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Geschlechtskrankheiten

Geschlechtskrankheiten (im Englischen auch sexually transmitted disease (STD) oder sexually transmitted infections (STI) genannt) sind ein unangenehmes Thema, doch falsche Scham birgt Risiken mit sich, da sich die Krankheiten bei Unwissenheit schnell übertragen können. Geschlechtskrankheiten sind Infektionserkrankungen, die hauptsächlich während des Geschlechtsverkehrs übertragen werden. Langfristig können sie schwerwiegend und beeinträchtigend sein, denn gegen Gonorrhoe (Tripper) helfen zum Beispiel nur noch wenige Antibiotika. Chlamydien können chronische Komplikationen haben, eine Infektion mit HIV ist nicht heilbar und das Krebsrisiko ist durch eine HPV-Infektion erhöht. Die WHO schätzte 2012, dass es jährlich zu 357 Mio. neuen Infektionen von 4 der behandelbaren Geschlechtskrankheiten bei 15- bis 49-Jährigen kommt. Um die Verbreitung dieser Krankheiten zu verhindern ist es wichtig, sich zu informieren und beim Geschlechtsverkehr die richtigen Verhütungsmethoden zu wählen.

Safer Sex

Safer Sex beinhaltet alle Maßnahmen, die das Risiko einer Ansteckung und der Verbreitung von Geschlechtskrankheiten verringern. Das Ziel ist es, Kontakt mit z.B. der Samen- oder Scheidenflüssigkeit oder auch dem Blut zu vermeiden. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass der Begriff aus einem Grund “Safer Sex” und nicht “Safe Sex” lautet, denn eine absolute Sicherheit gibt es leider nicht. Vor allem bei einem häufigen Partnerwechsel sollte man auf seine eigene Sicherheit achten, denn diese geht immer vor.

Die bekannteste Methode, Safer Sex zu praktizieren, ist der geschützte Geschlechtsverkehr mit Kondomen. Kondome bilden eine Barriere zwischen den beiden Partner, die die Übertragung von vielen Geschlechtskrankheiten verhindern kann. Auch weibliche Kondome, Femidome genannt, sind ein guter Schutz gegen die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten, sind in der westlichen Welt jedoch wenig verbreitet. Viele Menschen vergessen, dass bei jeder Art des sexuellen Kontaktes Geschlechtskrankheiten übertragen werden können - also bei Vaginal-, Anal- sowie auch bei Oralverkehr. Bei Oralverkehr schützen Kondome beim Mann, oder Latex-, Intim- oder Lecktücher bei Frauen.

Geschlechtskrankheiten können nicht nur direkt beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, sondern es ist auch eine Schmierinfektion z.B. über die Hände möglich. Achte darauf, deine Hände und auch Geschlechtsteile gründlich nach der Benutzung von Kondomen, Femidomen oder Intimtüchern zu reinigen, um eine nachträgliche Übertragung zu verhindern.

Die häufigsten Symptome von Geschlechtskrankheiten

Jede Geschlechtskrankheit wird durch einen bestimmten Erreger ausgelöst, sei es durch ein Bakterium, ein Virus oder auch einen Parasiten. Die Beschwerden können von Krankheit zu Krankheit variieren, doch gibt es einige Symptome, die durch mehrere Geschlechtskrankheiten ausgelöst werden und Abklärung bedürfen. Zu diesen gehören:

  • Ausfluss aus der Harnröhre oder Scheide

  • Unangenehm riechender, ungewöhnlicher Ausfluss

  • Schmerzhafte oder schmerzlose Geschwüre im Genitalbereich

  • Schwellung der Leistengegend oder der Hoden

  • Unterbauchschmerzen

  • Schmerzen beim Wasserlassen

  • Blutungsstörungen (bei Frauen)

Einige Geschlechtskrankheiten verlaufen teilweise ohne Schmerzen oder komplett beschwerdefrei. Diese bleiben häufig unbemerkt und deshalb unbehandelt. Langfristig können sie dennoch zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Es ist deshalb wichtig, v.a. nach Wechsel des Sexualpartners, regelmäßige Kontrollen nach Geschlechtskrankheiten durchführen zu lassen, um eine Verbreitung und langfristige gesundheitliche Probleme zu vermeiden.

Welche Geschlechtskrankheiten gibt es? Ein Überblick

Da sich die Beschwerden der verschiedenen Geschlechtskrankheiten unterscheiden können, findest du hier eine kleine Übersicht über die Krankheiten, die vor allem bei sexuellen Kontakten übertragen werden. Geschlechtskrankheiten betreffen meist alle Geschlechter, können jedoch unterschiedliche Ausprägungsformen und Konsequenzen haben.

