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Muskelschmerzen

Muskelschmerzen

Chronische Muskelschmerzen sind eine der häufigsten Schmerzerkrankungen und können zu starken Einschränkungen des täglichen Lebens führen. Es können viele Ursachen hinter Muskelschmerzen stecken - in den meisten Fällen sind Stress, Verspannungen, Überbeanspruchung oder winzige Muskelverletzungen die auslösenden Faktoren. Diese führen zu lokalen Beschwerden einzelner Muskeln oder Muskelgruppen. Wenn alle Muskeln schmerzen, ist es begründet, die Abklärung einer möglicherweise zugrundeliegenden Infektionserkrankung, einer Muskelerkrankung oder unerwünschte Wirkungen von Medikamenten zu veranlassen.

Was sind Muskelschmerzen?

In der Fachsprache werden Muskelschmerzen als Myalgie bezeichnet. Die Schmerzen können lokal auf eine Stelle begrenzt oder am ganzen Körper diffus verteilt sein. Auch wenn primäre Schädigungen des Muskels selbst, wie z.B. bei einer Zerrung, bestehen können, können myalgische Beschwerden auch ein unspezifisches Symptom einer Vielzahl neurologischer und anderer Erkrankungen sein.

Muskelschmerzen entstehen durch das Reizen spezieller Schmerzfasern, so genannten Nozizeptoren. Diese Rezeptoren reagieren spezialisiert auf objektiv gewebsschädliche oder subjektiv schmerzhafte Reize. Starke mechanische Reize wie z.B. nach einem Unfall, einer Prellung, einem Muskelfaserriss oder einer anderen Überlastung setzen bestimmte Stoffe aus den Muskelzellen frei, auf die die Nozizeptoren reagieren.

Auch ein niedriger pH, welcher durch Durchblutungsstörungen, lange Muskelkontraktionen oder Muskelentzündungen zustande kommen kann, kann zu einer Schmerzempfindung über Nozizeptoren führen. Zusätzlich dazu reizen Entzündungsmediatoren, die von deinem eigenen Körper freigesetzt werden Nozizeptoren und führen somit zu Schmerzen. Durch die körpereigenen Stoffe wird die Reizschwelle der Nozizeptoren herabgesetzt, wodurch die Druckschmerzhaftigkeit und der Bewegungsschmerz bei Läsionen des Muskels entstehen.

Es ist wichtig, eine alleinige Myalgie von einer Myopathie zu unterscheiden. Unter einer Myopathie wird eine Erkrankung des Muskels verstanden. Hiervon ist auch die Myositis, eine Muskelentzündung abzugrenzen. Während eine Myopathie oder Myositis myalgische Beschwerden auslösen können, leiden die meisten Menschen mit Muskelschmerzen weder unter einer Myopathie noch einer Myositis.

Verschiedene Arten von Muskelschmerzen

Unter dem Begriff des Muskelschmerzes wird ein buntes Symptommuster summiert. Im Großteil der Fälle wird eine Kombination verschiedener Beschwerdebilder ausgemacht:

  • Druck- und Bewegungsschmerz
  • Übertragung von Muskelschmerzen: Bei Muskelschmerzen treten Schmerzen nicht nur direkt an dem Ort der Läsion auf, sondern können auch in größerer Entfernung ausgelöst werden. Man spricht von sogenannten Triggerpunkten.
  • Tonusveränderungen als Schmerzursache: Muskelverspannungen oder länger anhaltende ungewollte Muskelkontraktionen führen zu einer Senkung des pH-Werts und zu einer Freisetzung schmerzauslösender Substanzen in den Muskel. Muskelverspannungen können auch durch Schmerzen in einem anderen Muskel oder durch Veränderungen in einem benachbarten Gelenk verursacht werden. Man sollte deshalb immer nach der Quelle der Beschwerden suchen.
  • Erhöhte Schmerzempfindlichkeit: Durch eine Übererregbarkeit der Nozizeptoren bei chronischen Muskelschmerzen können zusätzlich eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit entstehen

Chronifizierung von Schmerz

Eines der größten Probleme der Schmerzbehandlung ist die Chronifizierung von Schmerzen. Die Behandlung ist langwierig, da lang anhaltende Schmerzen zu funktionellen und strukturellen Veränderungen führen, die Zeit benötigen, um sich zurück zu bilden. Langanhaltender Schmerz kann zu einer Übererregbarkeit von Schmerzfasern führen, die durch strukturelle Veränderungen an Ionenkanälen dann bereits bei eigentlich nicht “schmerzhaften” Reizen, mit Schmerz reagieren. Zusätzlich dazu können Schmerzen auch zu Umbauprozessen des zentralen Nervensystems führen und neue Bahnen für die Schmerzwahrnehmung bilden. Diese fixieren die Schmerzen langfristig. In Tierexperimenten konnte gezeigt werden, dass mit steigenden Schmerzreizen auch die Anzahl an Schmerzfasern steigt, um den Schmerz wahrzunehmen.

