Bauchschmerzen: ein weites Feld

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Vorstellungsgründen beim Arzt. Häufig sind Bauchschmerzen harmlos und klingen von alleine ab. In manchen Fällen können die Schmerzen aber gefährlich sein und benötigen eine ärztliche Behandlung. Man unterscheidet rasch auftretende, also akute, und chronische Schmerzen, die seit Monaten oder Jahren bestehen. Subakute Schmerzen können weder als akut noch als chronisch eingeordnet werden.

Das Leitsymptom sind Schmerzen in der Bauchregion. Folgende Kriterien sind wichtig für die weitere Differenzierung der zugrundeliegenden Erkrankung:

Lokalisation und Ausstrahlung: Der Bauch wird in 4 Quadranten aufgeteilt: rechter bzw. linker Ober- und Unterbauch. Die Schmerzlokalisation (z.B. Oberbauch rechts) sowie die entsprechende Ausstrahlung, (z.B. in den Rücken oder in den rechten Arm) geben weitere Hinweise auf die mögliche Ursache der Schmerzen.

Qualität, Dauer und Beginn der Schmerzen: Handelt es sich z.B. um brennende, stechende oder wehenartige Schmerzen? Haben die Schmerzen plötzlich angefangen oder waren sie durchgehend vorhanden?

Begleitende Symptome können Fieber, Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Veränderungen im Stuhlgang (Farbe und Konsistenz), vermehrte Urinausscheidung, Müdigkeit, Schwindel, Husten, Atemnot und viele Andere sein.

Achtung! Plötzlich einsetzende Bauchschmerzen, die in den Arm oder Rücken ausstrahlen und von Atemnot, Brustenge oder Erbrechen begleitet werden, müssen sofort vom Arzt abgeklärt werden. Diese können mit einer schwerwiegenden Erkrankung einhergehen.

Die Ursache für Bauchschmerzen hängt meist von ihrer Lokalisation ab. Entscheidend ist, ob es sich hierbei um diffus (überall) auftretende oder gut lokalisierbare Schmerzen handelt. So gibt es eine Reihe von Erkrankungen, die typische Lokalisationen und Charakteristika aufweisen:

Schmerzen im rechten Oberbauch können beispielsweise mit einer Erkrankung der Gallenblase, Leber oder Pankreas zusammenhängen wie z.B. Gallensteine, Gallenblasenentzündung, Hepatitis oder Pankreatitis.

Schmerzen im rechten Unterbauch sind häufig durch eine Blinddarmentzündung bedingt. Andere Ursachen können z.B. aber auch Nierensteine oder Entzündung der Harnwege sein.

Schmerzen im linken Oberbauch können mit einer Erkrankung der Milz wie Splenomegalie (Vergrößerung der Milz) einhergehen.

Schmerzen im linken Unterbauch können häufig unter anderem mit Nierensteinen, Divertikulitis, Blasenentzündung oder Darminfektionen korrelieren.

Schmerzen, die in den ganzen Oberbauch ausstrahlen und von Sodbrennen (ein brennendes Gefühl im Hals) und vermehrtes Aufstoßen begleitet werden, sind häufig Ausdruck einer Refluxkrankheit, können aber auch andere Ursachen haben.

Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), Verstopfung, Divertikulitis, Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn und andere Erkrankungen können auch diffuse (überall) auftretende Bauchschmerzen hervorrufen.

Abhängig vom Alter des Kindes, können verschiedene Erkrankungen Bauchschmerzen bei Kindern hervorrufen. Verstopfung führt häufig zu Bauchschmerzen.

Darüber hinaus können unter anderem Magen-Darmentzündungen, Blinddarmentzündung, Harnwegsinfektionen, virale bzw. bakterielle Infektionen oder ein Fremdkörper sowie eine Pseudoappendizitis (wird in der Fachsprache als Lymphadenitis mesenterialis bezeichnet) auftreten.

Gebärfähige Frauen haben häufig Menstruationskrämpfe (Bauchkrämpfe im Unterbauch), die häufig 1 bis 2 Tagen vor dem Beginn des Menstruationszyklus auftreten und mehrere Stunden oder gar Tage andauern können.

Längere bestehende oder akut auftretende Unterbauchschmerzen benötigen weitere Abklärung, um schwerwiegendere Ursachen, wie beispielsweise eine extrauterine Schwangerschaft (eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter z.B. im Eileiter), oder auch rupturierte Ovarialzysten auszuschließen.