Solltest du den Verdacht haben, dich mit einer Geschlechtskrankheit angesteckt zu habe, solltest du umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, denn eine frühe Behandlung kann langfristige Schäden verhindern.

Chlamydien

Chlamydien gehören zu den häufigsten bakteriell ausgelösten Geschlechtskrankheiten. Vor allem sexuell aktive Mädchen im Teenageralter und Frauen zwischen 20 und 24 sind hiervon betroffen. Risikofaktoren sind:

  • Häufig wechselnde Geschlechtspartner

  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr.

Eine Chlamydieninfektion kann beschwerdefrei verlaufen. Treten jedoch Beschwerden auf, beginnen diese meist 1 bis 3 Wochen nach der Ansteckung. Typische Beschwerden sind:

Unbehandelt kann eine Chlamydieninfektion zu irreversiblen Verwachsungen der Eileiter und somit zu Unfruchtbarkeit führen. Eine schnelle Behandlung hat somit den höchsten Stellenwert. In der Schwangerschaft kann eine Chlamydieninfektion zu einem vorzeitigen Blasensprung und einer Frühgeburt führen. Auch eine Übertragung auf das Neugeborene ist möglich. Hierbei können Chlamydien eine Bindehaut- oder Lungenentzündung auslösen.

Gonorrhoe (Tripper)

Gonorrhoe, im Volksmund auch Tripper genannt, ist eine bakterielle Geschlechtskrankheit, die durch Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) ausgelöst wird. Männer und Frauen sind in gleicher Häufigkeit betroffen. Die Krankheit tritt vor allem im jungen Erwachsenenalter auf und, wie auch bei Chlamydien, sind häufig wechselnde Sexualpartner und ungeschützter Geschlechtsverkehr die Hauptrisikofaktoren. Auch Gonorrhoe kann unbehandelt chronisch werden und zu Unfruchtbarkeit führen.

Typische Beschwerden von Tripper sind:

  • Dicker, trüb/blutiger Ausfluss aus Penis oder Scheide

  • Schmerzen/Brennen beim Wasserlassen

  • Schwere Periodenblutung, Zwischenblutungen

  • Geschwollene, schmerzhafte Hoden

  • Schmerzen beim Stuhlgang

  • Jucken am After

Bei Oral- und Analverkehr können sich die Bakterien auch im Rachen oder im Enddarm ausbreiten und dort zu Beschwerden führen. Wird das Neugeborene bei der Geburt mit Gonokokken infiziert, können diese zu einer eitrigen Bindehautentzündung führen.

Genitalherpes

Herpes genitalis wird, wie auch Lippenherpes, durch Herpes Simplex Viren (HSV) ausgelöst. Auch wenn die Genitalregion vorwiegend vom HSV Typ 2 und die Lippenregion vom Subtyp 1 befallen wird, ist eine umgekehrte Infektion auch möglich. Die Viren dringen durch kleine Verletzung in die Haut und/oder Schleimhaut ein. Einmal infiziert, bleibt der Virus lebenslänglich im Körper und kann, muss aber nicht, immer wieder zu Ausbrüchen der Erkrankung führen. Nach der ersten Infektion sind die Beschwerden jedoch häufig am stärksten.

Die Symptome von Lippenherpes sind vielen bekannt - kleine, rote, juckende Bläschen um den Mund, die nach Krustenbildung eintrocknen und abheilen. Die gleichen Beschwerden werden durch HSV Viren im Genitalbereich ausgelöst:

  • juckende/brennende/schmerzende Bläschen auf gerötetem Untergrund

  • Schmerzen oder Jucken in der Genitalregion/Gesäß/innere Oberschenkel.

Humane Papillomaviren (Feigwarzen)

Humane Papillomaviren (HPV) sind durch die Schutzimpfung viel in den Medien gewesen. Sie werden in Hoch- und in Niedrigrisiko-Typen eingeteilt. Während die niedrigrisiko Viren eher die Bildung von Feigwarzen (Condylomata acuminata) auslösen, können hochrisiko Viren Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten (z.B. Vulva, Vagina, Anus, Mund-Rachenraum, Penis, Haut) bedingen. Die Viren werden bei sexuellem Kontakt übertragen. Die Übertragung wird durch Feuchtigkeit, Ekzeme oder Kratzwunden begünstigt. Da eine Infektion mit hochrisiko HPV häufig keine primären Beschwerden verursacht, wird sich dieser Abschnitt auf Feigwarzen beschränken.

