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Hepatitis C: Übertragung und Behandlung

Hepatitis C ist eine Virusinfektion der Leber. Das Virus, das für die Krankheit verantwortlich ist, heißt einfach Hepatitis-C-Virus (HCV).

Was ist das Hepatitis-C-Virus?

Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit, die die Leber betrifft und vom Hepatitis-C-Virus verursacht wird. Sie führt erst zu akuter Hepatitis, einer Entzündung der Leber. In 15–30 % der Fälle klingt sie von alleine ab. In 70–85 % der Fälle von Hepatitis C entwickelt sie sich zu einer chronischen Form weiter.

Chronische Hepatitis C zerstört langsam die Struktur der Leber. Das kann dazu führen, dass sich eine Leberzirrhose oder Krebs bildet. Das Risiko eines schlechten Verlaufs wird erhöht durch Alkoholkonsum, eine zusätzliche Infektion mit HIV, Übergewicht, Alter und bestimmte genetische Faktoren.

Gegen Hepatitis C gibt es keinen Impfstoff, aber die antivirale Behandlung ist sehr effektiv und kann die Krankheit heilen.

Die Erkrankung kann unbemerkt auftreten und wird dann möglicherweise jahrelang nicht erkannt. Deswegen sind Screening-Tests wichtig. Ein Screening auf Hepatitis C kann einmalig ab 35 Jahren erfolgen.

Folgende Personengruppen haben ein höheres Risiko für Hepatitis C:

  • Personen, die Drogen nehmen (intravenös spritzen oder durch die Nase)

  • Personen, die vor 1992 eine Bluttransfusion oder ein Organ-, Gewebe- oder Zelltransplantat erhielten

  • homosexuelle Männer

  • Personen, die auf Blutwäsche angewiesen sind

  • Personen, die HIV-positiv sind.

Das systematische Screening auf Hepatitis C war vor 2017 Menschen mit hohem Infektionsrisiko vorbehalten. Seitdem wird es aber für alle Erwachsenen empfohlen, bei denen noch nie ein entsprechender Test vorgenommen wurde. Diese Entscheidung wurde getroffen, nachdem festgestellt wurde, dass bei 30 % der Menschen mit Hepatitis-C-Diagnose kein Risikofaktor vorlag.

Übertragung von Hepatitis C

Hepatitis C wird inzwischen hauptsächlich über das Blut bei der intravenösen Injektion von Drogen übertragen. Bis 1992 waren Bluttransfusionen der andere Hauptverursacher der Krankheit. Die 20 % der Fälle von Hepatitis C ohne offensichtliche Ursache könnten durch weitere Übertragungsarten erklärt werden: gemeinsam genutzte Rasierer, Zahnbürsten oder Nagelscheren, Geschlechtsverkehr sowie Übertragung von der Mutter auf das Kind.

Symptome von Hepatitis C

Akute Hepatitis C kann ganz ohne Symptome oder mit sehr leichten Symptomen verlaufen. Daher wird sie in 90 % der Fälle nicht erkannt.

Wenn Symptome auftreten, kommt es zu Erschöpfung und einer gelb-orangen Verfärbung der Haut und der Augen, die man Gelbsucht nennt. Dazu können Appetitlosigkeit und Schmerzen in der Leber (im rechten Oberbauch), Fieber oder Schmerzen im ganzen Körper auftreten. Akute Hepatitis dauert ungefähr 2 Wochen. In 15–30 % der Fälle klingt sie von alleine ab. Die hauptsächliche Gefahr einer akuten Hepatitis besteht darin, dass sie zu einer sehr seltenen, aber sehr ernsten Form fortschreitet, der so genannten fulminanten Hepatitis. Hier kann sogar eine Notfall-Lebertransplantation notwendig sein.

Wenn das Virus nach der akuten Form weiter im Körper bleibt, spricht man von chronischer Hepatitis. Eine chronische Hepatitis entwickelt sich meist über mehrere Jahre lang unbemerkt, bis es zu Komplikationen wegen der immer stärkeren Zerstörung der Leber kommt. Dazu kann Leberzirrhose oder Krebs gehören. Der Verlauf ist im Allgemeinen langsam und mit Symptomen verbunden. Bestimmte Faktoren können die Entwicklung einer Leberzirrhose begünstigen. Dazu gehören Alkoholkonsum, eine gleichzeitige Infektion mit HIV oder Hepatitis B und Übergewicht.

