Aphten

Aphten sind kleine Defekte der Mundschleimhaut. Sie äußern sich in der Regel als weißliche Schleimhautveränderung und bereiten den betroffenen Patienten starke Schmerzen. Aphten sind normalerweise harmlos und heilen von alleine wieder ab. Bei der Behandlung steht die Linderung der Schmerzen im Vordergrund.

Aphten sind oberflächliche, entzündliche Schädigungen der Mundschleimhaut. Sie können im Bereich des Zahnfleischs, an den Lippen, an der Zunge, im Rachen sowie an den Tonsillen auftreten. Meist sind sie von einem entzündlichen Randsaum umgeben, der den Patienten Schmerzen bereitet.

Eine Stomatitis aphtosa liegt vor, wenn viele verschiedene Aphten gleichzeitig auftreten.

Man unterteilt Aphten je nach Auftreten in drei verschiedene Formen:

  • Die häufig auftretenden Minor-Aphthen sind einige Millimeter groß und liegen der Mundschleimhaut flach auf. In der Regel heilen die Läsionen innerhalb einer Woche narbenfrei ab.
  • Major-Aphthen sind größer als ein Zentimeter und liegen tiefer in der Mundschleimhaut. Sie treten eher selten auf und bereiten dem Patienten meist starke Schmerzen. Die Abheilung dauert zwei bis vier Wochen und es können Narben zurückbleiben.
  • Herpetiforme Aphthen sind gruppierte Ansammlungen kleiner runder Erosionen, die an Herpes erinnern.

Aphten können sporadisch auftreten, das heißt sie treten ohne klar erkennbare Ursache auf. Es sind eine Reihe von Faktoren bekannt, die die Entstehung von Aphten begünstigen:

  • In einigen Fällen lassen sich kleine Verletzungen als Auslöser der Schleimhautschädigung feststellen.
  • Aphten treten häufig in Stresssituationen und bei einem geschwächten Immunsystem auf.
  • Eine Gluten-Unverträglichkeit kann das Auftreten von Aphten begünstigen.
  • Verschiedene histaminhaltige Nahrungsmittel wie beispielsweise Nüsse, Käse, Zitrusfrüchte sowie alkoholhaltige Getränke können Aphten auslösen.
  • Hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus, einer Schwangerschaft sowie während der Wechseljahre können zu Aphten führen.
  • Ein Defizit an Vitamin B12, Folsäure oder Eisen kann ebenfalls hinter der Bildung einer Aphte stecken.
  • In seltenen Fällen sind systemische Erkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Morbus Behçet oder beispielsweise eine HIV-Infektion Auslöser der Beschwerden.
  • Die Substanz Natriumlaurylsulfat, die in manchen Zahnpasten enthalten ist, kann ebenfalls zur Entstehung von Aphten beitragen.
  • Es ist außerdem bekannt, dass Aphten familiär gehäuft auftreten.

Die runden, weißlich belegten Schleimhautdefekte können starke Schmerzen verursachen. Meist kündigen sie sich einige Tage vorher mit Brennen und einem rauen Gefühl auf der Schleimhaut an. Im Verlauf können beispielsweise Essen, Schlucken und auch Sprechen nur eingeschränkt möglich sein.

Die Diagnose der Erkrankung wird durch ein ausführliches Gespräch über die Krankengeschichte sprich eine Anamnese sowie die Untersuchung der Schleimhautläsionen gestellt. Sollte der Arzt eine Immunerkrankung, eine Infektion oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vermuten, kann ein Laboranalyse deiner Blutwerte folgen. Vermutet der Arzt eine andere Ursache hinter dem Schleimhautdefekt, wird er gegebenenfalls eine Probe des Gewebes nehmen.

Aphten sind nicht ansteckend. Weder beim Küssen noch beim oralen Geschlechtsverkehr können Aphten übertragen werden. Es gibt allerdings andere Geschlechtskrankheiten die sich mit ähnlich aussehenden Läsionen äußern. So kann beispielsweise die Erstmanifestation einer Syphilis im Bereich der Mundschleimhaut auftreten und eine aphtenoide Schleimhauterosion verursachen.

Aphten können Wochen bis Monate bleiben bis sie wieder abheilen. Auch können sie immer wiederkehren, in dem Falle spricht man von rezidivierenden Aphten.

Aphten sind in der Regel harmlose, gutartige Schleimhautveränderungen. Dennoch lohnt sich die Konsultation eines Arztes, um andere Erkrankungen auszuschließen.
Wann Du Hilfe suchen solltest?

  • Die Aphten bestehen wochen- bis monatelang.
  • Du kannst nicht mehr richtig essen, kauen oder sprechen.
  • Du bemerkst außerdem noch andere Symptome wie beispielsweise Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl.
  • Du hast an Gewicht abgenommen und schwitzt nachts sehr stark.

Die symptomatische Behandlung von Aphten zielt darauf ab, Schmerzen zu stillen und Beschwerden zu lindern. Hierbei kommen antientzündliche und lokal betäubende Arzneien zum Einsatz. Diese sind als Sprays, Gurgellösungen sowie Salben erhältlich. Bei sehr starken Beschwerden kommen darüber hinaus Glukokortikoide sowie Antibiotika zum Einsatz, die vom behandelnden Arzt verschrieben werden.

  • Achte auf eine gute Mundhygiene und putze regelmäßig deine Zähne. Herkömmliche Mundspüllösungen können die tägliche Pflege unterstützen und die Beschwerden von Aphten lindern.
  • Schütze deine Mundschleimhaut vor weiteren Reizen wie beispielsweise heißen Speisen und harten Nahrungsmitteln. Auch solltest du auf sehr saure oder sehr stark gewürzte Speisen verzichten.
  • Als altbekanntes Hausmittel gegen Aphten gelten Mundspüllösungen aus Pflanzenextrakten. Tinkturen aus Salbei, Myrrhe, Pfefferminz, Ratanhia, Gewürznelke sowie Teebaumöl können helfen, Aphten zu behandeln.

Du hast eine Veränderung deiner Mundschleimhaut bemerkt? Über die KRY App kannst du einen Arzt kontaktieren und ihm deine Beschwerden schildern. Außerdem kannst du für den Termin Bilder deiner Mundschleimhaut hochladen. Der Arzt kann dir ein Medikament verschreiben, oer Dir ein Rezept ausstellen. Darüber hinaus kann er dich an einen entsprechenden Arzt zur körperlichen Untersuchung überweisen, falls weitergehende Untersuchungen nötig sind.

  1. ZM online: S2k-Leitlinie: Orale Aphten und aphthoide Läsionen https://www.zm-online.de/news/zahnmedizin/orale-aphthen-und-aphthoide-laesionen/seite/alle/
  2. https://www.zm-online.de/archiv/2017/12/zahnmedizin/aphthen-update-zu-diagnostik-und-therapie/seite/alle/
  3. S2k-Leitlinie (Langversion) Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphthoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/007-101l_S2k_Aphthen_aphthoide-L%C3%A4sionen_2017-03_abgelaufen.pdf
  4. Deutsche Apothekerzeitung, Klein aber gemein: Aphten vorbeugen und behandeln https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-8-2017/klein-aber-gemein
  5. BASICS - Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie, H. Holtmann S.64
Letzte Aktualisierung:
3. Juli 2020