Hühnerauge

Als Hühnerauge werden harmlose Hornhautschwielen bezeichnet, die den Patienten mitunter starke Schmerzen bereiten. Hühneraugen finden sich häufig am Fuß oder am Zeh und werden beispielsweise durch zu eng sitzende Schuhe verursacht. In der Regel heilen Hühneraugen von alleine wieder ab und können ohne ärztliche Hilfe behandelt werden.

Definition

Hühneraugen beschreiben eine zunehmende Verhornung bestimmter druckexponierter Hautstellen. Ihr gelblich rundliches Aussehen mit weißem Punkt in der Mitte hat ihnen den Namen „Hühnerauge” oder „Krähenauge” verschafft.

Im Laufe der Zeit wachsen Hühneraugen dornartig nach innen, sodass eine nach innen gerichtete kegelförmige Hornspitze entsteht. Fachleute nennen Hühneraugen auch Clavus, was aus dem Lateinischen übersetzt Nagel bedeutet.

Ursachen von Hühneraugen

Bei dauerhaftem Druck oder wiederkehrender Reibung auf bestimmte Hautstellen kommt es zur Entstehung von Hühneraugen. Die Hornhaut wird stark belastet und erhält dadurch einen Wachstumsreiz. Die Hautzellen vermehren sich, die Haut verhärtet sich und mit der Zeit bildet sich eine Schwiele. Knochennahe, dünne Haut an Händen und Füßen ist besonders häufig betroffen.

Enges Schuhwerk gilt als Risikofaktor für die Bildung von Hühneraugen. Außerdem kann es bei der häufigen Anwendung von Werkzeugen, Sportgeräten wie beispielsweise Hanteln sowie beim Spielen eines Musikinstrumentes zu der Erkrankung kommen. Patienten mit Fußfehlstellungen wie beispielsweise Hallux valgus (Schiefstand der Großzehe) oder Hammerzehen sind besonders gefährdet, an Hühneraugen zu leiden. Gelenkerkrankungen begünstigen ebenfalls die Ausbildung von Hühneraugen. Auch bei trockener Haut kommt es vermehrt zu Clavi. Diabetiker mit Sensibilitätsstörungen neigen ebenfalls dazu, Hühneraugen zu entwickeln.

Symptome bei Hühneraugen

Hühneraugen verursachen Schmerzen sowohl beim Gehen als auch beim Stehen. Die rundlichen Hautveränderungen treten häufig an den Zehen, in den Zehenzwischenräumen und an den Fußsohlen auf. In der Mitte des Hühnerauge ist zumeist ein weißlicher Kern zu sehen, der den Patienten besonders Schmerzen bereitet.

Diagnose von Hühneraugen

Als sogenannte Blickdiagnose lässt sich die Erkrankung sehr schnell erkennen. Der behandelnde Arzt begutachtet die Hautveränderung und kann dadurch feststellen, um was es sich handelt. Nur in Einzelfällen ist zusätzlich eine Hautprobe nötig, um die endgültige Diagnose zu stellen.

Hühnerauge oder Warze?

Hühneraugen können mit ihrem Aussehen an Warzen erinnern. Auch Warzen treten häufig an der Fußsohle sowie anderen druckexponierten Stellen auf. Meist liegen sie der Haut jedoch flacher auf und zeigen kleine schwarze Punkte auf der Oberfläche. Warzen werden durch Humane Papillomaviren (HPV) ausgelöst, die als Schmierinfektion übertragen werden können. Aus diesem Grund sollte bei der Entfernung vorsichtig vorgegangen werden, um eine Ausbreitung der Viren zu verhindern. Besonders bei vielen kleinen Hautveränderungen ist die Diagnose Warze wahrscheinlicher. Lassen sich Hühneraugen nur sehr schwer behandeln, sollte ebenfalls eine zugrundeliegende Warze in Betracht gezogen werden. Bei Unklarheiten kann ein Gespräch mit einem Arzt weiterhelfen.

