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Vitamin-D-Mangel

Vitamin D hat viele wichtige Aufgaben. Es sorgt zum Beispiel dafür, dass der Körper Kalzium aufnehmen kann, was den Knochenbau stärkt. Es unterstützt die Immunabwehr des Körpers, um Viren und Bakterien zu bekämpfen. Vitamin D ist außerdem mit deiner psychischen Gesundheit verbunden. Sonnenlicht und eine Vitamin-D-haltige Ernährung beugen Beschwerden vor, die durch einen Vitamin-D-Mangel verursacht werden, doch manchmal sind auch Nahrungsergänzungsmittel erforderlich.

Allgemeine Informationen über Vitamin D

Vitamin D ist ein Hormon, das durch das Sonnenlicht oder eine andere UVB-Strahlung in der Haut gebildet wird. Der Körper kann Vitamin D auch durch Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel bekommen, die vom Darm aufgenommen werden.

Vitamin D ist fettlöslich und wird in der Leber und in Fettgewebe gespeichert. Es existiert in zwei Formen. Vitamin D3 wird durch das Sonnenlicht gebildet und ist zum Beispiel in fettem Fisch, Fleisch und Eiern enthalten. Vitamin D2 ist unter anderem in Wildpilzen und bestimmten Pflanzen enthalten. Vitamin D2 und D3 können durch Lebensmittel, die mit Vitamin D angereichert sind, und durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.

Vitamin D ist notwendig, damit der Körper Kalzium und Phosphor aufnehmen kann, die zur Entwicklung unter anderem von Knochen und Zähnen wichtig sind. Ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel führt zu einem Mangel an Kalzium und Phosphor. Dies kann zu Mangelerscheinungen wie zum Beispiel Muskelschwäche, Steifheit, Müdigkeit und Niedergeschlagenheit führen. In schwereren Fällen kann ein Vitamin-D-Mangel den Knochenbau bei Erwachsenen und Kindern schwächen.

Die Forschung hat bislang noch nicht alle Funktionen von Vitamin D erfasst. Es ist jedoch deutlich, dass Vitamin D unser körperliches und seelisches Wohlergehen auf vielfältige Weise beeinflusst. Der Körper hat Vitamin-D-Rezeptoren in den Zellen, unter anderem in der Haut, im Skelett, im Gehirn, in der Schilddrüse und in den Nieren. Vitamin D beeinflusst auch die Zellteilung.

Studien zeigen, dass Vitamin D mit verschiedenen Krankheitszuständen verbunden ist. Es ist möglich, dass Vitamin D das Risiko etwa für Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und Depression senken kann, doch dafür gibt es noch keine sicheren Beweise.

Verschiedene Formen der Zuführung von Vitamin D

Wenn du dich in der Sonne aufhältst, wird Vitamin D in der Haut gebildet und danach im Körper gespeichert. Wie viel gespeichert wird und für wie lange, variiert von Person zu Person. Es hängt zum Beispiel davon ab, in welcher Jahreszeit, für wie viele Stunden und wo auf der Welt du dich in der Sonne aufgehalten hast. Die Möglichkeit der Haut, Sonnenstrahlen in Vitamin D umzuwandeln, ist an den Breitengrad, die Jahreszeit, die Sonneneinwirkung und den Hauttyp gebunden.

Eine dunklere Haut braucht mehr Sonne, um Vitamin D zu bilden – dunkle Pigmente verhindern genauso wie Kleidung und ein hoher Sonnenschutzfaktor, dass die Sonnenstrahlen in die Haut eindringen. Das bietet einen Schutz gegen Sonnenbrand, aber sorgt auch dafür, dass es länger dauert, um den Vitamin-D-Spiegel zu erhöhen.

In Mitteleuropa ist die UV-Strahlung von Mai bis September am stärksten, besonders im Juni und Juli. Dann kann der Körper in sehr kurzer Zeit große Mengen Vitamin D aufnehmen – bedeutend mehr als über den Darm durch die Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel. Es reicht aus, die Haut an einigen Tagen in der Woche 15 bis 30 Minuten lang der Sonne auszusetzen.

Von Oktober bis April ist die Menge an Sonnenlicht und die Kraft der Sonne häufig zu gering, damit der Körper eine ausreichende Menge Vitamin D aufnehmen kann. Dann wird das bereits im Körper gespeicherte Vitamin D genutzt. Der Vitamin-D-Spiegel sinkt dann nach und nach ab. Bei den allermeisten Menschen ist der Vorrat im Januar und Februar am niedrigsten. Dann ist es besonders wichtig, einen Ausgleich durch eine Ernährung zu schaffen, die reich an Vitamin D ist.

