Rückenschmerzen

Rückenschmerzen können in jedem Bereich der Wirbelsäule (oberer, mittlerer und unterer Rücken) auftreten. Sie sind einer der häufigsten Vorstellungsgründe beim Arzt. Die meisten Menschen verspüren mindestens einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen. Wenn die Schmerzen länger als 3 Monate bestehen, spricht man von „chronischen Rückenschmerzen“. Durch einfache Maßnahmen wie z. B. regelmäßigen Sport und Dehnungsübungen kann man Rückenschmerzen häufig vorbeugen. Sie bedürfen sehr selten einer operativen Intervention. „Kreuzschmerzen“ stellen die häufigste Form von Rückenschmerzen dar. Sie bezeichnen Schmerzen unterhalb des Rippenbogens und oberhalb des Gesäßes (im Bereich der Lendenwirbelsäule).

Die Wirbelsäule besteht hauptsächlich aus Wirbeln, Bandscheiben und Bändern. Sie wird in vier Hauptregionen aufgeteilt:

Die Halswirbelsäule (Halsbereich) besteht aus 7 Wirbelkörpern
Die Brustwirbelsäule (oberer Rücken) besteht aus 12 Wirbelkörpern
Die Lendenwirbelsäule (unterer Rücken) besteht aus 5 Wirbelkörpern
Kreuz- und Steißbein bestehen aus insgesamt 8 bis 10 Wirbelkörpern und sind im Bereich des Gesäßes lokalisiert.

Kreuzschmerzen unterscheiden sich in Intensität und Schmerzcharakter. Sie können plötzlich auftreten, von stechendem, dumpfem Charakter sein und in andere Körperpartien ausstrahlen (z. B. in das Bein oder in den Bauch). Abhängig von ihrer Ursache werden Kreuzschmerzen in spezifische und nicht-spezifische Kreuzschmerzen klassifiziert.

Spezifische Kreuzschmerzen haben eine definierte Ursache (z.B. Bandscheibenvorfall, Osteoporose, Rheuma), deren Behandlung zur Symptomlinderung führt.

Bei nicht-spezifischen Kreuzschmerzen lässt sich keine eindeutige Ursache erkennen, wodurch eine gezielte Therapie nicht möglich ist.

Die Symptome von Rückenschmerzen können unter anderem die folgenden umfassen:

  • Muskelverspannung
  • Dumpfe, stechende oder ziehende Schmerzen
  • Ausstrahlung in andere Körperregionen (z. B. Beine)
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Morgensteifigkeit u. v. m.

Häufige Auslöser für Rückenschmerzen sind:

  • Fehlbelastung (z. B. durch das Heben schwerer Lasten)
  • Überdehnung der Muskeln und Bänder
  • Bewegungsmangel
  • Langes Sitzen
  • Übergewicht
  • Verschiedene Erkrankungen (z. B. Arthritis, Osteoporose, Bandscheibenvorfall)

Auch seelische Belastungen wie z. B. Depressionen, Stress oder berufliche Unzufriedenheit können Rückenschmerzen hervorrufen.

Es sollte erwähnt werden, dass in manchen Fällen keine eindeutige Ursache für die Rückenschmerzen identifiziert werden kann.

Man unterscheidet zwischen akuten, subakuten und chronischen Rückenschmerzen:

  • Akute Rückenschmerzen können bis zu 6 Wochen anhalten
  • Subakute Rückenschmerzen können zwischen 6 und 12 Wochen andauern
  • Chronische Rückenschmerzen bestehen länger als 12 Wochen

Der Arzt erhebt eine ausführliche Krankengeschichte über die Intensität, Art und Dauer der Beschwerden sowie den Schmerzbeginn, Charakter und ihre Ausstrahlung. Des Weiteren schließt er gefährliche Verläufe aus, falls Warnhinweise hierfür Anlass geben. Die körperliche Untersuchung wird eventuell durch labormedizinische Untersuchungen ergänzt, und eine bildgebende Diagnostik komplettiert den Diagnostikpfad. In Abhängigkeit von den Ergebnissen muss im Einzelfall eine notfallmäßige Therapie eingeleitet werden.

Du solltest zeitnah einen Arzt kontaktieren:

  • Wenn Du Rückenschmerzen nach einem Unfall bzw. Trauma verspürst
  • Wenn Du lang anhaltende Rückenschmerzen hast
  • Wenn die Rückenschmerzen von folgenden Symptomen begleitet werden:
  • Fieber
  • Taubheit
  • Gewichtsverlust
  • Stuhl- oder Harninkontinenz
  • Die Schmerzen strahlen in andere Körperregionen aus (z. B. Beine, Arme, Bauch)

Falls kein schwerwiegendes Problem vorliegt, kann körperliche Aktivität (z. B. Laufen, Schwimmen) und Wärmeanwendung die Schmerzen reduzieren und Rückenschmerzen vorbeugen. Schmerzmittel bzw. andere medikamentöse Therapien können nach Rücksprache mit dem Arzt verabreicht werden.

Andere Verfahren wie z. B. Akupunktur, Massagen, und Physiotherapie können in bestimmten Situationen ebenfalls hilfreich sein.

Was könnte die Ursache für Deine Rückenschmerzen sein? Welche Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten kommen für Dich in Frage? Gibt es alternative Verfahren, die Deine Beschwerden lindern können? Was sind ihre Vor- und Nachteile? Mit welchen Nebenwirkungen musst Du rechnen? Werden die Kosten für die Therapie von der Krankenkasse übernommen? Über unsere Videosprechstunde kannst Du diese und andere Fragen mit einem Arzt besprechen. Sollte bereits eine Diagnose gestellt worden sein, kann der Arzt auch auf die bestehende Therapie aufbauen. Bei erstmaligem Auftreten von Rückenschmerzen ist jedoch eine körperliche Untersuchung wahrscheinlich notwendig.

Falls es notwendig ist, kann der Arzt Dir eine Überweisung zum Facharzt oder eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen.

  1. the National Institute of Arthritis and Musculoskeletal and Skin Diseases, Back Pain
    https://www.niams.nih.gov/health-topics/back-pain#tab-overview
  2. American Academy of Family Physicians, Low Back Pain
    https://familydoctor.org/condition/low-back-pain/?adfree=true
  3. Langfassung der Leitlinie "Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz"
    https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-007l_S3_Kreuzschmerz_2017-03.pdf
  4. Patientenleitlinie "Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz"
    https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-007p_S3_Kreuzschmerz_2017-11.pdf
  5. Mayo Clinic, Back pain
    https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/back-pain/symptoms-causes/syc-20369906?p=1
Letzte Aktualisierung:
24. Feb. 2020