Salmonellen

Die Salmonellen-Erkrankungen (Salmonellen-Enteritis, Salmonellose) ist eine weltweit verbreitete Lebensmittelvergiftung, die hauptsächlich durch den Erreger Salmonella enteritidis ausgelöst wird. Einige Stunden nach der Aufnahme des kontaminierten Essens beginnt sie mit plötzlichem Brechdurchfall, der einige Tage anhalten kann. Das Ausscheiden des Erregers wird durch die Einnahme von Antibiotika stark verlängert, deshalb sollten sie nur in Ausnahmefällen eingenommen werden.

Was sind Salmonellen?

Salmonellen sind bewegliche, stäbchenförmige Bakterien. Es sind über 2500 Unterarten bekannt, die zwei große Erkrankungsgruppen auslösen können. Typhus und Paratyphus werden durch die typhoidalen Salmonellen ausgelöst. Hierzu gehören zum Beispiel S. Typhi und S. Paratyphi A, B und C. Die Krankheitsverläufe können mit hohem Fieber einhergehen und zum Tode führen. Nicht typhoidale Salmonellen lösen vor allem Magen-Darm-Entzündungen aus, die auch als Salmonellose bezeichnet werden. Dieser Artikel wird sich auf die Salmonellose konzentrieren.

Das Hauptreservoir für Salmonellen sind Tiere. Sie erkranken selber selten an einer Salmonellose, doch können sie die Erreger an den Menschen weitergeben. Am häufigsten sind Kinder unter 10 Jahren von einer Salmonellose betroffen. Häufig tritt ein Erkrankungsgipfel im Sommer auf, Todesfälle aufgrund einer Salmonellose sind aber sehr selten.

Infektionsweg der Salmonellen

Die Salmonellose ist eine klassische Lebensmittelinfektion, das bedeutet, dass du den Erreger meist über kontaminierte Lebensmittel zu dir nimmst. In Deutschland infizieren sich die meisten Leute über:

  • nicht ausreichend erhitzte Eier
  • nicht ausreichend erhitzte eierhaltige Speisen oder Zubereitungen
  • rohes Fleisch
  • nicht ausreichend erhitzte Fleischerzeugnisse (Hackfleisch, Rohwurstsorten, frische Mettwurst, Muscheln)

Seit eine bundesweite Impfung gegen Salmonellen bei Zuchtgeflügel, Legehennen, Masthähnchen und Puten eingeführt wurde, gab es eine deutliche Reduktion der Salmonellosefälle in Deutschland.

Zusätzlich kannst du dich über eine Kreuzkontamination mit Salmonellen infizieren. Hier werden primär nicht mit Salmonellen kontaminierte Lebensmittel durch Berührung infizierter Menschen oder Kontakt mit kontaminierten Oberflächen/Lebensmitteln ihrerseits mit Salmonellen infiziert. Du kannst dich aber auch direkt bei Kontakt mit kontaminierten Tieren anstecken. Vor allem Reptilien, die als Haustiere gehalten werden, können Menschen mit Salmonellen anstecken, es sind aber auch seltene Fälle bekannt, in denen sich Menschen in einem Streichelzoo infiziert haben. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und tritt vor allem unter hygienisch mangelhaften Bedingungen, im Rahmen von Krankenhausaufenthalten oder bei besonders immungeschwächten Menschen auf.

Die Inkubationszeit beträgt 5-72 Stunden, liegt jedoch meistens im Bereich von 12-36 Stunden. Ein Erwachsener mit einer Salmonellen-Enteritis scheidet meist einen Monat lang noch Erreger aus, in seltenen Fällen kann die Erregerausscheidung auch bis zu sechs Monate andauern.

Symptome einer Salmonellose

Eine Salmonellose zeigt sich als eine akute Darmentzündung. Typische Symptome sind:

Die Beschwerden halten über mehrere Tage hinweg an und können von leichtem Fieber begleitet werden. In den allermeisten Fällen ist die Salmonellose eine selbstlimitierende Erkrankung, bei der sich das Fieber nach 2-3 Tagen wieder normalisiert und der Durchfall nach 4 bis 10 Tagen von alleine aufhört.

Die häufigste Komplikation einer Salmonellose ist eine Dehydrierung. Sie tritt vor allem bei Kleinkindern und älteren Menschen auf. Auch wenn eine Blutvergiftung durch Salmonellen möglich ist, ist dieser schwerwiegende Verlauf mit hohem Fieber selten. Des Weiteren können sich die Erreger in jedem Organ absiedeln und zu lokalen Infektionen führen.

Diagnosestellung

In den meisten Fällen ist eine Lebensmittelvergiftung kein Grund, zum Arzt zu gehen. Wenn die Beschwerden jedoch sehr stark ausgeprägt sind, kann der/die Arzt/in versuchen, den Erreger aus dem Stuhl, Erbrochenem oder von den kontaminierten Lebensmitteln zu isolieren und nachzuweisen. Dies sollte vor allem geschehen wenn:

  • der Durchfall länger als 3 Tage andauert
  • sichtbares Blut im Stuhl beigemengt ist
  • ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist

Bei einem Verdacht auf eine Blutvergiftung kann eine Anzucht der Bakterien aus dem Blut nötig sein.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Da eine Antibiotikatherapie bei einer Salmonellose zu einer verlängerten Ausscheidung der Erreger führt, sollte sie nur bei dem erhöhten Risiko eines schwerwiegenden Verlaufs oder bei nicht auszuschließenden Komplikationen angewendet werden. In diesen Fällen solltest du zum Arzt gehen, um die Schwere der Erkrankung einschätzen zu lassen und dir eventuell die entsprechenden Antibiotika verschreiben zu lassen.