Quellen für Vitamin D:

  • Sonne – wenn die Haut der UVB-Strahlung der Sonne ausgesetzt wird, werden die Sonnenstrahlen in Vitamin D umgewandelt, das im Körper gespeichert wird

  • künstliche UVB-Strahlung – die Strahlung in bestimmten Solarien und das sogenannte Schmalspur-UVB-Licht, das zur Behandlung von verschiedenen Hautkrankheiten eingesetzt wird, kann ebenfalls in der Haut in Vitamin D umgewandelt werden

  • tierische Lebensmittel – Vitamin D ist in vielen tierischen Lebensmitteln enthalten, vor allem in fettem Fisch wie Lachs und Hering, aber auch in anderen Fischsorten sowie in Eiern, Käse, Milch und verschiedenen Fleischsorten

  • pflanzliche Lebensmittel – Vitamin D ist unter anderem in Pilzen und Avocados enthalten, aber der Gehalt ist häufig niedriger als bei tierischem Vitamin D

  • Vitamin-D-angereicherte Lebensmittel – Margarine ist manchmal mit Vitamin D angereichert

  • Nahrungsergänzungsmittel – Vitamin D kann auch über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, die verschiedene Stärken und Zusammensetzungen haben.

Symptome bei Vitamin-D-Mangel

Vitamin-D-Mangel bei Erwachsenen ist ein Zustand, der sich über einen längeren Zeitraum aufbaut. Die Symptome sind häufig diffus und lassen sich selten direkt auf Vitamin D zurückführen. Sie können eine allgemeine Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Kraftlosigkeit oder Muskelschwäche umfassen. Vielleicht musst du dich mit den Händen abstützen, wenn du aus einem Sessel aufstehst, oder das Treppensteigen fällt dir schwer.

Beispiele für verschiedene Symptome:

  • Müdigkeit

  • Niedergeschlagenheit

  • Kraftlosigkeit

  • Muskelschwäche

  • diffuse Schmerzen

  • Krämpfe

  • Schwierigkeiten beim Gehen

  • manchmal Schmerzen in den Knochen.

In ernsteren Fällen kann ein langanhaltender und kräftiger Vitamin-D-Mangel den Knochenbau weicher oder zerbrechlicher machen. Knochenerweichung heißt in der Medizinersprache Osteomalazie und der Abbau der Knochendichte Osteoporose.

Vitamin-D-Mangel bei Kindern

Kinder sind besonders anfällig für Vitamin-D-Mangel. Der Knochenbau braucht Vitamin D, um sich ordentlich zu entwickeln. Sonst kann das Skelett weicher werden und sich verformen. Das Kind kann zum Beispiel X- oder O-beinig werden, eine Trichterbrust oder eine Beckendeformation bekommen. Die Fontanelle schließt sich später und der Kopf kann größer werden. Das wird Rachitis oder „Englische Krankheit“ genannt.

Um Rachitis zu verhindern, bekommen Kinder in Deutschland Vitamin-D-Tropfen als Nahrungsergänzung ab der Geburt bis zum 2. erlebten Frühling (Alter von 1-1,5 Jahren). Kinder mit dunkleren Hautpigmenten brauchen eine Nahrungsergänzung über eine noch längere Zeit, in der Regel bis sie fünf Jahre alt sind.

Ursachen für Vitamin-D-Mangel

Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel oder Vitamin-D-Mangel beruht oft darauf, dass du deine Haut nicht ausreichend der Sonne aussetzt oder nicht ausreichend Vitamin D über die Ernährung zu dir nimmst. Bestimmte medizinische Zustände können ebenfalls zu Vitamin-D-Mangel führen, zum Beispiel wenn der Darm Schwierigkeiten bei der Kalziumaufnahme hat. Die Produktion von Vitamin D in der Haut sinkt zudem mit dem Alter.

