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Krampfadern

Krampfadern

20% aller Erwachsenen leiden an Krampfadern. Sie sind nicht nur ein kosmetisches Problem, denn Schweregefühl, Schmerzen und Schwellung der Beine können Betroffene in ihrem Alltag stark einschränken. Da Krampfadern das Risiko für die Entwicklung einer tiefen Beinvenenthrombose erhöhen, solltest du sofort einen Arzt aufsuchen, wenn die Haut deines Beines gerötet ist, sich warm anfühlt, oder wenn der Umfang deines Beins im Gegensatz zum anderen vergrößert ist. Wenn du plötzlich Luftnot entwickelst und/oder Brustschmerz hast, kann es sich um einen Verschluss einer Arterie der Lunge durch ein verschlepptes Blutgerinnsel (Lungenembolie) handeln. Dieses Krankheitsbild kann lebensbedrohlich sein und du solltest sofort eine Rettungsstelle aufsuchen.

Was sind Krampfadern?

Die großen Blutgefäße des Menschen können in Arterien und in Venen unterteilt werden. Arterien befördern sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den Organen und Muskeln. In ihnen wird das Blut durch die Muskelkraft des Herzens mit hohem Druck durch den Körper gepumpt. Venen befördern das sauerstoffarme Blut wieder zurück zum Herzen. In Venen fließt das Blut recht langsam und mit niedrigem Druck, da die umgebenden Muskeln als eine Art Muskelpumpe fungieren und nur so das Blut weiterbefördert wird. In den Beinen muss das Blut zusätzlich entgegen der Schwerkraft wieder hoch ins Körperzentrum gebracht werden. Um das zu ermöglichen, haben Venen in regelmäßigen Abständen sogenannte Venenklappen. Venenklappen verschließen sich, nachdem das Blut durch sie hindurch gepumpt wurde und verhindern somit, dass das Blut nach Entspannen der umgebenden Muskeln wieder zurück entlang der Schwerkraft nach unten fließt.

An den Beinen gibt es zwei große venöse Stromgebiete - die tiefen und die oberflächlichen Beinvenen. Krampfadern (Varizen) sind erweiterte, oberflächliche Venen. Sie verlaufen oft schlangenförmig, oder bilden kleine Knäuel und scheinen bläulich durch die Haut durch. Das Krampfaderleiden wird auch als Varikose oder Varikosis bezeichnet. Man findet Krampfadern am häufigsten an den Beinen, obwohl sie sich in allen Regionen des Körpers ausbilden können.

Wie entstehen Krampfadern?

Krampfaderleiden kann schon im Kindesalter auftreten, zeigt sich in der Regel jedoch erst am dem 3. Lebensjahrzehnt. Abhängig vom Auslöser kann Krampfaderleiden in eine primäre Varikose und eine sekundäre Varikose unterteilt werden.

1. Primäre Varikose Die primäre Varikose macht mit 95% den Großteil der Krampfaderleiden aus. Die Beschwerden können nicht auf eine erkennbare Ursache zurückgeführt werden.

2. Sekundäre Varikose Eine sekundäre Varikose liegt vor, wenn eine erkennbare Ursache die Krampfadern hervorgerufen hat. Zu den möglichen Auslösern gehören beispielsweise Verschlüsse der Venen durch Blutgerinnsel oder Venenklappenschäden.

Die genaue Ursache einer primären Varikose ist noch nicht ausreichend erforscht. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zur Entwicklung des Krankheitsbildes führt:

  • Erbliche Veranlagung
  • Venenschwäche: Eine übermäßige Schwäche der Gefäßwände kann den Rückfluss des Blutes erschweren. Ursächlich sind angeborene oder altersbedingte Veränderungen der Gefäßwand.
  • Insuffiziente Venenklappen: Durch eine Aussackung der Venenwand können die Venenklappen nicht mehr ausreichend abschließen.
  • Erhöhter Gefäßdruck
  • Hormoneller Einfluss

Verschiedene Risikofaktoren können die Entstehung von Krampfadern begünstigen.