Ursachen von Muskelschmerzen

Es gibt viele verschiedene Ursachen von Muskelschmerzen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

Diagnosestellung bei Muskelschmerzen

Bei Muskelschmerzen muss zunächst an eine traumatische Ursache, wie z.B. eine Prellung oder ein Muskelfaserriss gedacht werden. Diese sind zwar schmerzhaft, in den allermeisten Fällen jedoch bedürfen sie keiner weiteren intensiven Therapie. Es sollte die Lokalisation des Schmerzes, der Schmerzcharakter, die Häufigkeit und der Zeitverlauf der Schmerzen erfragt werden, da diese erste Hinweise auf die möglichen Ursachen geben können. Zusätzliche Begleitsymptome wie Bewegungsstörungen, Triggerpunkte oder Hauterscheinungen können auch wegweisend sein.

Hat dein/e behandelnde/r Arzt/in den Verdacht, dass eine Myopathie oder eine andere grundlegende systemische Erkrankung hinter deinen Muskelschmerzen stehen könnte, können eine Blutabnahme, bildgebende Maßnahmen (Ultraschall, MRT) in seltenen Fällen eine genetische Testung oder eine Muskelbiopsie in einem dafür spezialisierten Zentrum nötig sein.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Du solltest sofort zum Arzt gehen, wenn du eines der folgenden Beschwerden hast:

Du solltest dir einen Termin bei einem Hausarzt/in machen und dich dort vorstellen, wenn:

  • Die Schmerzen über 3 Tage lang anhalten und von der Eigenbehandlung nicht besser werden.
  • Du sehr starke Schmerzen hast.
  • Du keine Ursache der Schmerzen finden kannst.
  • Du Zeichen einer Entzündung aufweist (Rötung, Schwellung, Überwärmung).
  • Du von einer Zecke gebissen worden bist.
  • Du Muskelschmerzen in den Waden hast, die nur bei Belastung auftreten und in Ruhe wieder verschwinden.
  • Du Muskelschmerzen entwickelt hast, nachdem du ein neues Medikament eingenommen hast oder die Dosis eines bekanntes Medikamentes erhöht wurde.

Muskelschmerzen: Was du selbst tun kannst

Schmerzmittel der Klasse der Nicht-steroidalen Antirheumatika wie Ibuprofen und Diclofenac vermindern die Produktion von schmerzauslösenden Stoffen und sind somit von großer Bedeutung in der Behandlung von Muskelschmerzen.

In den ersten 24-72 Stunden nach einer Überbelastung der Muskeln kann Kühlen die Schmerzen lindern und auch die Schwellung vermindern. Du solltest darauf achten, nie direkt mit Eis auf deiner Haut zu kühlen, da dies zu erfrierungsbedingten Schädigungen von Haut und Unterhautgewebe führen kann.

Nach diesen ersten Stunden wirkt Wärmeanwendung krampf- und schmerzlösend. Bei Muskelschmerzen durch Überanstrengung oder verursacht durch eine Fibromyalgieerkrankung können Massagen und leichte Dehnungsübungen helfen.

Behandlung von Muskelschmerzen

Die Behandlung von Muskelschmerzen hängt stark von der Ursache der Beschwerden ab und kann von einer symptomatischen Schmerzstillung bis zu der Behandlung einer grundlegenden Muskelerkrankung reichen.

So kann Kry bei Muskelschmerzen helfen

Es kann schwer sein, die Ursachen von Muskelschmerzen einzugrenzen und einzuschätzen, wie schwerwiegend diese sind. Über Kry kannst du direkt mit einer Ärztin oder einem Arzt per Video sprechen. Diese(r) kann dir helfen, diese Fragen zu beantworten und die weitere Diagnostik oder Behandlungsschritte einzuleiten.

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