Chronische Hepatitis C kann auch mit einem Leberzellkrebs verbunden sein, der Hepatozelluläres Karzinom genannt wird.

Folgen von Hepatitis C

Hepatitis C ist eine Lebererkrankung, die durch eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus verursacht wird. Liegt das Virus im Körper vor, verursacht es im Wesentlichen eine Zerstörung der Leberzellen. Die Leber kann ihre Funktionen dann nicht mehr erfüllen.

Die Leber ist ein lebenswichtiges Organ. Sie erfüllt verschiedene Funktionen. Zu den wichtigsten gehören:

  • Speicherung und Verteilung von Nährstoffen aus der Verdauung

  • Entgiftung des Körpers, das heißt Abbau von Giftstoffen, die im Körper produziert oder wie im Fall von Alkohol von außen zugeführt werden

  • Produktion der meisten Bluteiweiße

  • Produktion von Galle, einer Flüssigkeit, die für die Verdauung von Fetten unerlässlich ist.

Behandlung von Hepatitis C

Die Weltgesundheitsorganisation hat sich das Ziel gesteckt, Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) bis 2030 zu eliminieren. Das bedeutet, dass Neuansteckungen um 90 % und HCV-bedingte Todesfälle um 65 % gesenkt werden sollen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde eine vereinfachte Behandlung festgeschrieben. Die Therapie soll über verbreitete, spezialisierte Praxen erfolgen und ohne Umweg über das Krankenhaussystem angeboten werden, um für möglichst viele Menschen zugänglich zu sein.

Unterstützung und Behandlung

Diese vereinfachte Behandlung ist für Menschen mit chronischer HCV-Infektion vorgesehen, es sei denn unkontrollierter Alkoholkonsum liegt vor.

In diesem Fall basiert die Behandlung auf einer neuen Generation „direkt wirksamer“ antiviraler Medikamente, die das Virus davon abhalten, sich zu vermehren.

Es werden drei Klassen unterschieden, basierend auf dem Zielmolekül:

  • NS3A/4A-Proteaseinhibitoren (Grazoprevir, Voxilaprevir, Glecaprevir)

  • NS5A-Proteininhibitoren (Ledipasvir, Elbasvir, Pibrentasvir, Velpatasvir)

  • NS5B-Inhibitoren (Sofosbuvir)

Die unterschiedlichen Behandlungen

Damit die Behandlung wirksam ist, müssen die Medikamente regelmäßig und wie verordnet eingenommen werden. Die Behandlung wird allgemein gut vertragen. Bestimmte Medikamente sollten nicht eingenommen werden, da es zu Wechselwirkungen kommen kann. Du kannst sie auf der Website HEP Drug Interactions oder in der Smartphone-App HEP iChart nachschlagen.

Die Wirksamkeit der Behandlung wird über einen Bluttest beurteilt. Er findet 12 Wochen nach Ende der Behandlung statt. Wenn bei diesem Test kein Hepatitis-C-Virus nachgewiesen wird, gilt die Person als geheilt.

Gründe für Behandlungsversagen

Im Wesentlichen gibt es folgende Gründe, warum eine HCV-Behandlung fehlschlägt:

  • die Behandlung wird nicht befolgt (die Person nimmt das Medikament nicht wie angewiesen ein)

  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die die Wirksamkeit der Behandlung gegen HCV verringern

  • frühzeitiger Abbruch der Behandlung

  • das Virus ist gegen die Behandlung resistent

  • erneute Infektion mit HCV während der Behandlung.

Es ist möglich, sich nach der Genesung wieder mit dem Hepatitis-C-Virus anzustecken. Deshalb sollten Menschen mit dauerhaft riskantem Verhalten (aktiver Drogenkonsum oder riskantes Sexualverhalten) sich weiter regelmäßig auf Hepatitis C testen lassen.

Wenn die vereinfachte Behandlung keine Option ist, beispielsweise aus den oben genannten Gründen, muss die medizinische Fachkraft die Versorgung individuell anpassen. Dann ist auch eine Behandlung mit anderen Klassen antiviraler Medikamente möglich.

Bei Leberkrebs oder wenn die Leber schon zu stark geschädigt ist, kann nur mit einer Lebertransplantation behandelt werden. Zuvor oder danach wird sie durch eine antivirale Behandlung ergänzt, je nach Fall. In Frankreich werden 30 % aller Lebertransplantationen bei Menschen mit chronischer Hepatitis C durchgeführt.