Bei Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung brauchen folgende Gruppen ärztliche Hilfe:

  • Ältere Menschen
  • Kinder unter 1 Jahr
  • Kleinkinder
  • Menschen mit einer Abwehrschwäche
  • Menschen mit bekannten Herzfehlern

Was kann ich selbst gegen eine Salmonelleninfektion tun?

Salmonellen vermehren sich bei 10-47°C, teilweise bereits bei 6-8°C. Sie sind in der Umwelt und auf Lebensmitteln bis zu mehreren Monaten überlebensfähig und sterben auch durch Einfrieren nicht. Sie werden erst bei einer Temperatur von >70°C über 10 Minuten abgetötet.

Da du dich vor allem über Lebensmitteln mit Salmonellen anstecken kannst, solltest du vor allem in der Küche darauf achten, das Risiko einer Kontamination mit Salmonellen so gering wie möglich zu halten. Zu diesen Maßnahmen gehört:

  • Alle Speisen und Lebensmittel, die viel Eiweiß und Wasser erhalten, im Kühlschrank (unter 10°C) aufbewahren. Hierzu gehören: Rohe Fleisch- und Wurstwaren, Schlachtgeflügel, Meeresfrüchte, Fisch, Eier, Cremes, Salate und Mayonnaise mit Rohei, Speiseeis.
  • Essen nicht längerfristig <60°C warm aufbewahren.
  • Die Abkühlzeit von vorgekochten Speisen so kurz wie möglich halten.
  • Warmes Essen innerhalb von 2 Stunden nach dem letzten Erhitzen verzehren.
  • Im Auftauwasser von Geflügel und Wild sind häufig Salmonellen zu finden. Du solltest das Auftauwasser separat auffangen und sofort entsorgen. Alle Gegenstände (auch Hände) sollten sofort mit möglichst heißem Wasser gewaschen werden.
  • Beim Aufwärmen von Speisen in der Mikrowelle sollten die Aufwärmzeiten nicht zu kurz gehalten werden, damit auch eine Erhitzung der Mitte des Essens gewährleistet werden kann.
  • Instantprodukte sollten immer erst kurz vor dem Verzehr zubereitet werden.
  • Instantsäuglingsnahrung immer mit mindestens 70°C heißem Wasser zubereiten, dann zügig abkühlen lassen und so schnell wie möglich, spätestens innerhalb von 2 Stunden verbrauchen.
  • Unreine und reine Arbeitsvorgänge in der Küche strikt trennen (z.B. rohes und gegartes Fleisch).
  • Kochbare Küchentücher verwenden, die häufig gewechselt werden.
  • Strenge Beachtung von Händehygiene.

Da sich vor allem kleine Kinder bei Reptilien anstecken können, sollten keine Reptilien in einem Haushalt mit Kindern unter 2 Jahren gehalten werden.

Wenn du unter Symptomen einer Lebensmittelvergiftung leidest, solltest du zuhause bleiben, um dich zu schonen und deine Mitarbeiter nicht anzustecken.

Therapie von Salmonellose

Die Therapie von einer Salmonellen-Enteritis ohne Komplikationen besteht aus Ruhe und dem Ausgleich der fehlenden Flüssigkeit. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern kann es schnell zu einer schweren Dehydrierung kommen, weshalb auch eine Flüssigkeits- und Elektrolysubstiution mit Hilfe von Infusionen nötig kein kann. In schwerwiegenden Verläufen wird die Salmonellose mit Antibiotika behandelt.

Salmonellen im Kindes- und Jugendalter

Die akute Magen-Darm-Entzündung ist eine der häufigsten Krankheitsbilder im Kindesalter. Einige der Symptome, die darauf hinweisen können sind:

Auch wenn Kinder seltener unter einer bakteriellen Infektion des Magen-Darm-Traktes leiden und eher virale Entzündungen Beschwerden bereiten, sind schwerwiegende Verläufe einer Salmonellose im Säuglingsalter möglich. Vor allem bei blutigem Durchfall sollte der Verdacht auf eine bakterielle Ursache fallen und ein/e Kinderarzt/in sofort aufgesucht werden.

So kann Kry bei Magen-Darm-Beschwerden helfen

In einem ausführlichen Patientengespräch kannst du über Kry eine Einschätzung über den Schweregrad deiner Beschwerden erhalten. Die Ärztin oder der Arzt kann dir eine Überweisung zu einer Arztpraxis vor Ort ausstellen, falls eine Behandlung mit Antibiotika notwendig sein sollte. Sie oder er kann dir außerdem Ratschläge an die Hand geben, wie du die Beschwerden so weit wie möglich zuhause lindern kannst.

Quellen

  • Herold, G., (2020), Innere Medizin, Gerd Herold, S.865-866
  • RKI, (01.04.2016), RKI-Ratgeber: “Salmonellose”. Verfügbar unter https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Salmonellose.html, letzter Zugriff: 17.07.2020
  • Hagel, S., (31.05.2015), S2k-Leitlinie “Gastrointestinale Infektionen und Morbus Whipple”, AWMF-Register-Nr.: 021/024. Verfügbar unter https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-024l_S2k_Infektioese_Gastritis_2015-02-abgelaufen.pdf, letzter Zugriff: 17.07.2020
  • Backendorf, V., (31.03.2019), S2k-Leitlinie “Akute infektiöse Gastroenteritis im Säugling-, Kindes- und Jugensalter”, AWMF-RegisterNr.: 068-003. Verfügbar unter https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/068-003l_S2k_AGE-Akute-infektioese-Gastroenteritis-Saeuglinge-Kinder-Jugendliche-2019-05.pdf, letzter Zugriff: 17.07.2020
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