Kry-logo
Jetzt installieren

Blutgerinnsel (Thrombose)

Ein Blutgerinnsel besteht aus geronnenem Blut, das an einer Stelle im Körper den Blutfluss behindert. Es bildet sich am häufigsten im Bein, kann aber zum Beispiel auch in der Lunge oder im Gehirn auftreten. Kleine Gerinnsel verursachen nicht immer ausgesprochene Beschwerden, doch große Blutgerinnsel können lebensbedrohlich sein. Blutverdünnende Medikamente werden sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von Blutgerinnseln verwendet. Wenn du Symptome einer Thrombose hast, solltest du so schnell wie möglich eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen – egal, wo das Blutgerinnsel sitzt.

Wenn du oder jemand in deiner Nähe Atemnot, Brustschmerzen oder Anzeichen eines Schlaganfalls – eines Blutgerinnsels im Gehirn – hat, solltest du die 112 rufen.

Was ist ein Blutgerinnsel?

Ein Blutgerinnsel heißt in der Medizinersprache Thrombose. Die Bezeichnung stammt vom lateinischen Wort für Blutplättchen ab, den so genannten Thrombozyten. Die Blutplättchen fördern die Gerinnung des Bluts, also dass es fest wird.

Dass das Blut gerinnen kann, ist lebenswichtig für den Körper – es verhindert, dass wir verbluten, wenn ein Blutgefäß verletzt wird. Doch wenn das Blut – zum Beispiel aufgrund von langem Sitzen oder einer Arterienverkalkung – in einem Blutgefäß gerinnt, kann sich ein Blutgerinnsel bilden, das den Blutfluss in einem Teil des Körpers behindern oder ganz unterbrechen kann. Das führt zu Sauerstoffmangel.

Ein Blutgerinnsel entsteht zumeist in einem Bein, besonders in der Wade. Manchmal löst sich ein Teil des Gerinnsels und folgt dem Blutstrom bis in die Lungen, wo das Gerinnsel den Blutfluss und damit die Sauerstoffzufuhr blockiert. Ein Blutgerinnsel, das dem Blutfluss folgt, wird Embolie genannt. Ein häufig auftretendes Beispiel ist die Lungenembolie. Bei einem unregelmäßigen Herzrhythmus, zum Beispiel Vorhofflimmern, kann ein Blutgerinnsel direkt im Herzen entstehen, das sich weiter ins Gehirn fortbewegt und zu einem Schlaganfall (Hirninfarkt) führt.

Symptome bei einem Blutgerinnsel

Ein Blutgerinnsel verursacht unterschiedliche Symptome, je nachdem wie groß es ist und wo es auftritt. Häufig kommt es vor, ein Gerinnsel im Bein zu bekommen, die so genannte tiefe Venenthrombose. Ein Blutgerinnsel, das schnell entsteht und häufig Schmerzen in der Wade, an den Oberschenkeln oder im ganzen Bein verursacht. Das Bein wird warm, geschwollen, rot und empfindlich. In bestimmten Fällen wächst ein Blutgerinnsel im Bein langsam an – dann entwickeln sich die Symptome schrittweise.

Ein Blutgerinnsel, das dem Blutstrom bis in die Lungen folgt, kann starke Schmerzen in der Brust, Husten und Atemnot verursachen. Kleine Gerinnsel verursachen nicht immer deutliche Beschwerden, doch größere Blutgerinnsel können zu lebensbedrohlichen Symptomen führen.

Wenn du ein Blutgerinnsel im Gehirn bekommst, bekommst du einen Schlaganfall, der sich unter anderem in Form von Taubheitsgefühlen oder Lähmungen zeigen kann, oft auf der einen Seite des Gesichts oder Körpers. Du kannst auch Schwierigkeiten beim Sprechen, Aussprechen von Wörtern, normalen Bewegungen und dem Gleichgewicht bekommen.

Häufige Symptome bei einem Blutgerinnsel im Bein: warmes Gefühl im Bein

  • Schwellungen an der Wade oder am ganzen Bein

  • Rötung

  • Empfindlichkeit und Schmerzen.

Häufige Symptome bei einem Blutgerinnsel in der Lunge:

  • Atembeschwerden oder Atemnot

  • Herzrasen und hoher Puls

  • plötzlich auftretende Brustschmerzen, die sich bei tiefem Einatmen oder Husten verschlimmern

  • Husten, manchmal mit blutigem Auswurf

  • Schwindelgefühle und manchmal Bewusstlosigkeit

Häufige Symptome bei einem Blutgerinnsel im Gehirn:

  • Taubheitsgefühle oder Lähmung, oft in einer Gesichtshälfte, den Armen oder Beinen

  • Schwäche in einem Arm oder Bein

  • Sprachstörungen oder undeutliches Sprechen

  • Sehstörungen

  • Koordinationsschwierigkeiten

  • Schwindelgefühle und Probleme mit dem Gleichgewicht

  • merkwürdiges Verhalten und Verwirrung

Blutgerinnsel können manchmal auch an anderen Stellen auftreten, zum Beispiel in den Nieren, der Leber und im Darm. Blutgerinnsel kommen auch in Verbindung mit ernsten Krankheitszuständen vor.