  • Krampfadern in der Familie: Da eine Venenschwäche meist angeboren ist, ist das Risiko für die Entwicklung von Krampfadern erhöht, wenn deine Eltern oder Großeltern bereits an Krampfadern leiden.
  • Fortgeschrittenes Alter: Krampfadern treten gehäuft im fortgeschrittenen Alter auf.
  • Bewegungsmangel: Bewegung regt die Wadenmuskeln an und fördert so den Rücktransport von Blut zum Herzen.
  • Schwangerschaft: Krampfadern treten häufig in der Schwangerschaft auf. Die hormonelle Umstellung führt zur Entspannung der Venen und deren Dehnung. Zusätzlich erhöht das Baby im Mutterleib den Druck auf das Gefäßsystem, welches das Venensystem zusätzlich belastet und den Rückstrom von Blut behindern kann.
  • Übergewicht: Übergewicht drückt, genau wie ein Kind im Mutterleib, auf das Gefäßsystem.
  • Weibliches Geschlecht: Frauen leiden häufiger unter Krampfadern als Männer.
  • Langes Stehen: Langes Stehen ohne Bewegung ist eine Belastung für die Venen der Beine und kann in Kombination mit anderen Risikofaktoren zur Ausbildung von Krampfadern führen.

Symptome von Krampfadern

Krampfadern sind in den meisten Fällen ein rein kosmetisches Problem und bereiten anderweitig wenig Beschwerden. Sie können ein- oder beidseitig auftreten. Krampfadern scheinen blau durch die Haut durch und können durch Schlägelung und Knotenbildung zu einer Veränderung der Haut führen. Wenn die Krampfadern weiter fortschreiten, können sie jedoch zu Beschwerden führen:

  • Schweregefühl
  • Schmerzen
  • Müdigkeit des betroffenen Beins
  • Spannungsgefühl
  • Abendliche Knöchelschwellung

Die Beschwerden verstärken sich in der Regel im Laufe des Tages, oder nach längerem Stehen und verschwinden beim Hinsetzen und Hochlagern der Beine. Im Gegensatz zu arteriellen Erkrankungen verstärken sich die Beschwerden jedoch nicht nach längeren Gehstrecken. Krampfadern können teilweise auch nächtliche Fuß- und Wadenkrämpfe verursachen.

Unbehandelt können Krampfadern in fortgeschrittenen Stadien zu Komplikationen führen. Hierzu gehören: - Thrombosen Der gestörte Bluttransport kann zur Bildung von Blutgerinnseln führen. Menschen mit Krampfaderleiden haben ein erhöhtes Risiko, eine Thrombose der Beinvenen zu erleiden. Das Blutgerinnsel kann sich aus den Venen der Beine lösen, durch die Gefäße weitertransportiert werden und in der Lunge kleine Gefäße verschließen (Lungenembolie). - Chronische Schwellung In früheren Stadien eines Krampfaderleidens verstärkt sich die Schwellung der Beine abends. Über längere Zeit kann es jedoch auch zu einer durchgehenden Schwellung führen. - Veränderungen der Haut Im Verlauf der Erkrankung kann sich die Haut der Beine bräunlich färben und die Beine können anfangen zu jucken oder zu brennen. Die Haut fühlt sich dünn an, glänzt und kann sich verhärten.

  • Geschwür (Ulcus cruris venosum)

Krampfadern können zu einem “offenen” Bein führen. In einigen Fällen kann die Abheilung der Wunde erschwert sein. - Entzündung der oberflächlichen Venen

Verschiedene Arten von Krampfadern

Krampfadern können, je nach betroffenen Venen, an verschiedenen Orten auftreten und unterschiedliche Zeichnungen aufweisen. Besenreiservenen sind die kleinsten Krampfadern. Sie zeigen sich als spinnengewebsartige Netze häufig an der Hinterseite der Oberschenkel und verursachen keine Beschwerden.

Retikuläre Varizen sind auch netzartige Erweiterungen der Venen, haben aber mit 2 - 4 mm einen größeren Durchmesser als Besenreiservenen und befinden sich gehäuft in den Kniekehlen und der Außenseite der Ober- und Unterschenkel. Auch sie haben eher kosmetische Relevanz. Andere Krampfadern, wie zum Beispiel die Stammvarizen, haben einen größeren Durchmesser und können die typischen Beschwerden eines Krampfaderleidens hervorrufen.

Im Rahmen einer Schwangerschaft können Krampfadern im Beckenbereich auftreten.

