Insektenstiche

Insektenstiche lösen in der Regel milde Symptome wie Juckreiz oder Schmerzen aus, die innerhalb weniger Tage von alleine zurückgehen. Selten lösen Insektengifte eine lokal begrenzte, toxische Reaktion aus, die in Einzelfällen mit ausgedehnten Hautveränderungen oder schwereren allergischen Reaktionen einhergehen kann. Feuchte, kalte Umschläge können die Beschwerden schnell lindern.

Mücken: Mücken befinden sich oft in der Nähe von Wasser und mögen Schweißgeruch und dunkle Kleidung. Ihre Stiche äußern sich zunächst durch Schmerzen und juckende Quaddeln. Ein Mückenstich hat ein rotes, kreisförmiges Aussehen mit einer kleinen Einstichstelle in der Mitte.

Bienen und Wespen: Bienen- und Wespenstiche lösen Rötungen, Schwellungen und Schmerzen aus. Ihre Gifte können lokale allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen (allergischen) Schock hervorrufen.

Bienen stechen nur, wenn sie sich gestört fühlen. Ein Bienenstachel besitzt einen Widerhaken, der oft in der Wunde zurückbleibt. Deshalb können Bienen nur einmal stechen. Wespen hingegen sind viel aggressiver. Da Wespen ihre Nester in Menschennähe bauen, sind Wespenstiche sind viel häufiger als Bienenstiche. Der Widerhaken eines Wespenstachels ist weniger ausgebildet als der einer Biene und bleibt nicht in der Wunde zurück. Deshalb können Wespen mehrmals stechen.

Bremsen: Bremsen halten sich in der Nähe von Kuhweiden und Bauernhöfen auf. Sie ernähren sich nicht nur von menschlichem Blut, sondern vor allem vom Blut der Weidetiere. Sie sind in den Sommermonaten besonders aktiv und werden von Schweißgeruch angelockt. Ihre Stiche sind schmerzhaft, jedoch meist harmlos.

Zecken: Zecken leben vor allem in Wäldern und auf Rasenflächen. Sie saugen das Blut aus den Körperregionen mit den dünnsten Hautstellen wie z. B. Kniekehlen, Unterschenkel oder der Leistengegend. Bei Kindern sind sie oft im Kopf- und Halsbereich, am Haaransatz oder hinter den Ohren zu finden. Zecken können Krankheiten wie z.B. Lyme-Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. Eine mit Blut gefüllte Zecke kann bis zu 1,5 cm groß werden. Wenn du eine Zecke entdeckst, entfernst du sie am besten sofort mit einer Pinzette/Zeckenzange/Zeckenkarte, um eine Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Aufgrund des Mechanismus, mit dem eine Zecke Blut entnimmt, spricht man eher von einem „Zeckenstich“ als von einem „Zeckenbiss“. Durch den Zeckenstich kann eine ringförmige rötliche Hautentzündung mit einer zentralen Aufhellung (Wanderröte) entstehen. Dies ist ein Zeichen der Borreliose, einer Infektionskrankheit, die durch infizierte Zecken übertragen werden kann. Auch wenn ein Zeckenstich notwendig ist, um sich mit Borreliose zu infizieren, ist diese Erkrankung dennoch nicht so häufig, wie man denkt, da, im Durchschnitt, nur jeder zehnte Biss einer infizierten Zecke zu einer Borreliose führt. In diesem Fall ist eine antibiotische Behandlung nötig. Das Fehlen solcher Hautveränderung schließt einen Zeckenstich nicht aus.

Die Symptome nach einem Insektenstich oder Insektenbiss hängen von der Insektenart, von dem Insektengift und von der Lokalisation der Stichstelle ab. Personen, die z.B. im Mundrachenraum gestochen wurden, können eine schwerere Symptomatik entwickeln, da die durch den Insektenstich ausgelöste Schwellung die Atemwege blockieren kann. Zu den typischen Symptomen bei einem Insektenstich gehören:

  • Schmerzen
  • Rötungen
  • Schwellungen
  • Juckreiz
  • Brennen
  • Taubheitsgefühl
  • Kribbeln

In Einzelfällen, insbesondere bei einem Wespen- oder Bienenstich, kommt es zu einer schweren allergischen Reaktion auf das Insektengift (anaphylaktischer Schock). Dieser kann lebensbedrohlich sein und muss sofort von einem Arzt behandelt werden. Folgende Symptome können bei einem anaphylaktischen Schock auftreten:

  • Atembeschwerden bis hin zur Atemnot
  • Schwellungen im Gesicht, am Hals oder den Lippen
  • Verwirrtheit
  • Schneller Herzschlag
  • Ausschlag am ganzen Körper
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Kreislaufschock mit Bewusstlosigkeit

Falls du nach einem Insektenstich eines oder mehrere der oben aufgeführten Symptome verspürst, solltest du den Notarzt verständigen oder die Notaufnahme aufsuchen. Es kann sich um eine lebensgefährliche Situation handeln.

