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Keuchhusten

Keuchhusten

Keuchhusten (Pertussis) ist eine höchst ansteckende bakterielle Erkrankung der oberen Atemwege. Die typischen Symptome von Keuchhusten sind ein anfallsartiger Husten mit einem ziehenden Atemgeräusch beim folgenden Atemzug. Er zählt zu den klassischen Kinderkrankheiten. Nach der Einführung der Schutzimpfung ging die Zahl der Fälle drastisch zurück, doch obwohl heutzutage hohe Impfquoten bestehen, werden immer wieder Anstiege von Keuchhustenfällen in einem Abstand von jeweils 4-6 Jahren beobachtet.

Der Erreger: Bordetella pertussis

Keuchhusten wird in den allermeisten Fällen von dem Bakterium Bordetella Pertussis ausgelöst. Es vermehrt sich in den Atemwegsschleimhäuten von Menschen und zerstört dort, durch die Sekretion von Toxinen, lokal die Schleimhaut. Die Toxine können zum Teil zusätzlich zu einer Verschlechterung des lokalen Immunsystems führen. Obwohl in den Bordetella Pertussis in den meisten Fällen die Beschwerden von Keuchhusten auslöst, gibt es auch einige andere Erreger. Diese führen in der Regel zu einem kürzeren Krankheitsbild.

Die Infektion mit Bordetella pertussis

Bordetella pertussis ist hochgradig ansteckend. Die Bakterien werden beim Husten, Niesen und Sprechen in kleinen Tröpfchen in die Luft abgegeben und können somit Personen in einem Abstand von bis zu 1 Meter erreichen. Nachdem du angesteckt wurdest, besteht eine Inkubationszeit von 9 bis 10 Tagen. In dieser Zeit bist du noch nicht ansteckend. Die Phase, ist der du andere Menschen infizieren kannst, beginnt am Ende der Inkubationszeit, erreicht den Höhepunkt in den ersten beiden Krankheitswochen und hält bis zu 3 Wochen nach Beginn des letzten Stadiums der Erkrankung an. Die Erkrankung kann einige Wochen andauern, sich aber auch über mehrere Monate strecken. Eine Therapie mit Antibiotika kann die Ansteckungsfähigkeit auf 3 bis 7 Tage nach Beginn der Antibiotikaeinnahme begrenzen. Keuchhusten ist das ganze Jahr über zu finden, ist im Herbst und Winter jedoch etwas häufiger.

Symptome von Keuchhusten bei Kindern

Keuchhusten zählt zu den typischen Kinderkrankheiten. Säuglinge sind am stärksten von dieser Erkrankung betroffen, da sie von der Mutter keine Immunität gegenüber Bordetella pertussis erhalten. Sie werden häufig direkt von Familienmitgliedern, zum Beispiel der Mutter oder älteren Geschwistern, angesteckt. Aufgrund dessen, werden schwangere Frauen während der Schwangerschaft gegen Bordetella pertussis geimpft, damit der Schutz nach Geburt so hoch wie möglich ist und sie ihr neugeborenes Kind nicht infizieren können.

Der klassische Verlauf von Keuchhusten umfasst 3 Stadien:

1. Stadium catarrhale Das Stadium catarrhale ist das erste Stadium nach der Inkubationszeit. Hierbei zeigen sich erkältungsähnliche Symptome wie Schnupfen oder leichter Husten. Es besteht kein oder nur mäßiges Fieber und dauert in der Regel 1 bis 2 Wochen an.

2. Stadium convulsium Im Stadium convulsivum beginnen die typischen Symptome von Keuchhusten. Anfallsweise auftretende Hustenattacken werden von einem hörbaren, ziehenden Geräusch bei der Einatmung gefolgt. Oft verursachen diese Hustenanfälle das Hervorwürgen von zähem Schleim oder gar Erbrechen. Bei manchen Kranken häufen sich die Hustenanfälle nachts. Auch hier ist kein, oder nur geringes Fieber vorhanden. Entwickelt sich während eines Keuchhustens Fieber, ist das meistens ein Hinweis, dass eine zweite Infektion mit Bakterien entstanden ist. Das Stadium convulsivum kann 4 bis 6 Wochen andauern.

3. Stadium decrementi Im Stadium decrementi klingen die Hustenanfälle langsam ab. Dieser Vorgang kann 6 bis 10 Wochen dauern.

Säuglinge haben oft untypische Krankheitsverläufe. Bei ihnen steht das Aussetzen der Atmung ohne typische Hustenanfälle im Vordergrund und sie haben das höchste Risiko für die Entwicklung von Komplikation während der Erkrankung. Zu den möglichen Komplikationen gehören:

  • Lungenentzündung durch andere Bakterien
  • Ohrenentzündungen
  • Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Die Ausbildung von Nabel- oder Leistenbrüchen
  • Rippenbrüche durch die starken Hustenanfälle
  • Blutungen ins Auge oder Hirnblutungen

Keuchhusten bei Erwachsenen

Da der Immunschutz nach einer Impfung nur 3,5 bis 12 Jahre anhält, können auch ältere Kinder oder Erwachsene, trotz einer Impfung, an Keuchhusten erkranken. Dies liegt oft daran, dass viele Menschen ihre Auffrischungsimpfungen vergessen. Keuchhusten zeigt sich bei Erwachsenen meistens als lang anhaltender Husten. Der Husten verläuft häufig nicht typisch anfallsartig und verursacht auch kein Erbrechen, dennoch verläuft die Symptomatik hochakut und die Betroffenen fühlen sich häufig schwer krank.

