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Lupus erythematodes

Lupus erythematodes ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die die Haut und verschiedenste Organe betreffen kann. Das Ziel der Therapie ist, die Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung so weit wie möglich zu verhindern. Die Chancen, ein normales Leben mit Lupus erythematodes zu führen, haben sich in den letzten Jahren entscheidend verbessert. In Deutschland haben die allermeisten Menschen mit Lupus erythematodes eine normale Lebenserwartung. Die genaue Ursache des Lupus erythematodes ist noch nicht ausreichend geklärt, doch es wird von genetischen, sowie auch hormonelle Einflüssen ausgegangen, da vor allem Frauen im gebärfähigen Alter davon betroffen sind.

Autoimmunkrankheiten und die Ursache von Lupus erythematodes

Das Immunsystem ist der Abwehrmechanismus des Körpers. Es muss fremde Stoffe und Organismen von den eigenen unterscheiden, um diese entsprechend eliminieren zu können. Normalerweise werden Immunzellen, die auf körpereigene Stoffe reagieren aussortiert. Bei Autoimmunkrankheiten ist dieser Kontrollvorgang gestört - das Immunsystem richtet sich gegen den eigenen Körper.

Der systemische Lupus erythematodes wird durch eine Immunreaktion gegen DNS (Desoxyribonukleinsäure), im Englischen DNA genannt, ausgelöst. DNS ist eine Art Bauplan, von der der Code für alle Proteine des Körpers abgelesen wird. Sie ist in fast allen Zellen des Körpers vorhanden, weshalb die Symptome eines Lupus erythematodes an den verschiedensten Stellen auftreten können. Weshalb sich das Immunsystem gegen DNS richtet, ist noch Gegenstand der Forschung. Man geht davon aus, dass viele verschiedene Faktoren zusammentreffen müssen. Hierzu gehören zum Beispiel Umwelteinflüsse, Hormone und eine genetische Prädisposition für die Entwicklung einer Autoimmunkrankheit.

Symptome von Lupus erythematodes

Auch wenn die möglichen Beschwerden eines Lupus erythematodes sehr vielseitig sind, treten bei Betroffenen meist nur einige wenige gleichzeitig auf. Mögliche Beschwerden sind:

  • Allgemeinbeschwerden: Allgemeinbeschwerden treten bei ungefähr 95% der Menschen mit Lupus erythematodes auf. Hierzu gehören Fieber, Frösteln, Abgeschlagenheit, Schwäche, Gewichtsverlust oder seltener auch die Schwellung von Lymphknoten.

  • Muskel- und Gelenkbeschwerden: Durch einen Lupus erythematodes können Gelenkentzündungen entstehen, die in einigen Fällen zu Fehlstellungen führen können. Auch Muskelentzündungen sind möglich. Muskel- und Gelenkbeschwerden zählen zu den häufigsten Symptomen eines Lupus erythematodes und fast 90% der Patienten suchen erstmals wegen Gelenkschmerzen oder -schwellungen eine/n Arzt/in auf.

  • Hautveränderungen: Die typischen Hautveränderungen haben Lupus erythematodes seinen Namen gegeben, sind jedoch nicht immer vorhanden. Lupus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet “Wolf”. Da die Krankheit früher nicht gut therapiert werden konnte, entstanden Narben, die mit Wolfsbissen verglichen wurden. Typisch für Lupus erythematodes ist eine schmetterlingsförmige Rötung im Nasen- und Wangenbereich mit Aussparung der Nasenflügel. Die Haut ist besonders lichtempfindlich und die Hauterscheinungen entstehen häufig nach Sonnenexposition oder werden durch Sonne verschlimmert. Auch die Kopfhaut kann von Lupus erythematodes befallen sein, welches zu Haarverlust führen kann. Auch andere Manifestationen wie leuchtend roten Erhabenheiten mit Schuppung oder kleinen Pickelchen sind möglich.

  • Organbeschwerden: Lupus erythematodes kann viele verschiedene Organe betreffen und dort zu spezifischen Symptomen führen. Durch Gefäßentzündungen kann die Durchblutung des Herzmuskels eingeschränkt werden oder es können Entzündungen des Herzbeutels oder der Lungenhäute entstehen. Zusätzlich dazu können neurologische Veränderungen wie z.B. Depressionen, Neigung zu epileptischen Anfällen oder Schlaganfälle auftreten. Zusammen mit den neurologischen Veränderungen ist vor allem die Nierenbeteiligung bei einem Lupus erythematodes prognosebestimmend. In den feinen Filtereinheiten der Niere lagern sich Verklumpungen aus Antikörpern und DNS ab, welche deren Funktion beeinträchtigen.

Wie verläuft eine Erkrankung mit Lupus erythematodes?

Ein Lupus erythematodes verläuft meist in Schüben, was bedeutet, dass Phasen mit erhöhter Krankheitsaktivität sich mit Phasen von Beschwerdefreiheit abwechseln. In den ruhigen Phasen ist es jedoch auch möglich, dass geringe Krankheitszeichen weiter bestehen bleiben. Die Intensität der Schübe lässt grundsätzlich im Alter nach, sie werden seltener und weniger stark.

