Gastritis

Gastritis ist eine entzündliche Erkrankung der Magenschleimhaut. Sie kann entweder akut oder chronisch auftreten und wird durch verschiedene Faktoren (oft bakteriell) hervorgerufen. Unbehandelt kann eine Gastritis zu mehreren Komplikationen wie z. B. einer Magenulkuskrankheit führen.

Akute Gastritis kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Das Weglassen der auslösenden Faktoren führt in der Regel zur spontanen Abheilung. Auslöser sind unter anderem exzessiver Alkoholkonsum, Bakterien, regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, Lebensmittelvergiftungen oder auch Stress.

Chronische Gastritis wird abhängig von der zugrundeliegenden Ursache in mehrere Typen klassifiziert:

  • Typ A ist eine Autoimmungastritis
  • Typ B ist eine bakterielle Gastritis
  • Typ C ist eine chemische Gastritis
  • Seltene Sonderformen wie z. B. Crohn-Gastritis

In Deutschland ist die bakterielle Gastritis (Typ B) durch eine Infektion mit „Helicobacter Pylori“ der häufigste Typ von Magenentzündungen.

Die Symptome von Gastritis sind oft unspezifisch und die Erkrankung verläuft meist ohne Beschwerden. In manchen Fällen klagen die Betroffenen über Bauchschmerzen, vermehrtes Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit.

Eine bakterielle Besiedlung des Magens mit einem Erreger namens „Helicobacter Pylori“ ist die häufigste Ursache für eine Magenschleimhautentzündung. Die Bakterien dringen in die Magenschleimhaut ein und lösen eine Entzündung aus. Bei fortgeschrittenen Stadien kann es dadurch zu einem Magengeschwür kommen.

Auch die regelmäßige Einnahme von sogenannten „gebräuchlichen Schmerzmitteln“ (z. B. Aspirin oder Ibuprofen), Rauchen oder hoher Alkoholkonsum können eine Magenschleimhautentzündung von „Typ C“ bewirken.

Akute Gastritis kann mehrere Wochen andauern.
Chronische Gastritis kann unbehandelt Monate bis Jahre bestehen.

Der Arzt erhebt eine ausführliche Krankengeschichte über Art und Dauer der Beschwerden sowie die regelmäßige Einnahme von Arzneimitteln. Weitere diagnostische Maßnahmen sind unter anderem eine Magenspiegelung (Endoskopie), eine Biopsie aus der Magenschleimhaut, Stuhl- oder Atemtests. In besonderen Fällen sollte eine labormedizinische Untersuchung erfolgen.

Wenn Du Bauchschmerzen, Erbrechen oder Stuhlveränderungen (blutiger oder schwarzer Stuhlgang) hast, solltest Du einen Arzt konsultieren.

Die Behandlung von Gastritis hängt von der Krankheitsursache ab. Falls die Magenschleimhautentzündung durch einen übermäßigen Schmerzmittelkonsum ausgelöst wurde, solltest Du diese nicht mehr einnehmen. Auch Alkohol und Rauchen sollen bei Gastritis vermieden werden.

Bakteriell induzierte Magenschleimhautentzündung durch eine Infektion mit „Helicobacter Pylori“ wird oft mit einer Kombination aus Antibiotika und Protonenpumpeninhibitoren (Magensäureblockern) behandelt.

In einzelnen Fällen kann die alleinige Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (Magensäureblocker) die Beschwerden lindern und vor Komplikationen schützen.

Es ist bisher unklar, ob bestimmte Nahrungsmittel das Risiko für Gastritis erhöhen. Chronische Typen von Magenschleimhautentzündungen können jedoch die Aufnahme von Eisen und Vitamin B12 im Darm verhindern. Durch Vitamin B12- bzw. Eisenmangel kommt es zur Blutarmut. Deshalb kann der Arzt bei Gastritis Eisen- bzw. Vitaminpräparate verschreiben.

Über unsere Videosprechestunde kannst Du dem Arzt Deine Beschwerden schildren. Anhand spezifischer Fragen hilft Dir der Arzt, herauszufinden, ob es sich um eine akute oder chronische Form der Magenschleimhautentzündung handelt. Er kann Dir einen Therapieplan vorschlagen und wenn weitere Untersuchungen notwendig sind eine Überweisung zum Gastrologen ausstellen.

  1. Herold, Innere Medizin 2019, Gastritis

  2. The National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, Health Information Center, Gastritis & Gastropathy
    https://www.niddk.nih.gov/health-information/digestive-diseases/gastritis-gastropathy/definition-facts

  3. Microbial Diseases of the Digestive System, Peptic Ulcer Disease, Microbiology with Diseases by Body System, Robert W. Bauman, 4th Edition

  4. S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit
    https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-001l_S2k_Helicobacter-pylori-gastroduodenale_Ulkuskrankheit_2018-08.pdf

Letzte Aktualisierung:
31. Januar 2020