Feigwarzen zeigen sich als kleine, hautfarbene oder gräuliche stecknadelkopfgroße Knötchen im Genitalbereich. Stehen mehrere Warzen nebeneinander, können sie zusammenfließen und an einen Blumenkohl erinnern. Sie können zu Jucken im Genitalbereich und Bluten beim Geschlechtsverkehr führen. Auch wenn die kleinen Warzen lästig sind, heilen sie meist von selbst wieder aus.

Dellwarzen (Molluscum contagiosum)

Das Virus, welches Dellwarzen auslöst, gehört zur Familie der Pockenviren. Sie werden mit engem Hautkontakt übertragen - also auch beim Geschlechtsverkehr. Auf der Haut bilden sich glatte, weiche Knötchen, die im Zentrum eingedellt sind. Auf Druck tritt eine graue, breiige Masse aus den Knötchen heraus. Die kleinen Dellwarzen befinden sich vor allem an Gesicht, Hals, Achseln, Kniekehlen, Armbeugen und im Genitalbereich. Kinder sind häufiger von Dellwarzen betroffen als Erwachsene. Falls du Dellwarzen hast, solltest du nicht an ihnen kratzen, da dies das Eindringen von Bakterien erleichtert, welches eine Entzündung begünstigt. Dellwarzen bilden sich häufig nach einigen Monaten spontan wieder zurück. Geschieht dies nicht, kannst du dir die Warzen bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt entfernen lassen.

HIV / AIDS

AIDS ist eine Abkürzung für acquired immune deficiency syndrometext in bold, also eine erworbene Immunschwäche, die nach einer Infektion mit dem HI-Virus (human immunodeficiency virus) auftritt. Das Virus wird über Körperflüssigkeiten übertragen. Die größte Rolle spielen hier:

  • Genital-, Oral- oder Analverkehr mit einer infizierten Person

  • Blut

  • Blutprodukte

  • Mehrfach benutzte Spritzen

  • Muttermilch

Der wichtigste Schutz gegen eine HIV-Infektion ist der Schutz beim Geschlechtsverkehr mittels Kondomen. Vaginalzäpfchen, Vaginalcremes und Diaphragmen sind ungeeignet, um die Übertragung des HI-Virus zu unterbinden. Auch ist es möglich, eine Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) durchzuführen. Hierbei können HIV-negative Menschen vor und nach sexuellem Kontakt mit einer infizierten Person Anti-HIV-Medikamente einnehmen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Eine Ansteckung über Blutprodukte ist heutzutage durch strenge Testung ausgesprochen unwahrscheinlich geworden.

Doch wie erkennt man eine HIV-Infektion? Anfangs zeigen sich oft keine Beschwerden. Die ersten Symptome sind meist unspezifisch und ähneln einer Grippe. Sie vergehen normalerweise nach einigen Wochen oder Monaten. Zu den Beschwerden gehören:

Je weiter der Virus sich vermehrt, desto mehr Immunzellen werden durch ihn zerstört. Es können sich leichte Infekte oder chronische Beschwerden zeigen:

Späte Anzeichen einer HIV-Infektion sind:

  • Anhaltende, ausgeprägte Schwäche

  • Nachtschweiß

  • Fieber >38°C über mehrere Wochen hinweg

  • Lymphknotenschwellungen über 3 Monate

  • Chronischer Durchfall

  • Persistierende Kopfschmerzen

  • Infektionen, die nur bei immungeschwächten Menschen auftreten, sogenannte opportunistische Infektionen

Auch wenn die komplette Heilung einer HIV-Infektion nicht möglich ist, so kann durch eine sogenannte retrovirale Therapie die Viruslast so niedrig gehalten werden, dass kein Virus mehr im Blut mehr nachgewiesen werden kann.

Syphilis (Lues, harter Schanker)

Syphilis wird durch das Bakterium Treponema pallidum ausgelöst. Die Übertragung verläuft hauptsächlich über den Geschlechtsverkehr. Nur selten wird das Bakterium über einen Blutkontakt oder während einer Schwangerschaft übertragen. Die Krankheit verläuft in mehreren Stadien:

Anfang zeigt sich ein kleines, schmerzloses Geschwür am Infektionsort. Meist sind Genitalien, der Analbereich, die Zunge oder die Lippen betroffen. Danach können verschiedenste Beschwerden auftreten:

  • Ausschlag: fleckige, nicht juckende Hautausschläge an an Rumpf, Armen oder Beinen (auch Hand- und Fußflächen!). Die Flecken sind meist rot oder rotbraun und in etwa münzgroß.

  • Fieber

  • Lymphknotenschwellungen

  • Fatigue

  • Allgemeines Unwohlsein.

