Nackenschmerzen

Nackenschmerzen sind einer der häufigsten Gründe für das Gespräch mit dem Hausarzt. Sie sind in den meisten Fällen harmlos und verbessern sich durch eine symptomatische Therapie schnell wieder. Manchmal können ernstzunehmende Ursachen mit entsprechenden Warnsymptomen hinter den Nackenschmerzen stehen – diese gilt es auszuschließen und gegebenenfalls zu behandeln.

Nackenschmerzen werden auch als Zervikalneuralgie, HWS-Syndrom oder Zervikalsyndrom bezeichnet. Die Schmerzen betreffen den hinteren Teil des Halses: Der Nacken besteht aus einer Vielzahl anatomischer Strukturen: Halswirbelsäule, Muskeln, Nerven und Blutgefäße sorgen für eine ausreichende Mobilität des Kopfes. Bei der Dauer der Schmerzen unterscheidet man zwischen akuten (bis drei Wochen), subakuten und chronischen (mehr als drei Monate) Krankheitsverläufen. Rezidivierende Nackenschmerzen beschreiben wiederkehrende Schmerzintervalle mit einer dazwischenliegenden, beschwerdefreien Zeit von vier Wochen.

Die Beschwerden können sehr unterschiedlichen Charakters sein und mit Muskelverhärtungen einhergehen. Nackenschmerzen können die Beweglichkeit des Kopfes, Teile des Oberkörpers und der Schultern einschränken. Außerdem können sie in verschiedene Areale ausstrahlen und zu Steifigkeit führen. Zumeist sind die Symptome harmlos, dennoch gibt es einige Warnsymptome, die einen unmittelbaren Arztbesuch indizieren.

  • Gefühlsstörungen (beispielsweise Kribbeln, Missempfindungen)
  • Nackensteifigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Ohnmacht
  • Fieber, Gewichtsverlust, reduzierter Allgemeinzustand
  • Herzrasen, Schweißausbruch

Treten Nackenschmerzen im Rahmen eines Unfalls oder nach einer Operation auf, sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden.

So unterschiedlich die Beschwerden sind, so verschieden sind auch die Ursachen von Nackenschmerzen. Es werden spezifische von unspezifischen Gründen der Schmerzen unterschieden. Während sich bei spezifischen Nackenschmerzen eine konkrete Ursache feststellen lässt, bleibt diese bei nicht-spezifischen Nackenschmerzen unklar.

In den meisten unspezifischen Fällen resultieren Nackenschmerzen aus Fehlhaltungen oder überlasteten und verspannten Muskeln. Die betroffenen Muskeln verkürzen und verhärten sich und bereiten langfristig Schmerzen.

Ursprung spezifischer Nackenschmerzen können traumatische, entzündliche, neurologische oder degenerative Erkrankungen sein. Traumatische Ereignisse wie ein vorausgegangener Unfall, eine Muskelzerrung oder Wirbelkörperfrakturen können Ursachen von Nackenschmerzen sein. Auch können sogenannte degenerative Wirbelsäulenerkrankungen mit zunehmenden Alter Auslöser der Schmerzen sein: Arthrose, Bandscheibenvorfälle im Halsbereich und die Erkrankung Morbus Bechterew kommen hier als Gründe für Nackenschmerzen in Frage. Zusätzlich führen in seltenen Fällen Infektionskrankheiten zu Beschwerden im Halsbereich. Eine Hirnhautentzündung tritt klassischerweise mit einer Nackensteife auf und muss umgehend im Krankenhaus behandelt werden.

Es bestehen einige Risikofaktoren, die die Entstehung von Nackenschmerzen provozieren können:

  • Übergewicht
  • Schwangerschaft
  • Chronischer Stress, Depression, Ängstlichkeit
  • Starke körperliche Arbeit

Zunächst wird er Arzt Dir einige Fragen zu Deinen Beschwerden stellen. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung mit Überprüfung der Beweglichkeit und gegebenenfalls des Reflexstatus. Sollte der Verdacht für eine entzündliche Ursache gegeben sein, erfolgt eine Blutuntersuchung der Entzündungsparameter. Eine Bildgebung, die über die gängige Röntgenuntersuchung hinausgeht, wie beispielsweise eine MRT-Untersuchung, erfolgt meist nur in Ausnahmefällen. Spezifische Nackenschmerzen mit einer klar erkennbaren Ursache erfordern möglicherweise die Mitbehandlung durch einen Neurologen oder Orthopäden.

Die meisten akut auftretenden Nackenschmerzen gehen von alleine wieder weg. Bei der Behandlung steht die symptomatische Therapie mit Schmerzmittel in Tablettenform und Wärmeanwendung im Vordergrund. Eine gute Schmerzeinstellung ermöglicht dem Patienten, sich weiterhin uneingeschränkt zu bewegen. Eine Schonung und Ruhigstellung des Nackens wird nicht empfohlen.

Zusätzlich kann bei lang anhaltenden Schmerzen eine Therapie mittels Physiotherapie in Kombination mit Manueller Therapie/Chirotherapie Abhilfe schaffen.

Bei chronischen Nackenschmerzen stehen außerdem Krankengymnastik und Akupunktur als Behandlung zur Verfügung. Patienten wird zudem geraten, die betroffenen Muskeln durch Sport zu kräftigen.

Da Nackenschmerzen auch im Zusammenhang mit psychischen Krankheiten stehen können, kann eine Psychotherapie oder die Behandlung mit Antidepressiva möglicherweise schmerzlindernd wirken.

  • In Bewegung bleiben (Schwimmen, Spazieren gehen, Fitnesstraining, Dehnübungen)
  • Lokale Wärme (beispielsweise in Form einer Wärmflasche oder Wärmepflaster)
  • Optimiere Deinen Arbeitsplatz nach ergonomischen Gesichtspunkten: Sitzt Du gerade und bequem auf Deinem Schreibtischstuhl? Ist dein Rücken gerade?
  • Stressmanagement: Erlernen von Entspannungstechniken wie beispielsweise die “Progressive Muskelrelaxation nach Jakobsen”
  • Optimiere Deinen Schlafplatz: Wähle die für Dich angenehmste Unterlage zum Schlafen. Spezialkissen oder Matratzen haben keine belegte Wirksamkeit.

Du leidest an Nackenschmerzen und möchtest diese gerne ärztlich abgeklärt wissen? Über die Kry App erreichst Du einen Arzt, dem Du Deine Symptome schildern kannst. Er kann Dir helfen, eine Ursache der Schmerzen zu finden und mit der richtigen Behandlung zu beginnen. Der Kry Arzt kann Dir außerdem Medikamente verschreiben. Daneben kann er Dir Tipps zur Prävention von Nackenschmerzen geben, die Du im Alltag umsetzen kannst. Bei schweren Verläufen kann er Dich an einen weiterbehandelnden Experten überweisen.

  1. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/053-007l_S1_Nackenschmerz_2017-01.pdf
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Nacken
  3. http://www.allgemeinmedizin.med.uni-goettingen.de/de/media/2010_Simmenroth-Nayda_N
Letzte Aktualisierung:
28. Mai 2020