Häufige Ursachen:

  • geringe Vitamin-D-Produktion in der Haut – häufige Erklärungen sind zum Beispiel ein hohes Alter, eine dunkle Haut, Sonnenschutz, abdeckende Kleidung, die Jahreszeit oder die geografische Lage

  • geringe Aufnahme von Fett im Darm – das kann zum Beispiel an Zöliakie, Magen-Darm-Erkrankungen, Mukoviszidose oder einer Magenbypass-Operation liegen

  • Übergewicht und Adipositas – dann wird Vitamin D im Fettgewebe gespeichert und kommt dem Körper nicht zugute

  • Stillen ohne Vitamin-D-Ergänzung – die Milch aus der Brust enthält nicht ausreichend Vitamin D

  • Schwangerschaft – der Körper braucht mehr Vitamin D während der Schwangerschaft

  • bestimmte Krankheiten – dies gilt zum Beispiel bei chronischem Nierenversagen, schweren Lebererkrankungen und Schilddrüsenüberfunktion

  • Medikamente – bestimmte Medikamente können die Aufnahme von Vitamin D erschweren, zum Beispiel Präparate gegen Epilepsie, virushemmende Medikamente und Johanniskraut

Risikogruppen

Studien zeigen, dass ungefähr eine Milliarde Menschen auf der Welt unter Vitamin-D-Mangel oder einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel leiden. Ältere Menschen sind stärker vertreten, aber ein Mangel an Vitamin D kommt in allen Altersgruppen vor.

Risikogruppen mit erhöhter Anfälligkeit für Vitamin-D-Mangel:

  • ältere Personen

  • Personen, die sich zu wenig in der Sonne aufhalten, abdeckende Kleidung tragen oder immer einen hohen Sonnenschutzfaktor verwenden

  • dunkelhäutige Menschen, die über einen langen Zeitraum in nördlichen Ländern leben oder sich dort aufhalten

  • Frühgeborene

  • kleine Kinder, die keine Vitamin-D-Ergänzung bekommen

  • Schwangere, die keine ausreichende Vitamin-D-haltige Kost zu sich nehmen

  • Personen, die keinen Fisch oder Milchprodukte essen

  • Personen mit Übergewicht

  • Personen, die Probleme bei der Nahrungsaufnahme im Darm haben.

Was du selbst tun kannst

Um einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel zu vermeiden, solltest du vorbeugend Nahrungsmittel wählen, die reich an Vitamin D sind, und deine Haut in der wärmeren und helleren Jahreszeit an einigen Tagen in der Woche 15 bis 30 Minuten der Sonne aussetzen. Wenn du länger als 30 Minuten in der Sonne bleibst, schütze dich mit einem Sonnenschutzfaktor oder mit entsprechender Kleidung.

Wenn du zu einer Risikogruppe gehörst oder im Winter niedrige Werte hast, brauchst du Vitamin D als Nahrungsergänzung. Sprich darüber mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Empfohlene tägliche Dosis von Vitamin D:

  • Kinder 0–2 Jahre – 10 Mikrogramm

  • Kinder und Erwachsene unter 75 Jahre – 10 Mikrogramm

  • Erwachsene über 75 Jahre – 20 Mikrogramm

Das Risiko, zu viel Vitamin D zuzuführen, was negative Nebenwirkungen versuchen kann, ist gering. In außergewöhnlichen Fällen können zu große Mengen Vitamin D zu einer Überdosis oder Vitamin-D-Vergiftung führen. Dann kannst du einen hohen Kalziumspiegel im Blut, Kalziumablagerungen in den Nieren und Nierenversagen bekommen. Über die Ernährung oder die Haut kannst du keine gefährlichen Mengen aufnehmen – zu viel Vitamin D kannst du nur über Nahrungsergänzungsmittel bekommen.

Wann du ärztliche Hilfe suchen solltest

Wenn du zu einer Risikogruppe gehörst, solltest du mit einem Arzt oder einer Ärztin sprechen.

Suche den Arzt auf, wenn du dich über einen längeren Zeitraum müde, kraftlos oder schwach in den Muskeln fühlst. Das gilt auch, wenn du dich im Winterhalbjahr psychisch schlecht fühlst und meinst, dass dein Wohlbefinden mit der Jahreszeit verbunden sein kann.

Rufe den Notarzt, wenn du im Körper schwere Schmerzen hast.

So kann dir Kry helfen

Bei Verdacht von Vitamin-D-Mangel kannst du dich per Videotermin an uns wenden. Eine Ärztin oder ein Arzt macht eine individuelle Beurteilung auf Grundlage deiner Symptome. Du kannst danach zur weiteren medizinischen Versorgung überwiesen werden.

Denk dran: Wenn dein Kind Beschwerden hat, muss es beim Arzttermin dabei sein.

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