Insektenstiche oder -bisse haben oft ein sehr spezifisches Aussehen. Um die Insektenart nach einem Stich einzugrenzen, kann der Arzt dir folgende Fragen stellen:

  • Hast du dich in der Nähe von Tieren aufgehalten (z.B. Hunde, Pferde)?
  • Sind die Hautveränderungen nach einem Waldspaziergang aufgetreten?
  • Warst du im Ausland?
  • Sind irgendwelche Allergien bei dir bekannt?
  • Hast du dich an unhygienischen Orten aufgehalten?

In bestimmten Situationen können Haut- und Blutuntersuchungen erforderlich sein.

Du solltest einen Arzt konsultieren, falls die Hautveränderungen (Rötungen, Schwellungen) mehrere Tage unverändert bleiben. Bei einer oder mehreren dieser Beschwerden solltest du ebenfalls einen Arzt zu Rate ziehen:

  • Atembeschwerden
  • Schwellungen im Kopf- oder Halsbereich
  • Müdigkeit oder Krankheitsgefühl
  • Fieber
  • Schluckbeschwerden
  • Falls vorhanden, sollte der Stachel so schnell wie möglich entfernt werden. Dafür kannst du die Einstichstelle mit einer dünnen stumpfen Kante (z.B. Kante der Kreditkarte) herausschaben. Der Stachel enthält Giftstoffe und darf nicht mit der Hand angefasst werden.
  • Die Einstichstelle mit kaltem Wasser oder in Tücher eingeschlagenen Eiswürfeln kühlen. Du solltest Eis nie direkt auf die Wunde auflegen, da die Gefahr eines Erfrierungsbrandes besteht.
  • Bei einem Stich am Arm oder am Bein kann die Extremität hochgelagert werden, um den Entzündungsprozess zu verlangsamen.
  • In den folgenden Tagen die Einstichstelle nach Infektionszeichen wie zunehmender Rötung, Schwellung oder Schmerzen beobachten.
  • Vermeide Parfüm oder parfümierte Kosmetika beim Aufenthalt im Freien. Diese locken Insekten insbesondere Wespen, an.
  • Barfußlaufen und das Tragen von offenem Schuhwerk vermeiden.
  • Lange helle Kleidung tragen.
  • Vermeide dunkle Kleidungsstücke.
  • Moskitonetze und Insektensprays verwenden.
  • Nach einem Waldspaziergang die Haut nach Zecken oder Zeckenstichen absuchen.
  • Haustiere regelmäßig auf Flöhe oder andere Parasiten untersuchen.
  • Personen, insbesondere Hundebesitzer, die in einem FSME-Risikogebiet leben (z.B. Bayern, Baden-Württemberg), sollen sich gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) impfen.
  • An schwülheißen Tagen sind Insekten besonders aggressiv und können durch hektische oder schlagende Bewegungen leicht provoziert werden.

Nach Rücksprache mit einem Arzt können bei kleinen Hautveränderungen kühlende Cremes, Schmerzmittel und/oder Antihistaminika gegen den Juckreiz verwendet werden. Bei sehr ausgeprägter Schwellung und Rötung kann das Auftragen kortisonhaltiger Salben helfen. Bei Insekten, die Krankheitserreger übertragen können, muss die Einstichstelle streng beobachtet werden. Falls weitere Symptome auftreten, muss eine medikamentöse Therapie erfolgen.

Wie sieht eine allergische Stichreaktion aus? Welche Symptome erwarten dich bei einem Insektenstich? Wie kannst du deine Beschwerden lindern? Welche Komplikationen gehen mit einem Insektenstich einher? Solltest du einen Allergietest vornehmen? Welche allergologische Tests gibt es? Kann man den Insektenstich auch medikamentös behandeln? Wie kannst du dich vor möglichen Insektenstichen in Zukunft schützen? Diese und andere Fragen kannst du über die KRY Video-Sprechstunde mit einem unserer Ärzte besprechen. Unsere Ärzte beraten dich umfassend zu deinen Symptomen und zum weiteren Vorgehen. Gegebenenfalls können unsere Ärzte dir auch Medikamente oder Salben empfehlen oder dir ein Rezept dafür ausstellen. Ferner können unsere Ärzte dir eine Überweisung zu einem niedergelassenen Hautarzt ausstellen.

  1. Barish R. (08.2018): „MSD Manual, Insektenstiche“, https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/verletzungen,-vergiftungen/bisse-und-stiche/insektenstiche, aufgerufen am 26.05.2020.

  2. Robert Koch-Institut, Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion, aufgerufen am 26.05.2020
    https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/Zecken/Zecken.html#FAQId3447408

  3. American Academy of Pediatrics, Identifying Insect Bites and Stings, aufgerufen am 26.05.2020
    https://www.healthychildren.org/English/health-issues/conditions/from-insects-animals/Pages/Identifying-Insect-Bites-and-Stings.aspx

  4. Przybilla B, Ruëff F. Insektenstiche - Klinisches Bild und Management. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(13): 238–48
    https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=124322

  5. Altmeyer P. (01.2018): „Enzyklopädie der Dermatologie. Insektenstiche (Übersicht)“, aufgerufen am 26.05.2020
    https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/insektenstiche-ubersicht-1966

  6. Robert Koch-Institut, Karte der FSME-Risikogebiete, aufgerufen am 26.05.2020
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_Tab.html

Letzte Aktualisierung:
10. Aug. 2020