Therapie von Hühneraugen

Hühneraugen bilden sich aufgrund konstantem Druck oder häufiger Reibung an der gleichen Hautstelle. Deshalb ist es für die Behandlung wichtig, die Auslöser zu erkennen und zu beseitigen.. Zusätzlich kann versucht werden, die Abheilung mit einfachen Hausmitteln gegen Hühneraugen zu unterstützen.

  • Hühneraugen selbst entfernen: Halte die betroffene Körperstelle circa zehn bis zwanzig Minuten in warmes Wasser. Die Wärme löst die Hornschicht auf und macht sie weich. Anschließend kann die überschüssige Haut mit einem Bimsstein vorsichtig abgetragen werden. Verzichte dabei auf scharfe Werkzeuge wie Klingen, Hobel oder Hornhautfräsen. Wiederhole dies regelmäßig bis das Hühnerauge vollständig abgetragen ist.
  • Hornhautmittel (Keratolytika) wie Harnstoff (Urea) oder Salicylsäurehaltige Präparate können den Heilungsprozess außerdem unterstützen. Diese sind in Form von Hühneraugenpflaster, Cremes, Lösungen und Tinkturen rezeptfrei in den Apotheken erhältlich. Je nach Produkt sollten diese regelmäßig auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Die umliegende Haut sollte dabei durch Fettsalbe (Vaseline) geschützt werden.
  • Bei sehr störenden Hühneraugen oder bei Patientenwunsch kann die Hornschicht durch eine medizinische Fußpflegekraft (Podologe) oder einen Arzt entfernt werden. Besonders bei empfindlichen Füßen im Rahmen von Diabetes Mellitus oder Durchblutungsstörungen sollte die Behandlung den Experten überlassen werden.

Das kannst du bei Hühneraugen tun

  • Enges Schuhwerk sollte gegen __weites Schuhwerk __ausgetauscht werden.
  • Versuche so oft es geht, barfuß zu laufen.
  • Bei Fußfehlstellungen können orthopädisch angefertigte Einlagen eine bessere Fußhaltung ermöglichen.
  • Kleine Polsterpflaster können zusätzlich angewandt werden, um die entsprechende Stelle vor Druck zu schützen.
  • Bei Hühneraugen durch wiederholte Nutzung von Sportgeräten können beispielsweise Schaumstoffpolster genutzt werden, um die Reibung zu lindern.
  • Kommen die Hühneraugen an der Hand durch die Benutzung von Werkzeugen auf der Arbeit zustande, sollte der Arbeitgeber darauf aufmerksam gemacht werden. Eventuell gibt es Möglichkeiten, diese durch Handschuhe oder entsprechende Schutzkleidung zu vermeiden.

Wann zum Arzt?

In der Regel kannst du dein Hühnerauge selber behandeln. Zeigt sich allerdings über einen langen Behandlungszeitraum keine Besserung, solltest du einen Arzt konsultieren. Auch eine Beschwerdezunahme sollte gegebenenfalls mit einem Experten besprochen werden. Bei Vorerkrankungen wie Diabetes Mellitus, peripherer arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), Neuropathie und anderen Erkrankungen, die das Gefühl oder die Durchblutung der Beine einschränken, sollte immer eine Behandlung durch den Arzt erwogen werden. Bei unzureichender Behandlung von Hühneraugen kann es zu Komplikationen wie Fistelbildung und Infektionen kommen.

Quellen

  • Gesundheitsinformation.de, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (27.03.2019): “Hühnerauge” from https://www.gesundheitsinformation.de/huehnerauge.3340.de.html, last access 04.06.2020
  • Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 06/2019 (09.02.2016): “Hühneraugen Schmerzhaft, aber harmlos” from https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-062016/schmerzhaft-aber-harmlos/, last access 04.06.2020
  • Deutsche Apotheker Zeitung (18.07.2019): “Beratungsquickie: Was ist ein Hühnerauge und was hilft dagegen?” https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/07/18/was-ist-ein-huehnerauge-und-was-hilft-dagegen, last access 04.06.2020
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