Unbehandelt kann sich das Bakterium weiter ausbreiten und schwerwiegende Beschwerden verursachen, hierzu gehören:

  • Koordinationsprobleme

  • Taubheitsgefühl

  • Paralyse

  • Blindheit

  • Demenz

Eine Sonderform der Syphilis ist die Neurosyphilis. Eine Mitbeteiligung des Nervensystems kann in jedem Stadium der Erkrankung auftreten und mit oder ohne Beschwerden einhergehen. Einige der zahlreichen Symptome einer Neurosyphilis sind:

  • Kopfschmerzen

  • Wesensveränderungen

  • Bewegungsstörungen

Wird eine Syphilis während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übertragen, kann es zu einer angeborenen Syphilis kommen. In vielen Fällen führt die Infektion zur Fehlgeburten, zur Totgeburt oder zur Geburt eines schwer geschädigten Kindes (Taubheit, Knochenanomalien u.a.)

Hepatitis B

Hepatitis ist die medizinische Bezeichnung für eine Leberentzündung. Es gibt mehrere Typen der Hepatitis, doch die, die am ehesten während des Geschlechtsverkehr übertragen wird ist die Hepatitis B. Andere Übertragungswege des Hepatitis B-Virus (HBV) sind:

  • Blut (mehrfach verwendete Ohrlochstecher, Spritzen, Tätowierinstrumente etc.)

  • Muttermilch

  • Speichel.

Beschwerden, die durch eine HBV-Infektion hervorgerufen werden können, sind:

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Bauchschmerzen, vor allem im rechten Oberbauch

  • Appetitverlust

  • Fieber

  • Dunkler Urin

  • Muskel- und/oder Gelenkschmerzen

  • Jucken

  • Gelbsucht

Filzlausbefall (Phthirus pubis)

Filzläuse leben vorwiegend im Schamhaar oder an anderen behaarten Körperstellen und ernähren sich von Blut. Sie werden vor allem über Sexualkontakte übertragen, können sich aber auch über die Bettwäsche, Decken und Matratzen verbreiten. Eine Laus kann ohne einen Wirt nur maximal 24 Stunden überleben, also ist eine Übertragung über z.B. ein Hotelbett eher unwahrscheinlich. Haben sich die Läuse eingenistet, verursachen sie:

  • Juckreiz mit folgenden Kratzspuren

  • Rötung

  • Sichtbare Nissen (weißlich glänzende Eihüllen)

  • “Rostflecken”: Rostflecken sind rotbraune Flecken in der Wäsche, die durch kleine Hautverletzungen oder die Exkremente der Läuse entstehen

  • Blaue Hautverfärbungen durch kleine Einblutungen.

Um einen Filzlausbefall zu behandeln, muss nach speziellen Shampoos aus den Apotheke gegriffen werden. Eine Behandlung mit Essigwasser ist nicht ausreichend, kann jedoch als Vorbereitung der Behandlung genutzt werden.

Skabies (Krätze)

Krätze wird durch kleine Milben ausgelöst, die sich in die obersten Hautschichten eingraben und dort ihre Eier ablegen. Es kommt zu Entzündungen, starkem Juckreiz und folgendem Kratzen. Die verletzte Haut dient als leichte Eintrittspforte für weitere Bakterien, die zu eitrigen Ausschlägen führen. Zudem bilden sich Hautekzeme und kleine Knötchen als Reaktion auf die Milben. Die juckenden Knötchen und Krusten finden sich vor allem in:

  • Zwischenfingerräumen

  • Beugeseiten der Handgelenke

  • Ellbogen

  • Achselhöhlen

  • Brust

  • Genitalbereich

Bei konsequenter Therapie ist die Prognose sehr gut, auch wenn der Juckreiz oft noch länger anhält.

Trichomoniasis vaginalis (Trichomonaden-Kolpitis)

Eine Trichomonaden-Kolpitis ist in Deutschland selten, weltweit gesehen jedoch eine der häufigsten Vaginalinfektionen. Die krankheitsauslösenden Parasiten werden vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen, obwohl sie auch selten über benutzte Handtücher oder die Sauna verbreitet werden. Bei guter Immunabwehr kann eine Infektion symptomlos verlaufen. Typische Beschwerden einer Trichomonadeninfektion sind:

  • Entzündliche Veränderungen der Scheide

  • Verstärkter Ausfluss: Der Ausfluss ist häufig grünlich/gelblich, schaumig, dünn und manchmal klebrig. Auffällig ist ein unangenehmer Geruch des Ausflusses.

