Afterjucken

Afterjucken entsteht durch Hautirritationen im Afterbereich. Es handelt sich um ein relativ häufiges Leiden, das bei ca. 5% der Bevölkerung vorkommt (überwiegend Männer). Der Juckreiz tritt oft nachts auf und verschlimmert sich durch Kratzen. In vielen Fällen bildet sich der Juckreiz innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen von alleine zurück und bedarf keiner weiteren Behandlung. Zahlreiche Hautkrankheiten manifestieren sich zuerst in der Analregion und führen zu einem chronischen Juckreiz, der mehrere Monate anhalten kann und die Betroffenen dazu veranlasst, einen Arzt aufzusuchen.

Abhängig von der zurückliegenden Ursache können neben dem Juckreiz folgende Begleiterscheinungen vorliegen:

  • Rötung
  • Ausfluss
  • Brennen
  • Nässen
  • Schmerzen
  • Häufiger Stuhldrang
  • Unvollständige Darmentleerung
  • Fremdkörpergefühl

Die Ursachen von Afterjucken sind vielfältig und können unter anderem folgende umfassen:

  • Schlechte Hygiene (Stuhlrückstände)
  • Vorübergehende Stuhlunregelmäßigkeiten (Durchfall bzw. Obstipation)
  • die Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel wie z. B. Kaffee, Tomaten, Schokolade, Zitrusfrüchte, Leinsamen, scharfes Essen und Alkohol
  • Seife, Parfüm oder feuchte Toilettentücher können kleine Hautverletzungen im Afterbereich hervorrufen und einen Juckreiz auslösen
  • Hämorrhoiden: Durch Hämorrhoiden erhöht sich die Feuchtigkeit um den After und es kommt zu Hautreizungen und Juckreiz.
  • Analfistel: Eine Analfistel ist ein Gang, der sich zwischen dem Analkanal und der Haut außerhalb des Rektums bildet. Aus diesem Gang kann Flüssigkeit austreten, die Hautentzündungen und Juckreiz verursachen kann.
  • Verschiedene Hautkrankheiten wie z. B. Psoriasis und Perianalekzem
  • Pilzinfektionen
  • Parasitäre Infektionen: z. B. Madenwürmer, insbesondere bei Kindern
  • Sexuell übertragbare Infektionen
  • Bestimmte Medikamente: z. B. Antibiotika
  • Selten: Analkarzinom

Zur Standarddiagnostik gehört eine gründliche Krankengeschichte, die unter anderem folgende Fragen beinhalten kann:

  • Wann hat das Afterjucken angefangen?
  • Besteht in anderen Körperregionen ein Juckreiz?
  • Verstärkt sich der Juckreiz beim Stuhlgang?
  • Liegen Stuhlunregelmäßigkeiten vor (z. B. Durchfall oder Verstopfung)?
  • Werden juckreizfördernde Nahrungsmittel wie z. B. Tomaten, Alkohol oder Kaffee eingenommen?
  • Gibt es Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden?
  • Liegen Vorerkrankungen wie z. B. Diabetes oder Morbus Crohn vor?
  • Was sind deine Hygienepraktiken?

Darüber hinaus untersucht der Arzt die gesamte Haut einschließlich der Schleimhäute um die Anal- und Genitalregion. Je nach Befund können weitere laborchemische Untersuchungen in Betracht gezogen werden.

Du solltest einen Arzt konsultieren, falls du:

  • einen Ausschlag oder Hautreizungen im Afterbereich hast
  • Blutbeimengung im Stuhl feststellst
  • seit längerer Zeit bestehenden Juckreiz im Analbereich hast

Folgende Tipps helfen dir, die Haut um den Afterbereich sauber und trocken zu halten:

  • Vermeide beim Toilettengang trockenes, hartes Toilettenpapier. Verwende weiches Toilettenpapier oder nicht parfümierte Babytücher. Einigen Patienten hilft es, den Analbereich unter fließendem Wasser in der Dusche zu reinigen. Anschließend wird die Haut mit einem weichen Tuch trocken getupft.
  • Vermeide Schweißbildung im Afterbereich, indem du Baumwollunterwäsche trägst und eng sitzende Kleidung vermeidest.
  • Wäührend der Menstruation solltest du Tampons statt Binden verwenden.
  • Vermeide Nahrungsmittel, die sehr weichen oder sehr harten Stuhl und Hautreizungen begünstigen können. Darunter sind z. B. Alkohol, scharfes Essen, Tomaten, koffeinhaltige Getränke und Milchprodukte.
  • Vermeide langes Sitzen, insbesondere auf Plastikstühlen.

Neben der Maßnahmen, die du selbst ergreifen kannst, können freiverkäufliche wasserabweisende Salben nach dem Waschen auf die Haut am After aufgetragen werden. Bei sehr starkem Juckreiz können nach Rücksprache mit dem Arzt Antihistaminika verabreicht werden.

Was ist die Ursache für deine Beschwerden? Welche Maßnahmen kannst du ergreifen, um Afterjucken in Zukunft zu vermeiden? Welche Untersuchungen sollen bei dir erfolgen? Gibt es andere wirksame Therapiemöglichkeiten, die deine Beschwerden lindern können? Mit welchen Komplikationen kann Afterjucken einhergehen? Diese Fragen und andere kannst mit unseren Ärzten per Video-Sprechstunde klären. Über die Kry App ist es möglich Fotos von dem Problembereich hochzuladen. Unsere Ärzte können dich zur Behandlung, Vermeidung und zum weiteren Vorgehen beraten und dir gegebenfalls ein Rezept ausstellen.

  1. U.S. National Library of Medicine, Anal itching - self-care, aufgerufen am 16.05.2020
    https://medlineplus.gov/ency/patientinstructions/000689.htm

  2. Nobbe S, Läuchli S. Dermatologische Proktologie – Eine Übersicht anhand des Pruritus ani. Gastroenterologe 2010;5:340–347
    https://link.springer.com/article/10.1007/s11377-010-0403-2

  3. Altmeyer P, Németh A, (27.05.2019): “Analpruritus”, aufgerufen am 16.05.2020: https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/analpruritus-423

  4. S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus, aufgerufen am 16.05.2020
    https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-048k_S2k_Chronischer_Pruritus_2017-01.pdf

Letzte Aktualisierung:
8. Okt. 2020