Diagnose von Krampfaderleiden

Die Grundlage der Diagnosestellung eines Krampfaderleidens ist das Patientengespräch und eine klinische Untersuchung der betroffenen Areale. Anhand des Befundes wird die weitere Diagnostik geplant. Zu möglichen weiterführenden diagnostischen Methoden gehören Venenfunktionstest und Ultraschalluntersuchungen. Das Ziel der Diagnostik bei Krampfaderleiden umfasst:

  • Aufdecken und Klassifizierung der Durchblutungsstörung
  • Medizinische Relevanz definieren
  • Primäre und sekundäre Varikose unterscheiden
  • Die Beteiligung des tiefen Venensystems untersuchen
  • Qualitätskontrolle nach einem Eingriff
  • Analyse von möglichen Rezidiven

Wann sollte ich aufgrund von Krampfadern zum Arzt gehen?

Wenn deine Krampfadern schmerzen, deine Beine übermäßig geschwollen sind, du Müdigkeit in deinen Beinen verspürt oder du sonstige Beschwerden von Krampfaderleiden hast, solltest du dich an einen Arzt wenden, um die möglichen Therapieoptionen zu besprechen. Auch bei Krampfadern in der Schwangerschaft, blutenden Krampfadern, oder bei Verletzungen der Haut an den betroffenen Beinen solltest du dir ärztlichen Rat einholen.

Was du selbst bei Krampfadern tun kannst

Krampfadern müssen nicht sofort operiert werden. Leider kannst du die Krampfadern nicht mehr rückgängig machen, aber es gibt viele Möglichkeiten, die Beschwerden, die durch Krampfadern verursacht werden, zu lindern:

  • Hochlagerung der Beine erleichtert den Blutrückfluss.
  • Ausreichende körperliche Bewegung betätigt die Muskelpumpe und fördert so den Rückfluss des Blutes aus den Beinen.
  • Kühles Abduschen der Beine kann die Beschwerden lindern indem die Venen sich verkleinern (Wärme kann die Beschwerden verstärken).
  • Das Tragen von Kompressionsstrümpfen, die nicht verschrieben werden müssen, unterstützen die Muskelpumpe und fördern den Rücktransport des venösen Blutes.

Für den Alltag kannst du dir merken, dass Sitzen und Stehen die Beschwerden verstärken können und die Ausbildung von Krampfadern fördern, während Laufen und Liegen die Beschwerden vermindern können.

Leider sind Krampfadern in vielen Fällen genetisch bedingt. Durch einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung kannst du dennoch so weit wie möglich Krampfadern vorbeugen. Wenn du weißt, dass Krampfadern gehäuft in deiner Familie auftreten, solltest du zum Beispiel Übergewicht und langes Stehen vermeiden.

Therapie von Krampfadern

Die Ziele der Behandlung von Krampfadern sind:

  • Normalisierung oder Besserung des Blutrückflusses
  • Besserung der Stauungsbeschwerden (Schwere, Spannungsgefühle, Schmerzen, Schwellung)
  • Abheilung von Geschwüren und anderen Hautstörungen
  • Verhinderung von weiteren Komplikationen wie zum Beispiel tiefe Beinvenenthrombosen oder Krampfaderblutungen

Abhängig davon, wie stark die Krampfadern ausgeprägt sind, an welcher Stelle sie sich befinden, wie dein Gesundheitszustand ist und welche Optionen du für dich in Betracht ziehst, können Krampfadern konservativ oder operativ behandelt werden. Zu den konservativen Methoden gehören:

  • Kompressionsverbände und Kompressionsstrümpfe
  • Physikalische Entstauungstherapien wie zum Beispiel manuelle Lymphdrainage oder Gefäßssport

Krampfadern können auch operativ behandelt werden. Ob eine Operation für dich die richtige Wahl ist, solltest du mit deinem Arzt besprechen.

So kann Kry helfen

Über Kry kannst du direkt mit einem Arzt über deine Beschwerden sprechen. Durch ein Foto kann der Arzt die Wahrscheinlichkeit eines Krampfaderleidens einschätzen und dich zu einem geeigneten Venenspezialisten überweisen. Falls deine Beschwerden dich stark im Alltag einschränken, kann der Arzt mit dir besprechen, wie du deine Beschwerden akut lindern kannst und dir, wenn nötig, eine Krankschreibung ausstellen.

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