präsentiert sich meist in einem fieberhaften typischen Hautausschlag. Geschwollene Lymphknoten im Halsbereich, Rachenentzündung und fehlender Husten können den Verdacht auf Scharlach verstärken. In manchen Fällen empfiehlt es sich einen Rachenabstrich zu entnehmen, um Toxin-produzierende Bakterien nachzuweisen.

Wenn bei Dir oder Deinem Kind Fieber, Halsschmerzen oder Ausschlag besteht, solltest Du einen Arzt kontaktieren.

Eine frühzeitige Antibiotikatherapie sollte erfolgen, um die Beschwerden zu lindern und die Ansteckungsgefahr zu senken. Außerdem schützt die Antibiotikagabe vor weiteren Komplikationen wie z. B. Mittelohrentzündung, Sepsis oder rheumatisches Fieber, die durch Scharlach bedingt sein können.

Bakterien können verschiedene Typen von Toxinen produzieren, die Scharlach auslösen können. Da die Bakterien bei Scharlach drei verschiedene Toxine produzieren können, kann man auch nur dreimal Scharlach bekommen. Eine Impfung existiert nicht, da die Bakterien so unterschiedlich sind, und es daher technisch nicht möglich ist. Deshalb existiert bisher keine wirksame Impfung. Das erklärt auch, warum eine Zweiterkrankung mit Scharlach möglich ist.

Falls Du Anzeichen von Scharlach bei Dir oder bei Deinem Kind feststellst, kannst Du ein Foto des Ausschlags in unsere KRY-App hochladen und Deine Beschwerden mit einem Arzt besprechen. Der Arzt kann Dir einen Therapieplan vorschlagen und bei weiteren Fragen bezüglich Ansteckungsrisiko und präventiver Maßnahmen helfen. Wenn es notwendig ist, kann der Arzt ein Rezept, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder eine Überweisung zu einem anderen Facharzt zur genaueren körpelichen Untersuchung ausstellen.

1- Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln – Tonsillitis
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-024l_S2k_Tonsillitis_Gaumenmandeln_2015-08-verlaengert.pdf

2- Herold, Innere Medizin 2019, Scharlach.

3- Robert W. Bauman, Microbiology with Diseases by Body System, 4th Edition, Bacterial Diseases of the Upper Respiratory System, Sinuses, and Ears, Streptococcal Respiratory Diseases.

4- Robert-Koch-Institut, Streptococcus pyogenes-Infektionen
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Streptococcus_pyogenes.html#doc2374548bodyText10

5- Centers for Disease Control and Prevention, Scarlet Fever: All You Need to Know.
https://www.cdc.gov/groupastrep/diseases-public/scarlet-fever.html?CDC_AA_refVal=https%3A%2F%2Fwww.cdc.gov%2Ffeatures%2Fscarletfever%2Findex.html

Letzte Aktualisierung:
5. Feb. 2020