Gibt es einen Impfstoff?

Gegen Hepatitis C gibt es keinen Impfstoff, aber die antivirale Behandlung ist sehr effektiv und kann die Krankheit heilen.

Möglichkeiten zum Schutz vor dem Virus

Der ideale Schutz vor dem Virus ist, die Übertragung zu begrenzen:

  • Verwenden von Kondomen beim Sex

  • Verwendung von Einweg-Spritzbesteck bei der intravenösen Injektion von Drogen

  • Verwenden von Einweg-Produkten oder sterilen Geräten beim Piercen und Tätowieren

  • Verzicht auf die gemeinsame Verwendung von Körperpflegeartikeln, die mit Blut in Kontakt kommen können: Rasierer, Nagelschere, Nagelknipser, Zahnbürste

  • Screening von Blutspenden.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wir empfehlen dir, für ein Hepatitis-C-Screening zum Arzt zu gehen, wenn du noch nie eins gemacht hast. Und zwar unabhängig von deinen Risikofaktoren. Wir empfehlen das noch dringender, wenn du zu einer dieser Gruppen gehörst:

Menschen, die vor 1992:

  • eine Transfusion erhielten

  • eine große Operation hatten (Herz, Blutgefäße, Gehirn, Magen-Darm, Lunge, Fortpflanzungsorgane, Rücken, Hüft- oder Knieprothese usw.)

  • auf einer Intensivstation lagen

  • eine schwierige Geburt hatten

  • eine Magen-Darm-Blutung hatten

  • nach der Geburt auf der Neugeborenen- oder Kinderstation lagen (extreme Frühchen, Blutaustauschtransfusion)

  • ein Gewebe-, Zell- oder Organtransplantat erhielten

  • auf Blutwäsche angewiesen waren.

Auch die folgenden Personen sollten einen Arzt aufsuchen:

  • Menschen, die sich Drogen spritzen oder durch die Nase nehmen (und dabei das Injektionsbesteck bzw. Röhrchen mit anderen geteilt haben)

  • Kinder von HCV-positiven Müttern

  • Sexualpartner oder -partnerinnen von Menschen mit chronischer Hepatitis C

  • Männer, die Sex mit Männern hatten (MSM)

  • Angehörige von Menschen mit chronischer Hepatitis C (Teilen von Gegenständen, die möglicherweise mit Blut kontaminiert sind, wie Rasierer oder Zahnbürste)

  • Menschen, die inhaftiert waren oder sind (Teilen scharfer Gegenstände, Suchtverhalten)

  • Menschen, die sich tätowieren oder piercen ließen oder eine Mesotherapie oder Akupunktur erhalten haben, falls dabei keine Einweg-Produkte oder Produkte für den persönlichen Gebrauch verwendet wurden

  • Menschen, die aus einem Land mit hoher HCV-Verbreitung stammen, mehrere Jahre in einem solchen Land gelebt haben oder sich in einem solchen Land einer medizinischen oder zahnärztlichen Behandlung unterzogen haben

  • Menschen mit auffällig hohem Spiegel an Alaninaminotransferase (ALT) ohne bekannte Ursache

  • HIV-positive Menschen oder Menschen mit HBV-Infektion

  • Medizinische Fachkräfte, die versehentlich in Kontakt mit Blut gekommen sind

Wir empfehlen dir, sofort zum Arzt zu gehen, wenn bei dir Anzeichen für Hepatitis auftreten, beispielsweise:

  • Fieber, Schmerzen im ganzen Körper, Kraftlosigkeit

  • Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augen)

  • sehr dunkler Urin in Verbindung mit hellem Stuhl

  • Schmerzen im rechten Oberbauch.

Wir empfehlen dir, eine Notfallambulanz aufzusuchen, falls bei dir Folgendes auftritt:

  • deutliche und langanhaltende Gelbsucht

  • anormale Blutung

  • Schlafstörungen

  • Verwirrtheit, Benommenheit.

Wie kann Kry helfen?

Unsere Kry Ärzte können ein Screening auf Hepatitis C einleiten, indem sie online einen Bluttest verordnen. Wenn klinische Anzeichen für eine Hepatitis vorliegen, überweisen sie dich für eine körperliche Untersuchung zu einem Facharzt.

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