Diagnose von Keuchhusten

Da Kinder häufig typische Krankheitsverläufe von Keuchhusten zeigen, kann deine Ärztin durch ein genaues Gespräch über die Hustenanfälle und eine körperliche Untersuchung den Verdacht auf Keuchhusten stellen. Die Diagnose wird aber erst nach einem Nachweis durch ein Labor gestellt. Auch bei klassischen Symptomen sollten andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden und da eine vorliegende Impfung kein Ausschluss für Keuchhusten ist, sollten Menschen mit klassischen Beschwerden von Keuchhusten oder lang anhaltendem Husten einen tiefen Nasenrachenabstrich erhalten, um eine sichere Diagnosestellung zu ermöglichen und die korrekte Therapie einzuleiten. Bei Erwachsenen wird die Krankheit häufig falsch als grippaler Infekt interpretiert, da sie vor allem bei Kindern vorkommt.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Keuchhusten ist sehr stark ansteckend. Wenn du den Verdacht hast, dich mit Keuchhustenerregern infiziert zu haben, solltest du dich so schnell wie möglich bei einer Ärztin oder einem Arzt vorstellen. Durch eine Therapie mit Antibiotika kann eine Verbreitung der Erreger gestoppt werden. Der Verdacht auf, oder die Bestätigung von Keuchhusten, muss an das Gesundheitsamt gemeldet werden, um eine Weiterverbreitung möglichst zu vermeiden.

Was kannst du gegen Keuchhusten tun?

Anders als andere Infektionskrankheiten wie die Pocken, kann Keuchhusten aufgrund des kurzen Impfschutzes nicht ausgerottet werden. Das Ziel ist ein frühzeitiger und vollständiger Impfschutz für Säuglinge und Kleinkinder, da sie besonders stark von Keuchhusten betroffen sind. Zusätzlich sollte die Immunität im Vorschul-, Jugend- und Erwachsenenalter aufgefrischt werden, um die Übertragung an andere Menschen zu minimieren. Ob dir oder deinem Kind Impfungen fehlen, kannst du mit deiner behandelnden Kinder- oder Hausärztin besprechen und diese entsprechend nachholen. Wichtig ist, auf eine ausreichende Impfung während der Schwangerschaft zu achten, um die Übertragung von Bordetella pertussis auf das Neugeborene zu verhindern. Ist während der Schwangerschaft keine Impfung möglich gewesen, kannst du dich in den ersten Tagen nach der Geburt nachträglich impfen lassen.

Wenn du selber die Diagnose eines Keuchhusten erhalten hast, oder den Verdacht hast, dass du Keuchhusten haben könntest, solltest du darauf achten, keine Lehr-, Erziehungs- oder Pflegeeinrichtungen zu betreten oder mit den dortigen Personen in Kontakt zu treten. Hierdurch kannst du vermeiden, diese Menschen weiter anzustecken. Den Verdacht auf eine Keuchhustenerkrankung solltest du haben, wenn du Husten entwickelst, nachdem du Kontakt mit einer Person hattest, die Keuchhusten bei sich bestätigt bekommen hat.

Wie wird Keuchhusten behandelt?

Bordetella pertussis ist ein Bakterium. Keuchhusten wird deswegen mit Antibiotika behandeln. Die Therapie hat besonders großen Einfluss, wenn sie so früh wie möglich begonnen wird. In den besten Fällen solltest du die Antibiotika erhalten, bevor sich die erste Hustenattacke zeigt, aber auch der Beginn der Therapie 1 bis 2 Wochen nach Beginn der Beschwerden ist sinnvoll. Die Behandlung unterbricht die Infektionskette, indem verhindert wird, dass du den Erreger in die Umwelt abgibst. Du solltest darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu dir zu nehmen. Wenn du oder dein Kind stark unter Hustenattacken leiden, kann es hilfreich sein, häufiger, kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen, um die Wahrscheinlichkeit von Erbrechen zu minimieren.

So kann Kry helfen

Keuchhusten hat ein ganz typischen Klang. Über Kry kannst du einer Ärztin oder einem Arzt direkt ein Video von einem Hustenanfall schicken, um dir den Verdacht auf Keuchhusten bestätigen zu lassen. Zusätzlich kann sie oder er dich dazu beraten, wie du dich verhalten solltest, wenn du oder dein Kind Keuchhusten habt. Über Kry kannst du direkt eine Krankschreibung erhalten, um die Ausbreitung des Keuchhustenerregers so weit wie möglich einzudämmen.

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