Eine ausführliche Anamnese liefert wertvolle Hinweise über die verursachende Krankheit und Dringlichkeit einer Therapie. Abhören und -tasten des gesamten Bauches gehören zu den Standarduntersuchungen bei Bauchschmerzen. Außerdem könnte eine digitale rektale Untersuchung erfolgen. Weitere diagnostische Mittel sind unter anderem die Ultraschalluntersuchung, die Untersuchung des Urins und labormedizinischer Parameter.

Bauchschmerzen sind nicht selten und in vielen Fällen klingen sie von alleine ab. Falls die Schmerzen länger bestehen, stärker sind, oder mit anderen Symptomen wie Erbrechen, Durchfall oder Fieber einhergehen, sollten Sie zeitnah einen Arzt konsultieren.

Achtung! Plötzlich einsetzende starke Bauchschmerzen die mit heftigem Erbrechen, niedrigem Blutdruck, Atemnot, reduziertem Allgemeinzustand, Schwindel oder Blutungen einhergehen müssen sofort vom Arzt abgeklärt werden.
Auch Bauchschmerzen während der Schwangerschaft müssen direkt von einem Arzt angesehen werden. Es könnte sich um lebensbedrohliche Erkrankungen handeln!

Bei leichten Bauchschmerzen kann Bettruhe oft ausreichend sein. Falls die Schmerzen sich nicht bessern, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Da Bauchschmerzen verschiedenste Ursachen haben können, ist es schwierig, ohne weitere diagnostische Maßnahmen die Ursache zu finden und sie zu behandeln.

Bei Menstruationskrämpfen (Bauchkrämpfe vor oder während der Monatsblutung) können Wärmebehandlung (z.B. Wärmflasche auf dem Bauch) oder in individuellen Fällen Sport wie Aerobic, Yoga oder Joggen zu Schmerzlinderung beitragen. Falls die Schmerzen weiterhin bestehen, können evtl. Kontrazeptiva oder Schmerzmittel zum Einsatz kommen.

Ein ausführliches Gespräch mit einem unserer Ärzte kann Dir helfen, den Schweregrad Deiner Beschwerden einzuschätzen. Ist es ratsam, schmerzlindernde Medikamente einzunehmen? Gibt es andere Therapiemaßnahmen, die Dir helfen können? Solltest Du Dich von einem bestimmten Facharzt untersuchen lassen? All diese Fragen kannst du über eine Online-Konsultation mit einem unserer KRY-Ärzte genauer besprechen. Falls es notwendig ist, kann unser Arzt Ihnen ein Rezept, eine Krankschreiben oder eine Überweisung zum Facharzt ausstellen.
Achtung - solltest Du starke und plötzlich auftertende Bauchschmerzen, solltest Du mgehend einen Arzt zur Untersuchung aufsuchen oder je nach Stärke der Schmerzen einen Notarzt rufen.

  1. Evaluation of the adult with abdominal pain
    https://www.uptodate.com/contents/evaluation-of-the-adult-with-abdominal-pain?source=history_widget#H629459947

  2. Das akute Abdomen:
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/192729/Das-akute-Abdomen

  3. Uncomplicated choledocholithiasis,Symptoms
    https://www.uptodate.com/contents/choledocholithiasis-clinical-manifestations-diagnosis-and-management?search=biliary%20stones&source=search_result&selectedTitle=1~150&usage_type=default&display_rank=1

  4. Causes of acute abdominal pain in children and adolescents, COMMON CAUSES
    https://www.uptodate.com/contents/causes-of-acute-abdominal-pain-in-children-and-adolescents?search=abdominal%20pain%20children&topicRef=6434&source=see_link#H14

  5. Evaluation of acute pelvic pain in nonpregnant adult women
    https://www.uptodate.com/contents/evaluation-of-acute-pelvic-pain-in-nonpregnant-adult-women?search=pelvic%20pain%20female&source=search_result&selectedTitle=1~150&usage_type=default&display_rank=1#H3654702604

  6. Dysmenorrhea in adult women: Treatment, Baseline interventions
    https://www.uptodate.com/contents/dysmenorrhea-in-adult-women-treatment?search=menstrual%20cramps&source=search_result&selectedTitle=1~150&usage_type=default&display_rank=1

Letzte Aktualisierung:
22. Nov. 2019