Mallorca Akne

Wenn die Haut sich nach den ersten Sonnenbädern des Jahres plötzlich rötet und juckt, kann Mallorca Akne dahinter stecken. Bei dieser Sonderform der Polymorphen Lichtdermatose (Sonnenallergie), lösen UV-Strahlen die Bildung von kleinen, pickelähnlichen Erhebungen der Haut aus. Frauen leiden vermehrt unter diesem Krankheitsbild.

Die Beschwerden einer Mallorca Akne beginnen meist im Frühjahr, wenn die ersten warmen Tage zu Sonnenbädern einladen. Sie sind im Sommer am ausgeprägtesten und klingen spontan im Herbst wieder ab. Von den juckenden, kleinen Pickelchen sind vor allem die Körperbereiche betroffen, die den meisten Sonnenstrahlen ausgesetzt sind. Hierzu gehören:

  • Gesicht
  • Oberarme
  • Dekollté
  • Rücken

Die kleinen Pickelchen sind hart, nicht mit Eiter gefüllt und können auch nicht ausgedrückt werden. Sie entstehen meistens innerhalb einiger Stunden oder Tage nach dem Sonnenbad, können mehrere Wochen anhalten und heilen dann von alleine wieder ab, wenn die Sonnenexposition geringer wird.

Die genauen Ursachen von Mallorca Akne sind noch nicht bekannt, es wird jedoch eine gewisse genetische Komponente vermutet. Mallorca Akne wird durch die Einwirkung von UV-Strahlen auf die Haut ausgelöst. Es gibt verschiedene Arten von UV-Strahlung, die unterschiedlich starke Auswirkungen auf die Haut haben.

UV-A
UV-A-Strahlen haben die größte Wellenlänge von allen UV-Strahlen. Sie werden am wenigsten durch die Erdatmosphäre absorbiert, weshalb sie den größten Anteil der UV-Strahlen auf der Erde ausmachen. Von allen UV-Strahlen, können sie am tiefsten in die Haut eindringen, wo sie vor allem zu einer Umverteilung und Verdunklung der bestehenden Pigmentzellen führen, welches keinen vermehrten Lichtschutz mit sich bringt. Mallorca Akne wird vor allem durch UV-A-Strahlen ausgelöst.

UV-B
UV-B-Strahlen schädigen die Haut mehr als UV-A-Strahlen durch Schäden an der DNA, sind jedoch auch für die Bildung von Vitamin D3 in unserer Haut notwendig. Sie initiieren auch die Produktion von Melanin in den Pigmentzellen der Haut, welches einem körpereigenen Lichtschutz ähnelt.

UV-C
UV-C-Strahlen werden in hohem Maß von der Erdatmosphäre absorbiert, weshalb nur sehr wenige auf dem Erdboden ankommen. Sie sind sehr energiereich und werden zum Beispiel zur Sterilisierung genutzt.

Die Mallorca Akne hat ein sehr spezifisches Krankheitsbild. Da es in direktem Zusammenhang mit verstärker Sonnenstrahlung steht, kann dein Arzt durch ein genaues Gespräch und die Untersuchung der typischen Hautveränderungen die Diagnose einer Mallorca Akne stellen.

Der Arztbesuch ist bei einer Mallorca Akne in den meisten Fällen nicht notwendig. Die Beschwerden stören, während sie aktiv sind, da sie jedoch narbenlos abheilen, ist eine weitere Behandlung nicht notwendig. Wenn du starke Beschwerden hast, kann sich ein Besuch bei einem Hausarzt oder Dermatologen (Hautarzt) jedoch anbieten, um eine symptomatische Therapie in Erwägung zu ziehen.

Um den Ausbruch von Mallorca Akne zu vermeiden, ist die Nutzung eines korrekten Sonnenschutzes nicht zu umgehen.

  • Nutze Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und einem nachgewiesenen Schutz gegen UV-A Strahlen.
  • Einigen Menschen hilft es, auf ölige Lichtschutzmittel zu verzichten und stattdessen gel- oder cremeartige Lichtschutzmittel zu verwenden.
  • Versuche nicht an den Hautveränderungen zu kratzen, auch wenn sie jucken. Die kleinen Pickel heilen narbenfrei ab, jedoch kann vermehrtes Kratzen nicht nur zu Entzündungen, sondern auch zur Narbenbildung führen.
  • Vermeide starke Sonneneinstrahlung, indem du Sonnenhüte und bedeckende Kleidung trägst.

Wenn du stark unter deiner Mallorca Akne leidest, kannst du mit einem Arzt besprechen, ob du von einer symptomatischen Therapie profitieren würdest. Zu den Möglichkeiten gehören zum Beispiel Schälbehandlungen der Haut oder Cremes mit Vitamin A-Säure (Tretinoin, Adapalen).

Wenn du dir nicht sicher bist, ob die roten Pickel auf deiner Haut auf eine Mallorca Akne zurückzuführen sind oder ob sie eher einer allergischen Reaktion auf eine neue Creme ähneln, kannst du über KRY einem Arzt direkt ein Foto der Rötung schicken. In einem individuellen Arztgespräch kann er dich zur weiteren Vorgehensweise beraten und dir, wenn nötig, Cremes zur Linderung des Juckreizes verschreiben.

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Letzte Aktualisierung:
4. Juni 2020