Da die Erkrankung bei den meisten Patienten sehr unterschiedlich verläuft, ist eine zuverlässige Vorhersagbarkeit des Verlaufes nicht gegeben. Organbeschwerden müssen intensiver behandelt werden als die Grunderkrankung an sich, da diese am Ende prognosebestimmend sind. Vor allem Infektionen, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems durch die Entzündung der Gefäße und die Beteiligung der Nieren sind die größten Baustellen dieser Erkrankung.

Diagnosestellung

Da die Symptome des Lupus erythematodes sehr verschieden sein können, kann es schwer sein, überhaupt den Verdacht zu entwickeln, dass es sich um diese Erkrankung handeln könnte. Autoimmunkrankheiten werden durch Antikörper verursacht, die auf ganz bestimmte Proteine des eigenen Körpers reagieren. Wenn diese im Blut gefunden werden und mit dem klinischen Bild übereinstimmen, kann die Diagnose eines Lupus erythematodes gestellt werden. Wichtig ist es auch, andere rheumatologische Erkrankungen in der Abklärung mitzubedenken, da diese häufig in Kombination auftreten.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn du den Verdacht hast, an Lupus erythematodes erkrankt zu sein, solltest du so schnell wie möglich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, um sekundäre Schäden an Organen zu vermeiden. Leider heilt ein Lupus erythematodes nicht von alleine aus, weshalb eine langfristige fachärztliche Betreuung notwendig ist.

Was kann ich selbst bei Lupus erythematodes tun?

Wenn du unter Lupus erythematodes leidest, solltest du mit deinem behandelnden Arzt genau besprechen, welche Dinge du tun kannst, um dein Risiko eines erneuten Schubes so gering wie möglich zu halten und die bestehenden Symptome zu lindern. Da jeder Fall unterschiedlich ist, können die Maßnahmen, die du ergreifen solltest, sehr unterschiedlich sein. Es gibt jedoch einige Dinge, die für die meisten Patienten mit Lupus erythematodes hilfreich sein können:

  • Lichtschutz: Bei einem Lupus erythematodes ist die Haut sehr lichtempfindlich. UV-Licht kann einen frischen Schub auslösen, manchmal reicht sogar das Licht hinter einer Glasscheibe aus. Aus diesem Grund ist konsenquenter UV-Schutz durch Kleidung und Sonnenschutzmittel mit einem LSF von mindestens 20 nicht nur im Urlaub wichtig. Patienten sollten die direkte Sonnenexposition und auch Solarien strikt vermeiden.

  • Herz-Kreislaufsystem: Bei einem Lupus erythematodes ist das Risiko, eine Herz-Kreislauferkrankung zu entwickeln, erhöht. Die Risikofaktoren wie z.B. Bluthochdruck und erhöhte Blutfette solltest deswegen so früh wie möglich gut behandelt werden, da ein erhöhter Blutdruck auch eine negative Auswirkung auf die Niere hat. Zudem sollte Rauchen strikt vermieden werden, da es nicht nur das Herz-Kreislaufsystem stark belastet, sondern auch den Verlauf eines Lupus erythematodes verschlechtern kann.

  • Knochendichte: Um einer verminderten Knochendichte vorzubeugen, ist es wichtig, auf eine kalziumreiche Ernährung zu achten und gegebenenfalls Vitamin D zu supplementieren.

  • Gesunde Lebensweise: Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und bestenfalls Normalgewicht ist bei Lupus erythematodes besonders wichtig. Es sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralien geachtet werden, z.B. durch ein eine bunte Mischung aus Obst, Gemüse, Salaten, Vollkornbrot und Milchprodukten.

  • Infektionen vermeiden: Infekte können Schübe verursachen, weshalb sie so weit wie möglich vermieden werden sollten. Natürlich kann man nicht immer verhindern, sich bei anderen anzustecken, jedoch kann man durch Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und eine entsprechende Nies- und Hustenhygiene anderer das Risiko so gering wie möglich halten. Impfungen spielen hier auch eine große Rolle.

Therapie von Lupus erythematodes

Da jeder Mensch von Lupus erythematodes unterschiedlich betroffen sein kann, kann eine einzelne Therapiemethode nicht allen Patienten gerecht werden und muss im Einzelfall angepasst werden. Die Therapie sollte auf die entsprechenden Krankheitssymptome und das Stadium ausgerichtet sein.

Da Lupus erythematodes eine Autoimmunkrankheit ist, steht neben den befallenen Organen das Immunsystem im Fokus der Therapie. Abhängig vom Krankheitsstadium fängt die Therapie bei den entzündungshemmenden Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSARs) wie Ibuprofen an und kann bis zu einer starken immunsuppression reichen. Falls klassische Immunsuppressiva nicht ausreichen, um die Krankheit in den Griff zu bekommen, können neue Medikamente, Biologika, angewendet werden, um spezifisch in den Krankheitsmechanismus einzugreifen.

So kann Kry helfen

Da es schwierig sein kann, die verschiedenen Beschwerden eines Lupus erythematodes in ein Krankheitsbild zusammenzufassen, kannst du in einem Patientengespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt bei Kry eine erste Einschätzung deiner Symptome erhalten. Auch wenn eine direkte Behandlung über Kry nicht möglich ist, können unsere Ärztinnen und Ärzte dir, wenn nötig, eine Überweisung zu einer Facharztpraxis ausstellen, die durch eine körperliche Untersuchung und eine Blutuntersuchung der Ursache deiner Beschwerden weiter nachgehen kann.

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