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Endometriose

Eine Endometriose zeigt sich häufig durch unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen und Zyklusunregelmäßigkeiten. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch kann durch die Erkrankung bedingt sein. Ausgelöst werden die Beschwerden durch Gebärmutterschleimhaut, die außerhalb der Gebärmutter wächst und zu Blutungen und Entzündungen führt. Es handelt sich bei Endometriose um eine chronische Erkrankung, die meist bis zum Eintritt in die Wechseljahre bestehen bleibt. Bei der Behandlung kommen schmerzstillende Medikamente, hormonelle Präparate und Operationen zum Einsatz.

Definition der Endometriose

Bei einer Endometriose siedelt sich Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter an anderen Organen an. Die Schleimhautabsiedelungen sind in der Regel gutartig.

  • Bei einer Endometriosis genitalis finden sich die Schleimhautzellen im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane sowie dem Bauchfell. Zu den weiblichen Geschlechtsorganen zählen Eileiter, Eierstöcke, Gebärmutter, Vagina und Vulva.

  • Eine Adenomyosis uteri liegt vor, wenn sich die Schleimhautzellen in der muskulären Wandschicht der Gebärmutter ausbreiten.

  • Im Falle einer Endometriosis extragenitalis kann es zu Gebärmutterschleimhaut in Harnblase, Darm, Zwerchfell, Lunge und sogar Gehirn kommen. Endometrioseherde sind in allen Organen des menschlichen Körpers möglich.

Die Gebärmutterschleimhaut durchläuft jeden Monat den hormonellen Zyklus. Während der ersten Wochen bereitet sich die Schleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft durch die Einnistung des befruchteten Eies vor. Dabei wächst sie kontinuierlich unter dem Einfluss der weiblichen Hormone. Sofern keine Befruchtung des Eies stattgefunden hat, wird die oberflächliche Schleimhautschicht abgestoßen. Dies geschieht im Rahmen der Menstruationsblutung, die einige Tage andauert.

Die Endometrioseherde durchlaufen gleichermaßen den weiblichen Zyklus und unterliegen dem Einfluss des weiblichen Hormons Östrogen. In der Wachstumsphase und während der Menstruation kann es zu Schmerzen im Bereich der Endometrioseherde kommen. Da das Blut nicht über den Gebärmutterhals durch die Scheide abfließen kann, kommt es zu Blutansammlungen und zur Bildung von Zysten. Treten bräunliche, blutgefüllte Zysten im Bereich der Eierstöcke auf, spricht man von Schokoladenzysten. In Folge des gestauten Blutes kann es zu Entzündungsreaktionen des umliegenden Gewebes kommen. Diese führen wiederum zu Verwachsungen und Strikturen im Bereich der Endometrioseherde.

Wer ist von Endometriose betroffen?

Wissenschaftler gehen davon aus, dass circa 10 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind. Das gebärfähige Alter erstreckt sich von der ersten Monatsblutung bis zum Beginn der Wechseljahre. Die meisten Patientinnen sind zwischen 20 und 40 Jahren alt, wenn sie erkranken.

Eine erhöhte Anzahl an Menstruationstagen gilt als Risikofaktor für Endometriose. Sehr kurze Menstruationszyklen führen folglich zu einer erhöhten Anzahl an Menstruationstagen. Ebenso wie eine sehr frühe erste Monatsblutung zählt eine späte erste Schwangerschaft zu den Risikofaktoren für Endometriose. Das Erkrankungsrisiko steigt außerdem, wenn ein Familienmitglied an Endometriose erkrankt ist.

Symptome einer Endometriose

  • Die Patientinnen leiden unter Bauchschmerzen und Unterleibsbeschwerden, die meistens kurz vor Einsetzen der Periode zunehmen und anschließend wieder abnehmen. Zudem können sich Rückenschmerzen bemerkbar machen.

  • Häufig besteht eine schmerzhafte Regelblutung.

  • Unregelmäßige Monatsblutungen: Es können Schmierblutungen und stärkere Blutungen auftreten. Auch kann die Monatsblutung länger als sieben Tage andauern.

  • Es kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen.

  • Bei Befall der Blase kann es zu blutigem Urin und Schmerzen beim Wasserlassen kommen.

  • Im Rahmen eines Endometriose im Darm tritt mitunter blutiger Stuhlgang auf. Auch kann es zu Schmerzen beim Toilettengang kommen.

  • Eine Endometriose kann auch asymptomatisch verlaufen. Die Erkrankung liegt vor, die Patientinnen sind jedoch beschwerdefrei. In dem Fall ist keine Therapie notwendig.

Komplikationen bei Endometriose

Als Folge der Endometriose kann es zu Unfruchtbarkeit kommen. Schokoladenzysten im Bereich der Eierstöcke können den Eisprung verhindern. Auch führen Verwachsungen im Bereich der Geschlechtsorgane zu einer verminderten Fruchtbarkeit. Das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft steigt, sofern die Endometriose die Wanderung des befruchteten Eies verhindert. Spezialisierte Kinderwunschzentren bieten Möglichkeiten, den Kinderwunsch trotz Endometriose zu verwirklichen.

Ursachen von Endometriose

Es bestehen verschiedene Theorien zur Entstehung einer Endometriose. Abschließend geklärt ist der Ursprung der Erkrankung jedoch nicht.