  • Juckreiz (auch im Penis möglich)

  • Brennen (auch im Penis möglich)

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehrs

  • Ausfluss aus der Harnröhre (Mann)

  • Schmerzen beim Wasserlassen

Eine Trichomonadeninfektion wird mit Antibiotika behandelt.

Ulcus molle (Weicher Schanker)

Ein Ulcus molle (weiches Geschwür) wird durch das Bakterium Haemophilus ducreyi hervorgerufen und ist vor allem in den Tropen ein Problem. In Mitteleuropa ist eine Ansteckung sehr selten. Beim Geschlechtsverkehr übertragen tritt das Bakterium über kleine Verletzungen an der Haut oder Schleimhaut ins Gewebe ein und führt dort zu einem schmerzhaften Geschwür an der Eintrittsstelle. Das Geschwür ist meist ungefähr münzgroß, rot umrandet und kann bluten oder eitern. Männer erkranken häufiger als Frauen am Ulcus molle. Die Erkrankung wird mit Antibiotika behandelt.

Candidose/Soor (Hefepilzinfektion des Genitale)

Eine Übertragung von Hefepilzen beim Geschlechtsverkehr ist eher die Ausnahme. In der Regel infiziert man sich über eine Schmierinfektion vom Darm oder die Hefepilze überwuchern bei einer Immunschwäche.

Blue Waffle / Blaue Waffel

Seit einigen Jahren hält sich der Mythos der Geschlechtskrankheit “Blaue Waffel”. Es sei eine Geschlechtskrankheit die nur Frauen betreffe die viel Geschlechtsverkehr hätten und/oder mangelnde Hygiene. Sie führe zu einer blauen Färbung der Scheide mit teils entstellenden Entzündungen und Krusten. Diese Geschlechtskrankheit existiert zum Glück nicht wirklich und ist ein reines Internetphänomen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Sobald du den Verdacht hast, eine Geschlechtskrankheit zu haben, solltest du so schnell wie möglich eine:n Ärzt:in aufsuchen, denn im Anfangsstadium lassen sich alle Geschlechtskrankheiten mit guter Prognose behandeln. Manche sind komplett heilbar, andere, vor allem viral bedingte, lassen sich gut durch eine frühe Behandlung eindämmen. Ärzt:innen, an die du dich bei einem Verdacht wenden kannst sind:

  • Frauenärzt:innen

  • Hautärzt:innen

  • Hausärzt:innen
    Auch das Gesundheitsamt berät oft kostenlos, vertraulich und anonym zu Geschlechtskrankheiten.

Wichtig ist auch die Mitbehandlung des Sexualpartners, um einen gegenseitige Wiederansteckung, den sogenannten Ping-Pong-Effekt, zu vermeiden. Geschieht ein Sexualpartnerwechsel, kann es sich lohnen, sich auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen, um eine Behandlung zu ermöglichen, bevor die Infektion weitergegeben wird.

Was kann ich selbst bei Geschlechtskrankheiten tun?

Die wichtigste Maßnahme, mit der du dich gegen Geschlechtskrankheiten schützen kannst ist, Safer Sex zu praktizieren. Zusätzlich kannst du dich gegen HPV impfen lassen, um das Risiko einer HPV-assoziierten Krebserkrankung deutlich zu senken.

Therapie von Geschlechtskrankheiten

Da jede Geschlechtskrankheit von einem bestimmten Erreger ausgelöst ist, gibt es keine generelle Therapie für alle Geschlechtskrankheiten. Durch eine genaue Erfragung der Beschwerden und eine körperliche Untersuchung kann der Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung gelenkt werden, die dann gezielt behandelt werden kann.

Meldepflicht von STD/STI

In Deutschland ist seit 2001 nur noch eine Infektion mit HIV oder mit Syphilis meldepflichtig. Die Labore sind verpflichtet, positive Laborbefunde anonym direkt ans Robert Koch Instituts zu übermitteln. Eine Gonokokkeninfektion ist nur in Sachsen meldepflichtig.

So kann Kry helfen

Geschlechtskrankheiten sind immer noch ein Thema, über das nur ungerne gesprochen wird. Über Kry kannst direkt von dir zuhause deine Beschwerden in einer Videosprechstunde mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Er/Sie kann dir eine erste Einschätzung zu dem Schweregrad der Erkrankung geben und einschätzen, ob eine körperliche Untersuchung notwendig ist. Über Kry kannst du der Ärztin oder dem Arzt auch direkt ein Foto der betroffenen Körperregion schicken, damit er/sie sich ein Bild des Befundes machen kann. Ist die ursächliche Geschlechtskrankheit bekannt, kann er/sie dir auch direkt ein Rezept für die entsprechende Therapie ausstellen.

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