Andere denkbare Erklärungen

Ein Blutgerinnsel im Bein kann bestimmte Ähnlichkeiten mit anderen Beschwerden oder Krankheitszuständen haben. Schwellungen und Schmerzen können zum Beispiel auf Muskelschwund oder Arthrose zurückzuführen sein. Krampfadern können dafür sorgen, dass sich das Bein angespannt oder schwer anfühlt, manchmal mit Krämpfen oder Juckreiz. Herzschwäche und ein Lymphödem können unter anderem zu Schwellungen an beiden Beinen führen. Eine so genannte Bakerzyste kann eine einseitige Beinschwellung verursachen – dann beginnen die Beschwerden oft im Kniegelenk.

Anhaltende Brustschmerzen mit Atembeschwerden und hohem Puls können ein Anzeichen für andere ernste Krankheitszustände sein, die das Herz, die Blutgefäße oder die Lungen betreffen. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Herzinfarkt, Herzschwäche, eine Herzmuskelentzündung oder eine Verengung der Herzkrankgefäße (Angina pectoris) handeln. Asthma kann dich kurzatmig machen und Atembeschwerden verursachen. Atemwegsinfektionen, die eine Reizung des Rippenfells verursachen, können ebenfalls zu Atembeschwerden mit Husten führen.

Muskelschmerzen in der Nähe des Herzens können unter anderem von Trainingsschmerzen oder mentalem Stress verursacht werden, zum Beispiel bei einer Panikattacke. Auch Magen-Darm-Beschwerden wie Magenkatarrh mit schwerem Sodbrennen können als Schmerzen in der Nähe des Herzens erlebt werden. Bei einem Bandscheibenvorfall kann die Muskulatur im Brustkorb beeinträchtigt werden, was anhaltende Schmerzen verursacht, die manchmal bis in die Arme ausstrahlen.

Die Symptome bei einem Blutgerinnsel im Gehirn können manchmal anderen Krankheitszuständen ähneln, wie zum Beispiel den Sehstörungen bei einer Migräne und den Schwindelgefühlen bei einem Lagerungsschwindel. Verwirrung und Koordinationsschwierigkeiten können auch Anzeichen eines Hirntumors sein.

Ursachen für ein Blutgerinnsel

Blutgerinnsel werden durch geronnenes Blut verursacht, das den Blutfluss in einem Blutgefäß im Körper behindert oder blockiert. Dann wird es für das Herz schwerer, das Blut durch den Körper zu pumpen, und das Blut wird nicht ausreichend mit Sauerstoff angereichert. Dies kann dazu führen, dass lebenswichtige Organe zu wenig Sauerstoff bekommen.

Blutgerinnsel können aus vielen Gründen auftreten. Genetische Faktoren können dich anfälliger machen, besonders durch Blutkrankheiten, die das Gerinnungsvermögen des Blutes beeinträchtigen. Durch den Lebensstil bedingte Faktoren sind andere wichtige Faktoren für Gerinnungsprobleme – Übergewicht, Rauchen und ein sitzender Lebensstil verschlechtern den Blutkreislauf und verursachen damit ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel. Das Risiko kann auch steigen, wenn du vorübergehend für lange Zeit still sitzt, wie zum Beispiel bei einer langen Flugreise, oder wenn du nach einer Krankheit oder einer Verletzung noch Probleme hast, dich zu bewegen.

Während einer Schwangerschaft ist das Risiko erhöht, von Blutgerinnseln betroffen zu sein. Das liegt an Hormonveränderungen und Veränderungen beim Blutkreislauf. Auch das Hormon Östrogen kann zu einem erhöhten Risiko beitragen. Deshalb solltest du Verhütungsmittel und Verhütungsmethoden ohne Östrogen verwenden, wenn du besonders anfällig für Blutgerinnsel bist.

Das Risiko für Blutgerinnsel steigt, je älter du bist – am häufigsten sind Menschen über 65 Jahren betroffen. Das liegt unter anderem daran, dass die Herzkranzgefäße mit den Jahren von Arterienverkalkung betroffen sein können. Dann gelangt das Blut schwerer durch die Gefäße, so dass sich leichter Blutgerinnsel bilden können.

