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Restless legs syndrom

Restless-Legs-Syndrom

Unter dem Restless-Legs-Syndrom versteht man eine neurologische Erkrankung, bei der die Patienten den Zwang verspüren, ihre Beine bewegen zu müssen. Unter den Patientinnen und Patienten können die Beschwerden unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Während die einen die Symptome kaum wahrnehmen, erfahren andere Patienten schwerwiegende Einschränkungen der Lebensqualität. Zur Behandlung des Restless-Legs-Syndromes stehen dopaminerge Medikamente zur Verfügung, die meist einen guten Behandlungserfolg erzielen, jedoch mitunter lebenslang eingenommen werden müssen. Zusätzlich können betroffene Patienten mit einigen einfachen Maßnahmen selber zum Behandlungserfolg beitragen.

Restless-Legs-Syndrom: Definition

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Namensgebend für die Krankheit ist der Zwang, die Beine (und Arme) bewegen zu müssen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten und die Symptome können mit zunehmendem Alter stärker werden. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Ursachen des Restless-Legs-Syndrom

Das Restless-Legs-Syndrom kann einerseits idiopathisch, das heißt ohne erkennbare Ursache auftreten. Studien zufolge gibt es bei der idiopathischen Variante eine familiäre Häufung.

Darüber hinaus kann das Restless-Legs-Syndrom symptomatisch als Folge anderer Erkrankungen auftreten. Zu den Krankheiten beziehungsweise Umständen, die das Restless-Legs-Syndrom auslösen können, zählen:

  • Eisenmangel
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Niereninsuffizienz (inklusive Urämie)
  • Schwangerschaft
  • Polyneuropathie und spinale Erkrankungen
  • Rheumatoide Arthritis
  • Medikamenteneinnahme: Unter anderen führen Neuroleptika, trizyklische Antidepressiva sowie Metoclopramid zu den Beschwerden.

Obwohl mittlerweile manche Erkrankungen mit dem Restless-Legs-Syndrom in Verbindung gebracht werden, und damit ein besseres Verständnis der Krankheit ermöglicht wird, bleiben die genauen pathophysiologischen Ursachen ungeklärt. Da die Therapie mit Dopamin gute Ergebnisse erzielt, kann angenommen werden, dass die genaue Ursache mit einer Imbalance des Neurotransmitters Dopamin zusammenhängt.

Symptome beim Restless-Legs-Syndrom

Neben dem Bewegungsdrang der Beine (und Arme) kommt zu Missempfindungen, Kribbeln bis hin zu Schmerzen. Patienten beschreiben den Bewegungsdrang als Spannungs- oder Druckgefühl der Beine. Die Symptome zeigen sich meistens in Ruhe beispielsweise beim Schlafen oder im Sitzen. Es kommt darüber hinaus vor, dass sich die Symptome gegen abends und nachts verstärken. Sobald der Patient dem Bewegungsdrang nachkommt, verschwinden die Beschwerden in der Regel. Bei manchen Patienten lassen sich periodische Beinbewegungen in Form von Kicken und Zucken beim Schlafen feststellen. Aufgrund der Symptomatik leiden die betroffenen Patienten häufig an Schlafstörungen, die eine starke Tagesmüdigkeit mit Konzentrationsschwierigkeiten nach sich ziehen kann.

Diagnose des Restless-Legs-Syndrom

Mit deinen Beschwerden kannst du dich zunächst an den Allgemeinarzt wenden. Dieser kann dich bei Bedarf an einen Spezialisten überweisen. Der Facharzt für neurologische Erkrankungen ist der Neurologe.

Um die richtige Diagnose zu stellen, wird dir der behandelnde Arzt während des Anamnesegesprächs ein paar Fragen zu deinen Beschwerden stellen. Dabei wird er auch fragen, ob Familienangehörige ebenfalls an der Erkrankung leiden, da dies die Diagnose unterstützt. Daran anschließen wird sich eine körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt den neurologischen Status deines Körpers erhebt. Für gewöhnlich lassen sich in der körperlichen Untersuchung keine typischen Hinweise finden.

Eine Blutuntersuchung kann eine andere Ursache der Beschwerden wie beispielsweise eine Eisenmangel oder eine Niereninsuffizienz ausschließen.

Zusätzlich kann eine sogenannte Polysomnographie Aufschluss über das Schlafverhalten geben. Bei Vorliegen von Schlafstörungen können hierbei die genauen Auslöser identifiziert werden.

Ergibt sich der Verdacht auf Vorliegen eines Restless-Legs-Syndrom sollte versuchsweise eine Therapie mit dopaminergen Medikamenten begonnen werden. Stellt sich unter der Therapie eine Besserung der Beschwerden ein, kann fest vom Vorliegen der Erkrankung ausgegangen werden.

Dauer und Prognose

Das Restless-Legs-Syndrom hat eine gute Prognose. Mit der richtigen Behandlung lassen sich die Beschwerden in den meisten Fällen gut in den Griff kriegen. Dennoch kann es sein, dass die entsprechenden Medikamente ein Leben lang eingenommen werden müssen.

Restless-Legs-Syndrom: Das kannst du selbst tun

Neben der medikamentösen Therapie solltest du darauf achten, auf Alkohol und koffeinhaltige Getränke zu verzichten. Außerdem können bestimmte Regeln und Rituale helfen, die Schlafhygiene zu verbessern. Hilfreich ist beispielsweise sich bestimmte Rituale vor dem Schlafengehen anzugewöhnen, wie beispielsweise ein Buch zu lesen vor dem Einschlafen. Auch solltest du versuchen jeden Tag zur gleichen Zeit aufzustehen und zu Bett zu gehen, um den Körper an einen regelmäßigen Rhythmus zu gewöhnen. Weitere hilfreiche Tipps findest du unter dem Artikel Schlafstörung.

Bei Auftreten der Beschwerden können Massagen, eine kalte Dusche sowie Reibung der Haut an den Beinen die Symptome lindern.

Therapie des Restless-Legs-Syndrom

Die Behandlung der Erkrankung erfolgt in der Regel medikamentös mit den dopaminergen Präparaten L-Dopa sowie Dopaminagonisten, also Stoffen, die mit L-Dopa wirkungsähnlich sind. Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt muss hierbei die individuell passende Dosis je nach Leidensdruck des Patienten gefunden werden.

Liegt ein sekundäres Restless-Legs-Syndrom vor, sollte in erster Linie die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden.

Werden die Beschwerden durch die Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst, sollte gemeinsam mit dem Arzt ein Absetzen der Medikamente mit einer entsprechenden Alternative in Erwägung gezogen werden.

Restless-Legs-Syndrom in der Schwangerschaft

Im Rahmen der Schwangerschaft und den damit zusammenhängenden hormonellen Veränderungen kann es zum erstmaligen Auftreten eines Restless-Legs-Syndrom kommen. Auch kann sich eine bereits bestehende Erkrankung deutlich verschlechtern. Meist treten die ersten Symptome während des dritten Trimesters auf und verschwinden mit Ende der Schwangerschaft wieder.

Wann du Hilfe suchen solltest

Das Restless-Legs-Syndrom kann sich in ganz unterschiedlicher Ausprägung zeigen. Sobald die die Symptome als störend wahrnimmst und dein Schlaf beeinträchtigt wird, solltest du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Schlaflosigkeit kann mit einer erheblichen Tagesmüdigkeit sowie Konzentrationsschwierigkeiten die Lebensqualität stark einschränken. Darüber hinaus können die Schlafstörungen langfristig Folgeerkrankungen wie beispielsweise Depressionen verursachen.

Restless-Legs-Syndrom: Wie kann Kry helfen?

Über die App kannst du einen Video-Termin buchen, und mit einem unserer Ärzte über deine Symptome sprechen. Der Arzt kann dir deine Fragen zu dem Thema beantworten, und erste diagnostische Hinweise ermitteln. Falls ein Restless-Legs-Syndrom vermutet wird, kann er dich an einen geeigneten Facharzt überweisen. Darüber hinaus kann unser Arzt dir nach seinem Ermessen eine Krankschreibung und ein Rezept ausstellen.

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