Bei der Transplantationstheorie geht man von einer umgekehrten, rückwärtsgerichteten Menstruation aus. Das Blut fließt nicht über den natürlichen Weg durch den Gebärmutterhals in die Scheide ab, sondern sucht sich den Weg über die Eileiter Richtung Bauchhöhle. Im Rahmen der Blutung werden Schleimhautzellen in die Bauchhöhle verschleppt.

Bei der Metaplasietheorie soll sich während der Embryonalentwicklung Gewebe von selbst zu Gebärmutterschleimhaut entwickeln. Die Schleimhautzellen wachsen direkt an falscher Stelle und führen im Verlauf zu den charakteristischen Beschwerden.

Darüber hinaus kann von einer genetischen Komponente der Erkrankung ausgegangen werden, da in manchen Familien Endometriose gehäuft auftritt.

Diagnose und Arztkonsultation bei Endometriose

Studien zufolge vergehen häufig Jahre ab Auftreten der ersten Beschwerden bis zur Diagnosefindung. Die Symptome sind meist sehr unspezifisch, was die Diagnosefindung erschwert. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann manchmal deneinzigen Hinweis auf das Vorliegen einer Endometriose liefern.

  • Bei Verdacht auf Endometriose sollte eine Vorstellung beim Frauenarzt erfolgen.

  • In einem ausführlichen Anamnesegespräch besteht die Möglichkeit, Beschwerden und Symptome zu schildern. Ein Zyklustagebuch kann hilfreich sein, den Zykluszeitraum genau festzuhalten sowie Beschwerden zu notieren.

  • Daran anschließen wird sich eine gynäkologische Untersuchung.

  • Eine transvaginale Ultraschalluntersuchung kann blutgefüllte Zysten im Unterleib detektieren, die Hinweise auf eine Endometriose geben können.

  • Die definitive Diagnose lässt sich meist erst durch eine minimalinvasive Operation, eine sogenannte Laparoskopie, stellen, bei der Gewebeproben entnommen werden. Diese werden anschließend im Labor auf das Vorliegen von Gebärmutterschleimhaut histologisch untersucht.

Dauer der Endometriose

Die Endometriose gilt als chronische Krankheit. Chronische Krankheiten dauern lange und sind nur schwer heilbar. Die Patientinnen leiden häufig unter Rückfällen. Bei manchen Frauen kommt es zu einer Besserung der Symptomatik im Rahmen der Schwangerschaft. In der Regel verschwinden die Symptome nach Einsetzen der Wechseljahre.

Das kannst du bei Endometriose selbst tun

Regelmäßige sportliche Betätigung kann helfen, die Schmerzen bei Endometriose zu lindern. Darüber hinaus bieten Entspannungsübungen und Akupunktur manchen Patientinnen Erleichterung. Es werden außerdem vielerorts Selbsthilfegruppen angeboten, in der sich betroffene Frauen offen austauschen können.

Behandlung der Endometriose

Grundsätzlich stehen zur Therapie der Endometriose sowohl medikamentöse als auch chirurgische Behandlungsoptionen zur Verfügung. Welche Therapie für die Betroffenen die beste ist, muss individuell mit dem Frauenarzt entschieden werden. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser stehen die Heilungschancen für die betroffenen Patientinnen. Bestenfalls werden die Therapieoptionen kombiniert eingesetzt, um einen optimalen Behandlungserfolg zu erzielen.

  • Zur Minderung der Schmerzen können schmerzlindernde Tabletten wie beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac hilfreich sein. Zusätzlich entfalten diese eine antientzündliche Wirkung, was den Entzündungsmechanismen der Endometrioseherde entgegenwirkt.

  • Die Endometrioseherde wachsen unter dem Einfluss des Hormons Östrogen. Gestagenhaltige Präparate bieten die Möglichkeit, die Ausschüttung von Östrogen zu hemmen und die Monatsblutung zu schwächen. Bei kontinuierlicher Einnahme wird die Östrogenausschüttung während der Menstruationsblutung verhindert, und der Wachstumsreiz für die Endometriosezellen bleibt aus.

  • Als weiteren Schritt bei ausbleibender Besserung stehen GnRH-Agonisten (Buserelin, Goserelin) als antiöstrogene Medikamente zur Verfügung. Da diese Arzneien viele Nebenwirkungen bergen, sollte der Einsatz genau überlegt sein.

  • Alternativ besteht die Möglichkeit, die Endometrioseinseln in einer Operation zu entfernen. Bei kleinen Befunden kann eine minimalinvasive OP zur Entfernung der Endometriose eingesetzt werden. Die Operation eignet sich besonders bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, da sie langfristig die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöht.

Wann du Hilfe suchen solltest

Bei starken Menstruationsbeschwerden wie beispielsweise Bauchschmerzen lohnt sich immer der Besuch beim Frauenarzt. Auch sollten Zyklusunregelmäßigkeiten durch den Gynäkologen abgeklärt werden.

Wie kann Kry bei Endometriose helfen?

Leidest du unter starken Menstruationsbeschwerden? Hast du Fragen zum Thema Endometriose, die nur eine Ärztin oder ein Arzt beantworten kann? Über die Kry App hast du die Möglichkeit, unsere Ärtzinnen und Ärzte per Videogespräch zu kontaktieren. Dort bekommst du ein ausführliches Beratungsgespräch. Unsere Ärztinnen und Ärzte nehmen sich Zeit, deine Fragen zu beantworten. Darüber hinaus können sie dir ein Rezept für Medikamente ausstellen und dir gegebenenfalls eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen. Zusätzlich können sie dich an eine Frauenarztpraxis oder an ein spezialisiertes Zentrum überweisen.

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