Risikofaktoren für Blutgerinnsel:

  • hohes Alter, das unter anderem das Risiko von Arterienverkalkung erhöht

  • Erblichkeit, zum Beispiel Blutkrankheiten oder Blutgerinnsel in der Familie

  • Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes und Krankheitszustände, die zum Beispiel die Blutgerinnung beeinträchtigen

  • frühere Blutgerinnsel oder TIA (transitorische ischämischen Attacke)

  • Gefäßverletzungen, zum Beispiel nach Operationen

  • Östrogenbehandlung, zum Beispiel mit Antibabypillen und anderen Östrogenpräparate

  • Schwangerschaft und Geburt

  • lebensstilbedingte Faktoren wie Übergewicht, Rauchen, hoher Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel

Thrombosen durch Impfstoffe und Medikamente

Während der Corona-Pandemie wurde gemeldet, dass ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel und Blutungen in Verbindung mit bestimmten Impfstoffen gegen Covid-19 besteht. Es gibt Untersuchungen, die darauf verweisen, dass bestimmte Impfstoffe in seltenen Fällen das Gerinnungsvermögen des Blutes beeinträchtigen können. Blutgerinnsel können daher eine sehr seltene Nebenwirkung von bestimmten Impfstoffen sein. Es gibt zudem weitere Medikamente, die ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel verursachen, zum Beispiel bei der Behandlung in Verbindung mit ernsten Krankheitszuständen.

Untersuchung und Behandlung von Blutgerinnseln

Bei Verdacht auf ein Blutgerinnsel musst du immer von einer Ärztin oder einem Arzt untersucht werden. Dabei wird eine Blutprobe genommen und du wirst eventuell geröntgt. Es kann auch sein, dass bei dir eine so genannte Gerinnungsuntersuchung gemacht werden muss.

Um einem Blutgerinnsel vorzubeugen und es zu behandeln, bekommst du gegebenenfalls ein blutverdünnendes Medikament, entweder in Form von Tabletten oder als Spritzen. Es sorgt dafür, dass das Blut nicht so leicht gerinnt. Blutverdünnende Medikamente können vorhandene Blutgerinnsel lösen und das Risiko für die Bildung von neuen verringern.

Bei einem Blutgerinnsel kann es sein, dass du an den ersten Tagen im Krankenhaus versorgt werden musst. Manchmal ist ein chirurgischer Eingriff oder eine Behandlung zur Lösung des Gerinnsels nötig, um den Blutkreislauf zu erleichtern.

Was kann ich selbst tun?

Weil lebensstilbedingte Faktoren manchmal die Ursache für Blutgerinnsel sein können, kannst du selbst in bestimmten Fällen den Beschwerden vorbeugen. Dabei geht es vor allem um einen gesunden Lebensstil, um das Risiko für Übergewicht zu senken. Körperliche Bewegung ist ebenso wichtig – nicht nur um den Körper in einem guten Zustand zu halten, sondern auch um durch die Bewegung den Blutkreislauf zu verbessern.

Um Beschwerden mit Blutgerinnseln im Bein zu lindern und vorzubeugen, kannst du Kompressionsstrümpfe verwenden, die du in der Apotheke bekommst. Wenn du Schmerzen im Bein nach einem Blutgerinnsel hast, kannst du rezeptfreie, schmerzlindernde Medikamente verwenden.

So kannst du das Risiko für Blutgerinnsel verringern:

  • ausreichend Bewegung

  • bewege die Füße, Zehen und Beine, wenn du lange still sitzt oder im Bett liegen musst

  • versuche bei Übergewicht dein Gewicht zu reduzieren

  • hör mit dem Rauchen auf

  • verwende Kompressionsstrümpfe, wenn du lange still sitzt, etwa bei einer langen Flugreise.

Wenn du blutverdünnende Medikamente verwendest, musst du wissen, dass es ein erhöhtes Risiko für Blutungen gibt. Das liegt daran, dass das Blut nicht auf dieselbe Weise gerinnt. Bei einer Verletzung oder Blutung musst du dem Arzt und Pflegepersonal immer mitteilen, dass du Medikamente gegen Blutgerinnsel einnimmst.

Wann du ärztliche Hilfe suchen solltest

Suche einen Arzt oder eine Ärztin auf, wenn die Schwellungen und Schmerzen im Bein oder andere Beschwerden hast, die Anzeichen für ein Blutgerinnsel im Bein sein können.

Rufe bei folgenden Symptomen die 112 an und warte auf den Krankenwagen:

  • akute Brustschmerzen

  • akute Atemschwierigkeiten

  • Sprachstörungen oder Sehstörungen

  • Taubheitsgefühle oder Lähmungen.

So kann dir Kry helfen

Bei Verdacht auf ein Blutgerinnsel suche deine Hausarztpraxis oder ein Krankenhaus auf. Kry kann dir mit einer ärztlichen Beratung und einer ersten Einschätzung deiner Symptome helfen. Eine Thrombose muss jedoch zeitnah ärztlich behandelt werden.

Letzte Aktualisierung: